Autor: O K

  • Börsenindex einfach erklärt: DAX, Dow-Jones & Co. verstehen

    Börsenindex einfach erklärt: DAX, Dow-Jones & Co. verstehen

    Themen in diesem Artikel:

    • Grundlagen zu Börsenindizes: Erfahre, was ein Börsenindex ist, welche Arten von Indizes es gibt und warum sie als Barometer für Märkte genutzt werden.
    • Wichtige internationale Börsenindizes: Lerne die wichtigsten Leitindizes kennen, zum Beispiel Dow Jones, S&P 500, Nasdaq 100, DAX, EURO STOXX 50 und Nikkei 225.
    • Investieren in Indizes: Entdecke, wie du mit ETFs und Fonds in Indizes investieren kannst, welche Vorteile die breite Streuung bietet und welche Risiken bei spekulativen Produkten wie CFDs bestehen.
    • Gewichtungsmethoden von Börsenindizes: Verstehe den Unterschied zwischen preisgewichteten, nach Marktkapitalisierung gewichteten und gleichgewichteten Indizes und wie diese die Indexentwicklung beeinflussen.
    • Häufige Fragen zu Börsenindizes: Erhalte Antworten auf typische Fragen, zum Beispiel zu DAX und MDAX, Investitionen über ETFs, Anpassungen der Indexzusammensetzung sowie täglichen Kursschwankungen.

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Ein Börsenindex wie der DAX zeigt dir auf einen Blick, wie sich ganze Märkte entwickeln. Statt einzelne Aktien zu beobachten, erhältst du durch Indizes wie Dow-Jones, S&P 500 oder Nikkei einen aussagekräftigen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Regionen oder Branchen. Diese Verzeichnisse von Wertpapieren sind für Anleger:innen unverzichtbare Orientierungshilfen, um Trends zu erkennen und fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen.

    Was ist ein Börsenindex und wozu ist er gut?

    Das Wort Index stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Register und Verzeichnis – der Plural lautet Indizes. In Bezug auf die Börse handelt es sich um ein Verzeichnis bestimmter Wertpapiere wie Aktien, das die Wertentwicklung bestimmter Märkte oder Branchen registriert. Sein Zweck liegt im Aufzeigen von wirtschaftlichen Entwicklungen und Trends, die für dich als Anleger:in wertvoll sind.

    Indizes erlauben dir im Finanzwesen die Beobachtung der wirtschaftlichen Entwicklung von Regionen wie Deutschland, Europa oder den USA. Ebenso kannst du damit bestimmte Branchen verfolgen, zum Beispiel den Industrie- oder Technologiesektor. Die klassische Form ist ein Aktienindex, der eine Auswahl an börsengehandelten Aktien großer und wichtiger Unternehmen aus bestimmten Ländern, Regionen oder Branchen enthält.

    📌 Gut zu wissen

    Der Dow Jones Industrial Average ist seit 1884 der älteste Aktienindex der Welt. Bei seinem Start enthielt er nur 12 Werte und hatte knapp 41 Punkte. Heute umfasst er 30 Werte und erreichte Anfang 2022 seinen bisherigen Höchststand von mehr als 36.000 Punkten. Ein Punkt ist dabei die Maßeinheit für Indizes, wobei die genaue Berechnung je nach Index variiert.

    Daneben existieren Indizes für andere Werte wie Anleihen, Währungen, Rohstoffe oder Immobilien. Die wirtschaftlichen Entwicklungen in einem Börsenindex sind durch die Vielzahl der enthaltenen Aktien deutlich aussagekräftiger als die eines einzelnen Wertes beziehungsweise Unternehmens. Das macht sie zu einem verlässlichen Barometer für Marktbewegungen.

    Es gibt keine allgemeingültige Formel, nach der ein Börsenindex erstellt ist, welche Werte er enthält und wie sie statistisch gewichtet sind. Jeder Index funktioniert anders und folgt eigenen Regeln, die seine Aussagekraft und Eignung für verschiedene Anlagestrategien bestimmen.

    Wichtige internationale Börsenindizes

    Es gibt eine Vielzahl von Börsenindizes auf der Welt, die mehr oder weniger bekannt sind. Wenn du dich näher mit Finanzthemen beschäftigen möchtest, solltest du diese Indizes kennen, denn sie prägen die globalen Finanzmärkte maßgeblich.

    Die amerikanischen Giganten

    Der Dow Jones Industrial Average, kurz Dow-Jones-Index oder DJIA, enthält als bekanntester Börsenindex der Welt 30 Aktienwerte von US-Unternehmen mit sogenanntem Blue-Chip-Status. Das bedeutet, diese Unternehmen verfügen über jahrelange hohe Marktkapitalisierung und stabile Finanzlage. Der Dow-Jones wird als Real-Time-Index laufend ermittelt und gibt dir damit aktuelle Einblicke in die amerikanische Wirtschaft.

    Standard & Poor’s 500, kurz S&P 500, enthält die Aktienwerte der 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA und ist einer der weltweit meistbeachteten Aktienindizes. Seine breite Streuung macht ihn zu einem besonders aussagekräftigen Gradmesser für die US-Wirtschaft insgesamt.

    Nasdaq 100, die National Association of Securities Dealers Automated Quotations, ist die größte vollelektronische Handelsplattform der USA. Der auch als Technologiebörse beschriebene Index enthält die Aktien junger, wachstumsorientierter Unternehmen vor allem aus der IT-Branche und zeigt dir die Entwicklung der digitalen Wirtschaft.

    Europäische und asiatische Leitindizes

    Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste deutsche Börsenindex und enthält Aktienwerte der 40 größten Unternehmen. Darunter findest du bekannte Namen wie Volkswagen, Siemens, Adidas und Deutsche Telekom. Er bildet das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ab und ist für europäische Anleger:innen besonders relevant.

    Im EURO STOXX 50 sind die Werte 50 großer Unternehmen enthalten, die an Börsen im Währungsgebiet des Euro notiert sind, etwa Allianz, L’Oréal oder Philips. Er ist leicht zu verwechseln mit dem STOXX Europe 50, der auch Unternehmen außerhalb des Euroraums notiert und damit einen breiteren europäischen Fokus hat.

    Nikkei 225 ist der Leitindex der Tokioter Wertpapierbörse und stellt mit 225 enthaltenen Aktienwerten den wichtigsten Aktienindex Asiens dar. Der Name stammt von einer Wirtschaftszeitung, die den Index seit 1971 veröffentlicht. Der Nikkei 225 basiert auf Aktien weltbekannter Unternehmen wie Toyota, Honda und Sony und gibt dir Einblick in die asiatische Wirtschaftsentwicklung.

    Wie können Anleger:innen in Indizes investieren?

    Weil Indizes Verzeichnisse von Aktien oder anderen Werten sind, ist eine direkte Anlage in sie nicht möglich. Du kannst nicht einfach einen Index kaufen wie eine einzelne Aktie. Eine Investition in einen Index erfolgt daher indirekt über einen Aktienfonds, der die Zusammensetzung des Index nachbildet.

    Besonders beliebt sind ETFs, also Exchange Traded Funds, die die Wertentwicklung des ihnen zugrunde liegenden Index nachbilden. Diese börsengehandelten Fonds ermöglichen dir eine breite Streuung deiner Anlage über viele Unternehmen hinweg, ohne dass du jede einzelne Aktie kaufen musst. Das reduziert dein Risiko und vereinfacht deine Anlagestrategie erheblich.

    💡 Tipp

    Für Einsteiger:innen eignen sich besonders ETFs auf breite Indizes wie den MSCI World oder den S&P 500. Diese bieten mit nur einem Investment eine weltweite Streuung über hunderte von Unternehmen. Achte dabei auf niedrige Verwaltungsgebühren (TER) von unter 0,5% pro Jahr und wähle thesaurierende ETFs, die Dividenden automatisch wieder anlegen.

    Zudem lässt sich mit Finanzprodukten wie CFDs mit Kursen von Indizes spekulieren. Als Anleger:in solltest du dich jedoch genauestens über die Risiken solcher hochspekulativen Derivate informieren, bevor du in sie investierst. Diese Produkte sind komplex und können zu erheblichen Verlusten führen.

    Unterschiedliche Gewichtung bei Börsenindizes

    Kein Börsenindex gleicht dem anderen und die statistische Gewichtung der enthaltenden Werte ist immer etwas anders. Diese Unterschiede beeinflussen, wie stark einzelne Unternehmen den Gesamtindex bewegen können. Grundsätzlich sind drei Methoden üblich, die du kennen solltest.

    Preisgewichtete Indizes

    Bei nach Preis gewichteten Indizes haben Aktien mit einem höheren Kurs größeren Einfluss auf den Index. Alle Aktien sind in gleicher Stückzahl enthalten, was bedeutet, dass teure Aktien den Index stärker bewegen als günstige. Beispiele für preisgewichtete Indizes sind der Dow-Jones- und Nikkei-Index, die zu den ältesten Indexformen gehören.

    Nach Marktkapitalisierung gewichtete Indizes

    Nach Marktkapitalisierung gewichtete Indizes berücksichtigen neben dem Aktienpreis den Wert der umlaufenden Aktien der Unternehmen. Das ist der Fall zum Beispiel bei DAX und im S&P 500, in dem etwa ein Viertel der Gesellschaften 60 Prozent des Index ausmachen. Diese Methode spiegelt die tatsächliche Größe und Bedeutung der Unternehmen im Markt wider.

    Gleichgewichtete Indizes

    Bei gleichgewichteten Indizes sind alle gelisteten Werte mit der gleichen prozentualen Gewichtung vertreten. Alle Indexmitglieder haben also den gleichen Einfluss auf die Indexentwicklung, unabhängig von ihrer Größe oder ihrem Aktienkurs. Diese Methode gibt kleineren Unternehmen mehr Gewicht als bei anderen Gewichtungsformen.

    📌 Gut zu wissen

    Die Gewichtungsmethode hat erheblichen Einfluss auf die Performance eines Index. Bei marktkapitalisierungsgewichteten Indizes können wenige große Unternehmen den Index dominieren. Im S&P 500 machen beispielsweise die Top 10 Unternehmen über 30% des Gesamtindex aus. Das solltest du bei deiner Anlageentscheidung unbedingt berücksichtigen.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Was ist der Unterschied zwischen DAX und MDAX?

    Der DAX enthält die 40 größten deutschen Unternehmen nach Marktkapitalisierung, während der MDAX die nachfolgenden 50 mittelgroßen Unternehmen umfasst. Der MDAX bietet oft höhere Wachstumschancen, ist aber auch volatiler als der DAX.

    Q

    Kann ich als Privatanleger:in in alle Börsenindizes investieren?

    Ja, über ETFs kannst du als Privatanleger:in in nahezu alle wichtigen Börsenindizes investieren. Die meisten Broker bieten ETFs auf DAX, S&P 500, MSCI World und viele weitere Indizes an. Die Mindestanlage beträgt oft nur 25-50 Euro pro Monat bei Sparplänen.

    Q

    Wie oft werden Börsenindizes angepasst?

    Die Zusammensetzung der meisten großen Indizes wird regelmäßig überprüft und angepasst. Der DAX wird beispielsweise halbjährlich im März und September überprüft, der S&P 500 quartalsweise. Dabei können Unternehmen aufgenommen oder ausgeschlossen werden, je nach ihrer aktuellen Marktkapitalisierung und anderen Kriterien.

    Q

    Was ist besser: In einzelne Aktien oder in einen Index-ETF investieren?

    Für Einsteiger:innen sind Index-ETFs meist die bessere Wahl, da sie automatisch diversifiziert sind und weniger Risiko bergen. Einzelaktien erfordern mehr Recherche und bergen höhere Verlustrisiken, bieten aber auch die Chance auf überdurchschnittliche Renditen. Viele Anleger:innen kombinieren beide Strategien.

    Q

    Warum schwanken Börsenindizes täglich?

    Börsenindizes schwanken täglich, weil sie die Kurse der enthaltenen Aktien widerspiegeln. Diese werden von vielen Faktoren beeinflusst: Unternehmensnachrichten, Wirtschaftsdaten, politische Ereignisse, Zinsentscheidungen der Notenbanken und die allgemeine Marktstimmung. Je nach Gewichtung wirken sich Kursbewegungen einzelner Aktien unterschiedlich stark auf den Gesamtindex aus.

  • Investmentfonds: Der umfassende Guide für Einsteiger

    Investmentfonds: Der umfassende Guide für Einsteiger

    Themen in diesem Artikel:

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Investmentfonds bieten dir eine transparente und sichere Möglichkeit, dein Kapital breit gestreut anzulegen und langfristig attraktive Renditen zu erzielen. In Zeiten kollabierender Rentensysteme und hoher Inflationsraten rücken diese Anlageformen zunehmend in den Fokus. Du profitierst von professionellem Fondsmanagement, das dein investiertes Kapital über verschiedene Anlageklassen verteilt – von Aktien über Anleihen bis hin zu Rohstoffen. Diese Diversifikation reduziert dein Investitionsrisiko erheblich und ermöglicht dir gleichzeitig, an den Renditechancen unterschiedlicher Märkte teilzuhaben.

    Was sind Investmentfonds und wie funktionieren sie?

    Investmentfonds, auch Anlagefonds oder Fonds genannt, funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Sie sammeln Kapital von vielen Investor:innen ein, das anschließend durch ein professionelles Fondsmanagement an den Finanzmärkten investiert wird. Das gesammelte Fondsvermögen fließt in verschiedene Anlageklassen – beispielsweise in Aktien und Anleihen unterschiedlicher Unternehmen, in Rohstoffe oder in Indizes verschiedener Kapitalmärkte. Diese breite Streuung der Investments nennt man Diversifikation, und sie ist das Herzstück jeder Fondsstrategie.

    📌 Gut zu wissen

    Investmentfonds gelten in Deutschland als Sondervermögen. Das bedeutet, dass deine Fondsanteile rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt sind. Selbst bei einer Insolvenz des Fondsanbieters bleibt dein investiertes Kapital geschützt und gehört weiterhin dir.

    Durch die Diversifikation wird dein Investitionsrisiko deutlich reduziert. Wenn eine Anlage an Wert verliert, können andere Investments im Portfolio diese Verluste ausgleichen. Das sorgt für mehr Sicherheit in deinem Portfolio. Gleichzeitig eröffnen dir diversifizierte Fondsinvestments die Möglichkeit, Renditechancen verschiedener Märkte gleichzeitig wahrzunehmen. Du musst dich nicht für einen einzelnen Markt oder eine bestimmte Branche entscheiden, sondern kannst von der Entwicklung mehrerer Bereiche profitieren.

    Das Fondsmanagement übernimmt für dich die Auswahl der Einzeltitel und trifft Investitionsentscheidungen basierend auf Marktanalysen und Strategien. Du als Anleger:in kaufst Anteile am Fonds und partizipierst damit anteilig an der Wertentwicklung des gesamten Fondsvermögens.

    Börsengehandelte Fondsarten im Überblick

    Für jedes Anlageprodukt gibt es den passenden Investmentfonds. Die Vielfalt ermöglicht es dir, eine Anlagestrategie zu wählen, die zu deinen persönlichen Zielen und deiner Risikobereitschaft passt.

    Aktienfonds

    Aktienfonds investieren in Aktien börsennotierter Unternehmen und bieten dir die Chance auf Kursgewinne. Einige Fonds investieren weltweit und streuen dein Kapital über verschiedene Kontinente, während andere sich ausschließlich auf bestimmte Regionen, Branchen, Themen oder Länder konzentrieren. Diese Spezialisierung ermöglicht es dir, gezielt in Märkte zu investieren, von denen du überzeugt bist. Die Erträge ergeben sich hauptsächlich aus Kurssteigerungen der gehaltenen Aktien.

    Rentenfonds

    Rentenfonds setzen auf festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- oder Unternehmensanleihen sowie Pfandbriefe. Sie investieren das Fondsvermögen mit verschiedenen Anlageschwerpunkten bei Laufzeiten, Emittenten, Währungen und Regionen. Rentenfonds gelten als konservativere Anlageform und versprechen dir Erträge aus Zinsen und Kursgewinnen. Sie eignen sich besonders, wenn du eine stabilere Wertentwicklung bevorzugst.

    Mischfonds

    Mischfonds kombinieren verschiedene Anlageklassen in einem Portfolio – etwa Aktien, Staatsanleihen, Rohstoffe oder Immobilien. Diese Mischung ermöglicht es dir, von unterschiedlichen Marktentwicklungen zu profitieren. Du kannst mit Mischfonds Gewinne sowohl aus Zinsen als auch aus Kurssteigerungen erzielen. Die flexible Aufteilung zwischen risikoreicheren und sichereren Anlagen macht Mischfonds zu einer ausgewogenen Investitionsmöglichkeit.

    💡 Tipp

    Für Einsteiger:innen eignen sich besonders breit gestreute ETFs auf Weltindizes wie den MSCI World oder FTSE All-World. Diese bilden die Entwicklung von über 1.500 Unternehmen weltweit ab und bieten maximale Diversifikation bei minimalen Kosten von oft unter 0,2% pro Jahr.

    Offene Immobilienfonds

    Offene Immobilienfonds investieren meist in Gewerbeimmobilien wie Bürogebäude, Einkaufszentren oder Logistikimmobilien. Während manche Fonds auf bestimmte Regionen oder Länder spezialisiert sind, haben andere bestimmte Immobilientypen im Blick. Du kannst Erträge aus Kursgewinnen durch Wertsteigerungen der Immobilien erwirtschaften. Zusätzlich profitierst du oft von Mieteinnahmen, die die Immobilien generieren.

    ETFs (Exchange Traded Funds)

    ETFs (Exchange Traded Funds) bilden einen Index wie den MSCI World oder den DAX nach. Diese Indexnachbildung geschieht entweder über den direkten Kauf der im Index gelisteten Aktien oder über die künstliche Nachbildung des Index durch Derivate. Die Ertragsquelle von ETFs sind Kursgewinne, die sich aus der Entwicklung des abgebildeten Index ergeben. ETFs zeichnen sich durch besonders niedrige Kosten aus, da sie passiv gemanagt werden.

    Geldmarktfonds

    Geldmarktfonds investieren dein Kapital in festverzinsliche Wertpapiere, Bankguthaben oder Festgelder. Sie ermöglichen dir Gewinne durch Zinsen und Kurssteigerungen, wobei die Renditen meist moderater ausfallen als bei Aktienfonds. Einige Geldmarktfonds sind zudem in hochwertige Anleihen investiert. Diese Fondsart eignet sich besonders für kurzfristige Anlagen oder als sicherer Baustein in deinem Portfolio.

    Welche Gebühren gibt es bei Fonds?

    Die Kosten eines Investmentfonds hängen stark von seiner Beschaffenheit ab. Ein aktiv gemanagter Investmentfonds wird von einem professionellen Fondsmanagement betreut, das kontinuierlich Anlageentscheidungen trifft und das Portfolio anpasst. Dadurch entstehen höhere Kosten als etwa bei einem ETF, der passiv gemanagt wird und lediglich einen Index nachbildet.

    Die Total Expense Ratio (TER) ist die zentrale Fondskennzahl für dich als Anleger:in. Sie zeigt die Gesamtkostenquote und gibt an, welche Kosten bei einem Investmentfonds jährlich auf dich zukommen. Je niedriger der TER, desto höher fällt deine Fondsrendite aus, da weniger Kosten von der Wertentwicklung abgezogen werden.

    Im TER enthaltene Kosten

    Im TER sind folgende Posten enthalten: Die Depotgebühr für die Verwahrung der Wertpapiere, die Managementfee als Vergütung für das Fondsmanagement und sonstige Betriebskosten wie Verwaltungs- und Prüfungskosten. Diese Kosten werden automatisch vom Fondsvermögen abgezogen und mindern die ausgewiesene Rendite.

    📌 Gut zu wissen

    Die TER wird nicht von deinem Konto abgebucht, sondern direkt vom Fondsvermögen abgezogen. Das bedeutet: Die ausgewiesene Wertentwicklung eines Fonds ist bereits um die TER bereinigt. Du siehst also immer die Netto-Performance nach Kosten.

    Zusätzliche Kosten außerhalb des TER

    Nicht im TER enthalten sind jedoch weitere Kosten, die zusätzlich anfallen können. Der Ausgabeaufschlag wird beim Kauf von Fondsanteilen fällig und liegt oft zwischen drei und fünf Prozent. Transaktionskosten entstehen, wenn das Fondsmanagement Wertpapiere kauft oder verkauft. Performance-abhängige Gebühren werden bei einigen Fonds erhoben, wenn bestimmte Renditeziele erreicht werden. Bei Dachfonds, die in andere Fonds investieren, fallen zusätzlich Gebühren für die Zielfonds an.

    💡 Tipp

    Vermeide den Ausgabeaufschlag durch den Kauf über Direktbanken oder Online-Broker. Viele bieten rabattierte oder sogar komplett ausgabeaufschlagsfreie Fonds an. Bei ETFs entfällt der Ausgabeaufschlag generell, da sie wie Aktien an der Börse gehandelt werden.

    Welche Vor- und Nachteile haben Investmentfonds?

    Die Vorteile von Investmentfonds

    Investmentfonds bieten dir zahlreiche Vorteile, die sie zu einer attraktiven Anlageform machen. Die Sicherheit steht dabei an erster Stelle: Weil ein Investmentfonds in verschiedene Anlageklassen investiert, wird dein Verlustrisiko breit gestreut. Selbst wenn einzelne Investments an Wert verlieren, können andere Positionen diese Verluste ausgleichen. Zudem gelten Fonds in Deutschland als Sondervermögen, was das Ausfallrisiko des Fonds für dich als Anleger:in so gut wie ausschließt. Selbst bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft bleibt dein investiertes Kapital geschützt.

    Die Einfachheit macht Investmentfonds besonders für Börsenneulinge attraktiv. Das Investieren in einen aktiv gemanagten Fonds ist relativ unkompliziert, da die Verwaltung des Fonds beim Fondsmanagement liegt. Du musst dich nicht selbst um die Auswahl einzelner Aktien oder Anleihen kümmern – das übernehmen Profis für dich. Ebenso liegt das Investment des Fondsvermögens in den Händen erfahrener Fondsmanager:innen, die kontinuierlich die Märkte beobachten.

    Die Transparenz ist ein weiterer wichtiger Vorteil. Sowohl bei ETFs als auch bei klassischen Investmentfonds profitierst du von transparenten und regulierten Finanzprodukten. Viele Fonds sind durch Qualitätsmerkmale wie UCITS zertifiziert, was dir zusätzliche Sicherheit bietet. Du kannst jederzeit nachvollziehen, in welche Werte dein Geld investiert ist und wie sich der Fonds entwickelt.

    Die Rendite überzeugt besonders im Vergleich zu klassischen Sparformen. Im Gegensatz zu Festgeldern, bei denen der Ertrag ausschließlich auf Zinsen beruht, ist die Renditechance bei einem Investmentfonds deutlich höher. Über längere Zeiträume haben Aktienfonds historisch betrachtet deutlich bessere Erträge erzielt als verzinsliche Sparprodukte.

    Die Nachteile von Investmentfonds

    Dennoch solltest du auch die Nachteile kennen. Hohe Gebühren können deine Rendite schmälern. Gegenüber passiv gemanagten ETFs, bei denen Algorithmen den Index nachbilden, werden bei aktiv gemanagten Fonds meistens höhere Kosten fällig. Diese Mehrkosten müssen durch eine bessere Performance erst einmal ausgeglichen werden.

    📌 Gut zu wissen

    Studien zeigen, dass nur etwa 10-15% der aktiv gemanagten Fonds ihren Vergleichsindex über einen Zeitraum von 10 Jahren schlagen können. Nach Abzug der höheren Gebühren fällt diese Quote noch niedriger aus. Das spricht für kostengünstige Indexfonds als Basisinvestment.

    Der begrenzte Wertzuwachs ist ein weiterer Aspekt, den du beachten solltest. Die Performance aktiv gemanagter Fonds ist selten besser als der Gesamtmarkt. Viele Studien zeigen, dass nur wenige Fondsmanager:innen es schaffen, den Markt langfristig zu schlagen. Die höheren Kosten aktiver Fonds führen oft dazu, dass die Nettorendite hinter der eines einfachen Index-ETFs zurückbleibt.

    Die fehlende Mitbestimmung bedeutet, dass bei aktiv gemanagten Fonds das Fondsmanagement über die Auswahl der Einzeltitel entscheidet. Du als Anleger:in hast keinen direkten Einfluss darauf, welche konkreten Aktien oder Anleihen gekauft werden. Diese Entscheidungshoheit liegt vollständig beim Fondsmanagement, was für dich sowohl Vor- als auch Nachteil sein kann.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Was ist der Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Fonds?

    Offene Fonds haben keine Begrenzung bei der Anzahl der Anteile und du kannst jederzeit ein- oder aussteigen. Geschlossene Fonds sammeln nur einmalig Kapital für ein konkretes Projekt ein, haben eine feste Laufzeit und du kannst deine Anteile nur schwer vor Laufzeitende verkaufen.

    Q

    Wie viel Geld sollte ich mindestens in Fonds investieren?

    Bei vielen Fonds kannst du bereits ab 25-50 Euro pro Monat per Sparplan investieren. Für Einmalanlagen liegt die Mindestanlage oft bei 500-1.000 Euro. ETFs kannst du sogar schon ab dem Preis einer einzelnen Aktie kaufen, oft unter 100 Euro.

    Q

    Muss ich Steuern auf Fondsgewinne zahlen?

    Ja, auf Fondsgewinne fällt die Abgeltungssteuer von 25% plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an. Insgesamt sind das etwa 26-28% der Gewinne. Du hast aber einen jährlichen Freibetrag von 1.000 Euro (Singles) bzw. 2.000 Euro (Verheiratete) für Kapitalerträge.

    Q

    Was passiert mit meinem Geld, wenn die Fondsgesellschaft pleitegeht?

    Dein investiertes Kapital ist als Sondervermögen geschützt und gehört nicht zur Insolvenzmasse der Fondsgesellschaft. Die Wertpapiere werden bei einer Depotbank verwahrt und bleiben dein Eigentum. Im Insolvenzfall wird der Fonds auf eine andere Gesellschaft übertragen oder abgewickelt und du erhältst dein Geld zurück.

    Q

    Sind thesaurierende oder ausschüttende Fonds besser?

    Thesaurierende Fonds reinvestieren Erträge automatisch und eignen sich besser für den langfristigen Vermögensaufbau durch den Zinseszinseffekt. Ausschüttende Fonds zahlen Erträge aus und eignen sich, wenn du regelmäßige Einkünfte wünschst. Steuerlich sind beide seit 2018 gleichgestellt.

    Q

    Wie lange sollte ich in Fonds investiert bleiben?

    Bei Aktienfonds empfiehlt sich ein Anlagehorizont von mindestens 5-10 Jahren, um kurzfristige Schwankungen auszusitzen. Rentenfonds können auch für kürzere Zeiträume ab 2-3 Jahren geeignet sein. Geldmarktfonds eignen sich sogar für sehr kurze Anlagen unter einem Jahr.

  • Autoversicherung clever wählen: So sparst du bis zu 50% Kosten

    Autoversicherung clever wählen: So sparst du bis zu 50% Kosten

    Themen in diesem Artikel:

    • Versicherungsarten: Haftpflicht ist Pflicht, Kaskoversicherungen schützen dein eigenes Auto vor Schäden durch Diebstahl, Unwetter und Unfälle
    • Teilkasko oder Vollkasko: Vollkasko lohnt sich für Neuwagen in den ersten fünf Jahren, Teilkasko reicht oft bei älteren Fahrzeugen
    • Regional- und Typklasse: Dein Wohnort und Automodell beeinflussen die Versicherungskosten durch statistische Schadensbilanzen der letzten drei Jahre
    • Schadenfreiheitsklasse: Je länger du unfallfrei fährst, desto günstiger wird deine Versicherung durch bessere SF-Einstufung
    • Spartipps: Online-Vergleichsportale nutzen, Typklasse vor Autokauf prüfen und grobe Fahrlässigkeit absichern spart bares Geld

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Autoversicherung: Tipps und Tricks zum Sparen

    Das neue Auto steht bereit, aber ohne Versicherung darfst du nicht losfahren. Die richtige Autoversicherung zu finden und dabei Geld zu sparen, ist einfacher als gedacht. In Deutschland ist die Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben, doch darüber hinaus gibt es weitere Optionen, die dein Auto und deinen Geldbeutel schützen. Wir zeigen dir, welche Versicherungen es gibt, wann sich welche Police lohnt und wie du durch clevere Entscheidungen bei Regional- und Typklasse sowie Schadenfreiheitsklasse deutlich sparen kannst.

    Welche Autoversicherungen gibt es?

    Die Kfz-Haftpflichtversicherung bildet das Fundament jeder Autoversicherung. An ihr führt kein Weg vorbei, denn sie ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Diese Versicherung springt ein, wenn du mit deinem Auto Schäden an Dritten verursachst – sei es an anderen Fahrzeugen, Personen oder Gegenständen. Bei alten Autos, deren Reparatur sich wirtschaftlich nicht mehr lohnt, reicht die Haftpflichtversicherung oft vollkommen aus.

    Zusätzlich zur Pflichtversicherung gibt es die Kaskoversicherungen, die sich in Teilkasko und Vollkasko unterteilen. Diese Versicherungen sind nicht verpflichtend, verdienen aber deine Aufmerksamkeit. Der entscheidende Unterschied zur Haftpflicht: Kaskoversicherungen zahlen auch für Schäden an deinem eigenen Auto. Diese Reparaturkosten können schnell teurer werden als die jährlichen Kosten für eine Versicherung, weshalb du dir gut überlegen solltest, ob eine Kaskoversicherung für dich sinnvoll ist.

    📌 Gut zu wissen

    Kaskoversicherungen sind freiwillig, aber bei der Finanzierung eines Autos kann die Bank eine Vollkasko verlangen. Das Auto dient als Sicherheit für den Kredit, weshalb die Bank den vollen Wert absichern möchte.

    Teilkasko oder Vollkasko?

    Die Teilkasko übernimmt Schäden an deinem Auto, die durch Diebstahl, Unwetter oder Tierbisse sowie deren Folgeschäden entstanden sind. Gerade bei Marderbissen ist es wichtig, dass nicht nur die unmittelbaren Schäden abgedeckt sind, sondern auch mögliche Folgeschäden – denn das ganze Ausmaß fällt nicht immer sofort ins Auge.

    Die Vollkasko deckt all das ab, was die Teilkasko leistet, geht aber noch weiter. Sie zahlt zusätzlich bei Schäden durch Vandalismus oder Unfallschäden, wenn du den Unfall selbst verursacht hast. Als Faustregel gilt: Für Neuwagen lohnt sich die Vollkasko, insbesondere in den ersten fünf Jahren. Je älter das Auto wird, desto mehr verliert es durch Abnutzung an Wert, sodass bei älteren Autos oft die Teilkasko ausreicht. Wie so oft bestätigen Ausnahmen natürlich die Regel.

    Wenn du dein neues Auto mit einem Autokredit finanzierst, kann die Bank von dir eine Vollkasko verlangen. Das Auto dient schließlich als Sicherheit, falls du den Kredit nicht mehr zahlen kannst. Die Bank möchte deswegen sicherstellen, dass der Wert des Autos voll versichert ist.

    Entscheidend ist außerdem, dass die Vollkasko – ebenso wie die Kfz-Haftpflicht – grobe Fahrlässigkeit abdeckt. Wenn ein Einwand gegen grobe Fahrlässigkeit erlaubt ist, kann deine Versicherung sich nämlich ganz oder teilweise weigern zu zahlen, wenn du den Unfall aus grober Fahrlässigkeit verursacht hast. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn du beim Fahren auf dein Handy geschaut oder eine rote Ampel überfahren hast.

    💡 Tipp

    Prüfe bei deiner Versicherung unbedingt, ob grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist. Diese Zusatzoption kostet nur wenig extra, kann dir aber im Ernstfall tausende Euro sparen. Besonders wichtig ist das bei teuren Neuwagen oder wenn du täglich lange Strecken fährst.

    Die Regionalklasse und Typklasse deines Autos

    Mehrere Faktoren beeinflussen, wie viel du für deine Autoversicherung bezahlen musst. Dazu gehören deine Regionalklasse und die Typklasse deines Autos. Beide werden jedes Jahr neu vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beurteilt. Die Auswertung stützt sich auf statistische Daten aus den letzten drei Jahren.

    Auf die Regionalklasse hast du selbst wenig Einfluss. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um deinen Wohnort, genauer gesagt um deinen Zulassungsbezirk. Davon gibt es in Deutschland etwa 400. Ob dein Zulassungsbezirk zu einer guten oder eher zu einer schlechten Einstufung und damit einem teureren Tarif führt, liegt an der Schadensbilanz in diesem Bezirk.

    In die Schadensbilanz fließt zum Beispiel ein, wie viele Unfälle in einem Bezirk passiert sind und wie oft extremes Wetter Autos beschädigt hat. Wer das Auto in einer Großstadt gemeldet hat, zahlt deswegen in der Regel mehr als Autofahrer:innen auf dem Land.

    📌 Gut zu wissen

    Die Regionalklassen werden jährlich neu berechnet. München, Hamburg und Berlin haben traditionell die höchsten Regionalklassen, während ländliche Gebiete in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern oft die günstigsten Einstufungen erhalten.

    Ähnlich funktioniert das Prinzip der Typklasse: Hier wertet der GDV aus, wie viele Schäden an einem bestimmten Automodell auftreten und wie teuer diese Schäden sind. Bei der Vollkasko ist deswegen auch entscheidend, wie hoch der Wert des eigenen Autos ist, weil das die Reparaturkosten beeinflusst. Wenn ein Modell vergleichsweise oft aufgebrochen oder gestohlen wird, wirkt sich das ebenfalls negativ auf die Typklasse aus.

    Immerhin kannst du die Typklasse – im Gegensatz zu deinem Wohnort – leichter beeinflussen: Wirf vor dem Autokauf einen Blick in die Typklasse-Liste, die der GDV herausgibt, und prüfe die Typklasse deines Wunschmodells. Wenn die sehr hoch ist, schau dich um, ob es vergleichbare Modelle mit einer niedrigeren Typklasse gibt.

    💡 Tipp

    Nutze die kostenlose Typklassen-Abfrage auf der GDV-Website vor dem Autokauf. Der Unterschied zwischen zwei ähnlichen Modellen kann bei der Versicherung mehrere hundert Euro pro Jahr ausmachen. Besonders günstig sind oft Familienautos wie der VW Golf oder Opel Astra.

    Ausschlaggebend: Die Schadenfreiheitsklasse

    Ein weiterer Faktor, der die Höhe deines Tarifs beeinflusst, ist die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse). Sowohl bei der Kfz-Haftpflicht als auch bei der Vollkasko sinken die Kosten, je länger du die Versicherung nicht in Anspruch nimmst. Deine aktuelle SF-Klasse kannst du deiner Versicherungspolice entnehmen.

    📌 Gut zu wissen

    Fahranfänger starten meist in SF-Klasse 0 mit einem Beitragssatz von etwa 95-100%. Nach einem unfallfreien Jahr steigst du in SF-1 auf (etwa 60%). Mit SF-35 (35 unfallfreie Jahre) erreichst du oft nur noch 20% des Grundbeitrags.

    💡 Tipp

    Als Fahranfänger kannst du die SF-Klasse deiner Eltern oder Großeltern übernehmen, wenn diese ihr Auto abmelden. Das kann dir mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Kläre das rechtzeitig mit deiner Versicherung ab, denn nicht alle Anbieter erlauben diese Übertragung.

    Weitere Spartipps für deine Autoversicherung

    💡 Tipp

    Nutze mehrere Vergleichsportale wie Check24, Verivox und direkt die Websites der Versicherer. Nicht alle Anbieter sind auf allen Portalen vertreten. Die Direktversicherer HUK24 oder CosmosDirekt bieten oft besonders günstige Online-Tarife an.

    📌 Gut zu wissen

    Viele Versicherer gewähren Rabatte für Elektro- und Hybridautos von bis zu 20%. Auch Garagenparker, Wenigfahrer (unter 10.000 km/Jahr) und Besitzer von Fahrzeugen mit Assistenzsystemen können oft sparen.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Welche Autoversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben?

    In Deutschland ist ausschließlich die Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Sie zahlt Schäden, die du mit deinem Auto an Dritten verursachst. Kaskoversicherungen sind freiwillig.

    Q

    Wann lohnt sich eine Vollkaskoversicherung?

    Eine Vollkasko lohnt sich besonders für Neuwagen in den ersten fünf Jahren. Sie deckt auch selbstverschuldete Unfälle und Vandalismusschäden ab. Bei älteren Autos reicht oft die Teilkasko aus.

    Q

    Wie kann ich bei der Autoversicherung sparen?

    Du kannst sparen durch: Vergleich mehrerer Anbieter, Wahl eines Autos mit niedriger Typklasse, jährliche Zahlweise statt monatlich, höhere Selbstbeteiligung, Nutzung von Rabatten für Garagenparker oder Wenigfahrer und rechtzeitigen Wechsel zum Stichtag 30. November.

    Q

    Was ist die Regionalklasse bei der Autoversicherung?

    Die Regionalklasse basiert auf deinem Zulassungsbezirk und dessen Schadensbilanz. In Deutschland gibt es etwa 400 Bezirke. Großstädte haben meist höhere Regionalklassen und damit teurere Tarife als ländliche Gebiete.

    Q

    Kann ich meine Schadenfreiheitsklasse übertragen?

    Ja, die SF-Klasse kann innerhalb der Familie übertragen werden, meist von Eltern oder Großeltern auf Kinder. Die Übertragung muss bei der Versicherung beantragt werden und ist oft nur möglich, wenn der Übertragende sein Auto abmeldet oder verstorben ist.

    Q

    Was bedeutet grobe Fahrlässigkeit bei der Autoversicherung?

    Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn du beim Fahren aufs Handy schaust, rote Ampeln überfährst oder alkoholisiert fährst. Ohne entsprechenden Versicherungsschutz kann die Versicherung die Zahlung ganz oder teilweise verweigern. Der Einschluss kostet meist nur 10-20 Euro extra pro Jahr.

  • Private Krankenversicherung: Umfassender Ratgeber

    Private Krankenversicherung: Umfassender Ratgeber

    Themen in diesem Artikel:

    • Unterschiede zwischen GKV und PKV: Beitragsberechnung, Aufnahmekriterien und grundlegende Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung im direkten Vergleich
    • Leistungen der privaten Krankenversicherung: Umfassende Versorgung in ambulanten, stationären und zahnärztlichen Bereichen sowie Krankentagegeld und Pflegepflichtversicherung
    • Ambulante Versorgung: Freie Arztwahl, Facharztbesuche ohne Überweisung und Behandlungen beim Heilpraktiker mit umfangreicher Kostenübernahme
    • Stationäre Versorgung: Chefarztbehandlung, Einzel- oder Zweibettzimmer und freie Krankenhauswahl ohne Zuzahlungen bei stationären Aufenthalten
    • Zahnärztliche Versorgung: Bis zu 100 Prozent Kostenerstattung bei Zahnbehandlungen und 90 Prozent bei Zahnersatz ohne Materialeinschränkungen
    • Krankentagegeld: Finanzielle Absicherung bei längerer Krankheit ohne zeitliche Begrenzung im Gegensatz zum gesetzlichen Krankengeld
    • Voraussetzungen für die PKV: Welche Personengruppen sich privat krankenversichern können und welche Einkommensgrenzen gelten

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Private Krankenversicherung: Ihr Ratgeber

    In Deutschland musst du krankenversichert sein, wenn du länger als ein halbes Jahr hier gemeldet bist. Die gesetzliche Krankenversicherungspflicht macht das zur Pflicht. Doch erfüllst du bestimmte Voraussetzungen, kannst du frei zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen. Die private Krankenversicherung bietet dir dabei oft umfangreichere Leistungen und individuellere Tarife als die gesetzliche Variante. Welche konkreten Voraussetzungen du erfüllen musst, welche Vorteile die PKV bietet und welche Regelungen für dich gelten, erfährst du in diesem umfassenden Ratgeber.

    Privat oder gesetzlich: Die größten Unterschiede

    Die gesetzliche Krankenversicherung nimmt jeden Menschen auf – völlig unabhängig von Einkommen, Alter oder Krankengeschichte. Zwar existieren zahlreiche Krankenkassen, doch die enthaltenen Leistungen sind zum Großteil identisch. Der Beitrag zur GKV beträgt einen festen Prozentsatz deines Bruttomonatseinkommens, aktuell 14,6 Prozent (Stand: November 2022). Diesen Betrag teilst du dir mit deinem Arbeitgeber. Hinzu kommt der Zusatzbeitrag, der von Kasse zu Kasse unterschiedlich ausfällt und ebenfalls zu gleichen Teilen getragen wird. Dabei wird der Beitrag nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze berechnet: Einkommen darüber hinaus bleibt unberücksichtigt.

    📌 Gut zu wissen

    Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2024 bei 5.175 Euro monatlich. Verdienst du mehr, steigt dein GKV-Beitrag nicht weiter an – anders als in der PKV, wo der Beitrag unabhängig vom Einkommen kalkuliert wird.

    Private Krankenversicherungen können hingegen frei entscheiden, wen sie als Mitglied aufnehmen. Junge, gesunde Personen werden bevorzugt, da sie üblicherweise weniger Kosten verursachen. Für diese Gruppe fallen auch die Beiträge meist niedriger aus als für ältere oder kranke Versicherte. Die Leistungen der PKV werden individuell und bedürfnisgerecht mit dir vereinbart, sodass die tariflichen Kosten auch dem tatsächlichen Nutzen entsprechen. Einen Teil des Beitrags trägt – wie auch bei der GKV – dein Arbeitgeber. Dieser Arbeitgeberanteil beträgt aktuell 7,95 Prozent deines monatlichen Bruttogehalts zuzüglich 50 Prozent des durchschnittlichen Zusatzbeitrags in der GKV (Stand: November 2022).

    Leistungen der privaten Krankenversicherung

    Eine PKV übernimmt je nach Tarif deutlich umfangreichere Leistungen und Behandlungen als eine gesetzliche Krankenversicherung. Diese Leistungen gliedern sich in die Bereiche der ambulanten, stationären und zahnärztlichen Versorgung sowie Krankentagegeld und Pflegepflichtversicherung auf. Jeder dieser Bereiche bietet dir spezifische Vorteile, die über die Grundversorgung der GKV hinausgehen.

    Ambulante Versorgung

    In der privaten Krankenversorgung profitierst du von freier Arztwahl – einschließlich Facharztbesuchen ohne Überweisung oder der Behandlung beim Heilpraktiker. Dabei können alle anerkannten Medikamente und Behandlungsmethoden angewandt werden. Je nach Vereinbarung mit deinem Versicherer stehen Medikamente sowie Verbands-, Heil- und Hilfsmittel ohne Zuzahlung zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise Sehhilfen oder Hörgeräte, aber auch Massageanwendungen. Diese umfassende Versorgung gilt entweder innerhalb Europas oder weltweit, je nach gewähltem Tarif.

    💡 Tipp

    Vergleiche bei der Tarifwahl genau, ob weltweiter Schutz oder nur EU-Schutz enthalten ist. Reist du häufig außerhalb Europas, lohnt sich der oft nur geringfügig teurere weltweite Schutz definitiv – so vermeidest du böse Überraschungen bei Auslandsaufenthalten.

    Stationäre Versorgung

    Von der freien Krankenhauswahl über die Unterbringung im Einzel- oder Zweibettzimmer bis hin zum Anspruch auf Chefarztbehandlung: Auch bei stationären Aufenthalten kommt dir eine private Krankenversicherung zugute, wahlweise europa- oder weltweit. Üblicherweise werden für Privatpatient:innen bei Krankenhausaufenthalten keine Zuzahlungen fällig. Gesetzlich Versicherte zahlen hingegen einen Beitrag von zehn Euro pro Tag Krankenhausaufenthalt bis maximal 28 Aufenthaltstagen jährlich. Diese finanzielle Entlastung macht sich besonders bei längeren oder wiederholten Klinikaufenthalten bemerkbar.

    Zahnärztliche Versorgung

    Die zahnärztliche Versorgung ist für privat Versicherte deutlich umfangreicher als bei der GKV. Je nach Tarif werden bis zu 100 Prozent der Zahnbehandlungskosten und bis zu 90 Prozent der Kosten für Zahnersatz und kieferchirurgische Behandlungen erstattet. Dabei gibt es keine Einschränkungen in Hinblick auf bestimmte Materialien oder Behandlungsmethoden. Du kannst also frei entscheiden, welche Qualität und welches Material bei deinem Zahnersatz zum Einsatz kommen sollen, ohne auf hohen Eigenkosten sitzen zu bleiben.

    📌 Gut zu wissen

    Viele PKV-Tarife haben Zahnstaffeln in den ersten Jahren. Das bedeutet, die Erstattung ist in den ersten 3-5 Versicherungsjahren begrenzt (z.B. max. 1.000 Euro im ersten Jahr). Plane größere Zahnbehandlungen daher rechtzeitig oder wähle einen Tarif ohne Zahnstaffel.

    Krankentagegeld

    Bist du für einen längeren Zeitraum krankgeschrieben, muss dein Arbeitgeber dir bis zu sechs Wochen lang weiterhin dein volles Gehalt zahlen. Danach springt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse ein, die ab diesem Zeitpunkt 78 Wochen lang 70 Prozent des Bruttoeinkommens, maximal jedoch 90 Prozent des Nettoverdiensts als Krankengeld auszahlt. Privatversicherte erhalten hingegen kein Krankengeld, können aber durch eine Krankentagegeldversicherung die Lücke schließen, um weiterhin ihre Ausgaben zu decken. Im Gegensatz zum Krankengeld gibt es beim Krankentagegeld keine Leistungshöchstdauer: Es wird gezahlt, bis deine Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt ist.

    💡 Tipp

    Kalkuliere dein Krankentagegeld so, dass es 80-90% deines Nettoeinkommens abdeckt. Bedenke dabei auch laufende Fixkosten wie Miete, Versicherungen und Lebenshaltungskosten. Eine zu niedrige Absicherung kann bei längerer Krankheit schnell zur finanziellen Belastung werden.

    Pflegepflichtversicherung

    Eine Pflegeversicherung ist für deutsche Bürger:innen Pflicht. Je nachdem, ob du privat oder gesetzlich krankenversichert bist, musst du dich auch privat oder gesetzlich pflegeversichern lassen. Zusätzlich kannst du in der privaten Versicherung auch eine Pflegezusatzversicherung abschließen, die ergänzende Leistungen umfasst. Diese kann beispielsweise die Kosten eines ambulanten Pflegedienstes oder einer stationären Unterbringung decken und bietet dir damit zusätzliche finanzielle Sicherheit im Pflegefall.

    Wer kann sich privat krankenversichern lassen?

    Nicht jede:r kann in einer privaten Krankenversicherung aufgenommen werden – dazu müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die Mitgliedschaft in einer PKV ist grundsätzlich möglich für Angestellte, deren Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt.

    📌 Gut zu wissen

    Die Versicherungspflichtgrenze liegt 2024 bei 69.300 Euro Jahresbruttoeinkommen. Du musst dieses Einkommen mindestens ein Jahr lang überschritten haben und auch im Folgejahr darüber liegen, um wechseln zu können. Selbstständige, Freiberufler und Beamte können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Was ist der Hauptunterschied zwischen GKV und PKV?

    Die GKV nimmt jeden auf und berechnet Beiträge prozentual vom Einkommen (14,6% plus Zusatzbeitrag). Die PKV wählt Mitglieder nach Gesundheitszustand aus und bietet individuell vereinbarte Leistungen mit risikoangepassten Beiträgen, die unabhängig vom Einkommen sind.

    Q

    Kann ich als Angestellter jederzeit in die PKV wechseln?

    Nein, als Angestellter musst du die Versicherungspflichtgrenze von 69.300 Euro Jahresbruttoeinkommen (2024) überschreiten. Zudem muss dein Einkommen mindestens ein Jahr lang über dieser Grenze liegen und auch im Folgejahr darüber bleiben.

    Q

    Wie viel zahlt mein Arbeitgeber zur PKV dazu?

    Der Arbeitgeberanteil beträgt 7,95 Prozent deines monatlichen Bruttogehalts plus 50 Prozent des durchschnittlichen GKV-Zusatzbeitrags. Dieser Zuschuss ist jedoch auf die Hälfte deines tatsächlichen PKV-Beitrags begrenzt.

    Q

    Werden Vorerkrankungen in der PKV berücksichtigt?

    Ja, bei der Aufnahme in die PKV findet eine Gesundheitsprüfung statt. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder im schlimmsten Fall zur Ablehnung führen. Eine ehrliche Angabe aller Vorerkrankungen ist Pflicht, da falsche Angaben zum Verlust des Versicherungsschutzes führen können.

    Q

    Kann ich von der PKV zurück in die GKV wechseln?

    Ein Wechsel zurück in die GKV ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich: Als Angestellter wenn dein Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze fällt, bei Arbeitslosigkeit oder bei Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Ab 55 Jahren ist der Wechsel zurück nahezu unmöglich.

    Q

    Sind meine Kinder in der PKV mitversichert?

    Anders als in der GKV gibt es in der PKV keine kostenlose Familienversicherung. Jedes Familienmitglied benötigt einen eigenen Vertrag mit eigenem Beitrag. Für Kinder gibt es jedoch spezielle, günstigere Kindertarife ohne Altersrückstellungen.

  • Private Krankenversicherung für Soldaten: Lücken der Heilfürsorge schließen

    Private Krankenversicherung für Soldaten: Lücken der Heilfürsorge schließen

    Themen in diesem Artikel:

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Als Soldat:in der deutschen Bundeswehr profitierst du von der beitragsfreien Heilfürsorge des Bundes. Diese truppenärztliche Versorgung deckt alle Behandlungskosten während deiner aktiven Dienstzeit ab. Doch die Heilfürsorge entspricht lediglich einer Grundversorgung – ähnlich einer gesetzlichen Krankenversicherung. Die daraus entstehende Versorgungslücke kannst du mit einer privaten Krankenversicherung schließen. Besonders wichtig wird dieser Schutz, wenn du das 55. Lebensjahr erreichst und aus der Bundeswehr ausscheidest. Dann erlischt dein Anspruch auf Heilfürsorge, und du erhältst nur noch eine Beihilfe, die 50 bis 70 Prozent deiner Behandlungskosten abdeckt.

    Warum brauchen Soldat:innen eine private Krankenversicherung?

    Ob du als freiwillige:r Wehrdienstleistende:r (FWD), Zeit- oder Berufssoldat:in dienst – während deiner aktiven Zeit bei der Bundeswehr bist du über die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung des Bundes krankenversichert. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist diese als freie Heilfürsorge bekannt.

    Der Leistungsumfang der Heilfürsorge entspricht etwa dem einer gesetzlichen Krankenversicherung. Das bedeutet: Du musst mit den üblichen Versorgungslücken rechnen, etwa bei Zahnersatz, heilpraktischen Behandlungen oder der Erstattung von Sehhilfen. Diese Lücken kannst du mit einer privaten Restkostenversicherung schließen.

    📌 Gut zu wissen

    Die Heilfürsorge deckt nur Grundleistungen ab. Hochwertige Zahnbehandlungen, Sehhilfen oder heilpraktische Behandlungen musst du meist selbst zahlen. Mit Erreichen des 55. Lebensjahres endet zudem dein Anspruch komplett – ohne private Vorsorge stehst du dann nur mit einer teilweisen Beihilfe da.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft deine Zukunft nach der Bundeswehr. Mit Erreichen des 55. Lebensjahres erlischt dein Anspruch auf Heilfürsorge, da du zu diesem Zeitpunkt aus der Bundeswehr ausscheidest. Der Bund gewährt pensionierten Truppenangehörigen zwar die sogenannte Beihilfe, diese deckt jedoch lediglich 50 bis 70 Prozent der Kosten zur ärztlichen Versorgung ab. Die verbleibenden Kosten musst du selbst tragen oder durch eine private Versicherung absichern.

    Private Versicherungsanbieter haben für diese Situation eine spezielle Police entwickelt: Mit der sogenannten Restkostenversicherung kannst du Versicherungslücken sowohl in deiner aktiven Dienstzeit als auch im Ruhestand schließen. Diese Police ist speziell auf die Bedürfnisse von Soldatinnen und Soldaten zugeschnitten.

    Pflicht: Pflegepflichtversicherung

    Obwohl du als Bundeswehrangehörige:r beitragsfreien Anspruch auf truppenärztliche Versorgung im Rahmen der Heilfürsorge hast, bist du weder automatisch pflegeversichert, noch übernimmt der Bund die Beiträge zur Pflegeversicherung für dich.

    Du musst deshalb eine Pflegepflichtversicherung abschließen und die Beiträge dafür selbst zahlen. Diese Versicherung ist für Truppenangehörige verpflichtend. Wenn du ohne Pflegeversicherung in die Bundeswehr eintrittst, drohen dir nicht nur Beitragsnachzahlungen, sondern auch Bußgelder. Die Pflegeversicherung ist ein eigenständiger Versicherungsschutz, der unabhängig von der Heilfürsorge besteht.

    💡 Tipp

    Schließe deine Pflegepflichtversicherung bei einem privaten Anbieter ab. Die Beiträge sind dort meist deutlich günstiger als in der gesetzlichen Pflegeversicherung und du kannst den Tarif flexibler an deine Bedürfnisse anpassen. Voraussetzung dafür ist eine Anwartschaftsversicherung.

    Du hast die Wahl, deine Pflegeversicherung bei einer gesetzlichen Kasse oder einem privaten Anbieter abzuschließen. Weil die Beiträge bei gesetzlichen Kassen oftmals deutlich höher sind, entscheiden sich die meisten Bundeswehrangehörigen für eine private Pflegepflichtversicherung. Diese bietet in der Regel ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und lässt sich flexibler an deine individuellen Bedürfnisse anpassen.

    Quick-Tipp: Die Anwartschaftsversicherung

    Voraussetzung für den Abschluss einer privaten Pflegepflichtversicherung ist eine sogenannte Anwartschaftsversicherung. Diese sichert dir wichtige Rechte für deine Zukunft. Dabei wird zwischen der kleinen und der großen Anwartschaft unterschieden, die jeweils unterschiedliche Vorteile bieten.

    Die kleine Anwartschaft ermöglicht dir den Eintritt in die PKV zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb deiner aktiven Dienstzeit – und zwar ohne eine neue Gesundheitsprüfung. Das bedeutet konkret: Dein aktueller Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Abschlusses der Anwartschaft ist Grundlage für eine spätere Aufnahme in eine private Krankenversicherung. Dies ermöglicht dir in der Regel günstigere Tarife, da eventuelle gesundheitliche Veränderungen in der Zukunft keine Rolle mehr spielen.

    Die große Anwartschaft geht noch einen Schritt weiter. Zusätzlich zu den Vorteilen der kleinen Anwartschaft werden während deiner aktiven Dienstzeit bereits Rückstellungen fürs Alter gebildet. Du kannst so beim späteren Eintritt in eine private Krankenversicherung von niedrigeren Beiträgen profitieren – sowohl in der aktiven Dienstzeit als auch im Ruhestand. Diese Altersrückstellungen sorgen dafür, dass deine Beiträge im Alter nicht stark ansteigen, was bei einer PKV ohne solche Rückstellungen der Fall wäre.

    💡 Tipp

    Entscheide dich für die große Anwartschaft, wenn du langfristig bei der Bundeswehr bleiben möchtest. Die höheren monatlichen Beiträge zahlen sich durch die Altersrückstellungen aus – du sparst später bei deiner PKV oft mehrere hundert Euro pro Monat.

    Wie sind Kinder von Soldat:innen krankenversichert?

    Die Kinder von Soldat:innen haben Anspruch auf Beihilfe: Der Bund übernimmt für sie 80 Prozent der ärztlichen Versorgungskosten. Allerdings muss in Deutschland jede Bürgerin und jeder Bürger einen hundertprozentigen Krankenversicherungsschutz vorweisen. Diese gesetzliche Vorgabe gilt auch für Soldatenkinder.

    Für die offenen 20 Prozent musst du deshalb für deine Kinder eine Restkostenversicherung abschließen. Aufgrund der tariflichen Vorteile gegenüber einer freiwilligen GKV handelt es sich dabei in der Regel um eine private Krankenversicherung. Je nach Anbieter und gewähltem Tarif belaufen sich die monatlichen Kosten für eine private Restkostenversicherung für Soldatenkinder auf etwa 40 bis 50 Euro pro Monat und Kind. Diese Kosten können je nach Leistungsumfang und Versicherungsanbieter variieren.

    📌 Gut zu wissen

    Die Anwartschaftsversicherung sichert dir ein garantiertes Recht auf Kindesnachversicherung ohne Gesundheitsprüfung. Neugeborene können innerhalb der ersten acht Wochen in die PKV aufgenommen werden – unabhängig von ihrem Gesundheitszustand bei der Geburt. Dies ist besonders wertvoll bei Frühgeburten oder angeborenen Erkrankungen.

    Tipp: Schutzschirm für die ganze Familie

    Mit dem Premium-Versicherungspaket der Gold oder Platinum Card ist auch deine Familie auf Reisen bestens abgesichert. Diese Karten bieten umfassende Reiseversicherungsleistungen, die über die normale Krankenversicherung hinausgehen und speziell für Familien konzipiert sind.

    Diese Leistungen sollte eine PKV für Soldat:innen enthalten

    Im Unterschied zu privaten Krankenversicherungen für übliche Arbeitnehmer:innen, die meist vollumfängliche Leistungen beinhalten, hat die PKV bei Soldatinnen und Soldaten nur eine ergänzende Funktion. Daraus resultiert, dass deine private Krankenversicherung als Soldat:in speziell auf die Lücken der Heilfürsorge zugeschnitten sein sollte.

    Die Restkostenversicherung sollte vor allem jene Bereiche abdecken, die von der Heilfürsorge nicht oder nur teilweise übernommen werden. Dazu gehören insbesondere hochwertige Zahnbehandlungen und Zahnersatz, heilpraktische Behandlungen sowie die Erstattung von Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen. Auch Behandlungen im Ausland, die über die Grundversorgung hinausgehen, sollten in deinem Tarif enthalten sein.

    💡 Tipp

    Achte bei der Tarifwahl besonders auf Zahnleistungen und Auslandskrankenversicherung. Diese Bereiche werden von der Heilfürsorge kaum abgedeckt. Ein guter PKV-Tarif erstattet mindestens 80% für Zahnersatz und bietet weltweiten Schutz ohne zeitliche Begrenzung bei Auslandseinsätzen.

    Für die Zeit nach deiner aktiven Dienstzeit ist es wichtig, dass deine PKV nahtlos an die Beihilfe anschließt und die verbleibenden 30 bis 50 Prozent der Behandlungskosten abdeckt. Achte darauf, dass dein Tarif auch im Ruhestand bezahlbar bleibt und keine unverhältnismäßigen Beitragssteigerungen vorsieht. Die große Anwartschaft mit ihren Altersrückstellungen kann hier einen entscheidenden Unterschied machen.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Ist eine private Krankenversicherung für Soldat:innen Pflicht?

    Nein, die PKV ist nicht verpflichtend. Pflicht ist nur die Pflegepflichtversicherung. Eine private Krankenversicherung als Restkostenversicherung ist jedoch sinnvoll, um Versorgungslücken der Heilfürsorge zu schließen und für die Zeit nach dem 55. Lebensjahr vorzusorgen.

    Q

    Was kostet eine Restkostenversicherung für Soldatenkinder?

    Die monatlichen Kosten für eine private Restkostenversicherung für Soldatenkinder liegen je nach Anbieter und Tarif bei etwa 40 bis 50 Euro pro Monat und Kind. Diese deckt die 20 Prozent ab, die nicht durch die Beihilfe des Bundes übernommen werden.

    Q

    Was ist der Unterschied zwischen kleiner und großer Anwartschaft?

    Die kleine Anwartschaft sichert den PKV-Eintritt ohne neue Gesundheitsprüfung. Die große Anwartschaft bildet zusätzlich Altersrückstellungen, wodurch du sowohl während der Dienstzeit als auch im Ruhestand von niedrigeren Beiträgen profitierst.

    Q

    Wann endet die Heilfürsorge für Soldat:innen?

    Der Anspruch auf Heilfürsorge erlischt mit Erreichen des 55. Lebensjahres und dem damit einhergehenden Ausscheiden aus der Bundeswehr. Danach erhältst du als pensionierte:r Truppenangehörige:r eine Beihilfe, die nur 50 bis 70 Prozent der Versorgungskosten abdeckt.

    Q

    Welche Leistungen deckt die Heilfürsorge nicht ab?

    Die Heilfürsorge entspricht einer Grundversorgung ähnlich der GKV. Nicht oder nur teilweise abgedeckt sind hochwertiger Zahnersatz, heilpraktische Behandlungen, Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen sowie Behandlungen im Ausland über die Grundversorgung hinaus.

    Q

    Können Neugeborene ohne Gesundheitsprüfung versichert werden?

    Ja, durch die Anwartschaftsversicherung hast du ein garantiertes Recht auf Kindesnachversicherung. Neugeborene können innerhalb der ersten acht Wochen ohne Gesundheitsprüfung in die PKV des versicherten Elternteils aufgenommen werden, unabhängig vom Gesundheitszustand bei der Geburt.

  • Private Krankenversicherung für Lehrer: Beihilfe nutzen & sparen

    Private Krankenversicherung für Lehrer: Beihilfe nutzen & sparen

    Themen in diesem Artikel:

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Private Krankenversicherung: Für verbeamtete Lehrer:innen und Referendar:innen eine attraktive Alternative

    Verbeamtete Lehrer:innen können sich dank der staatlichen Beihilfe in privaten Beihilfetarifen besonders günstig krankenversichern. Die private Krankenversicherung kostet sie oft nur einen Bruchteil dessen, was sie für eine gesetzliche Krankenversicherung zahlen würden – bei gleichzeitig besserem Leistungsumfang. Der Grund: Der Dienstherr übernimmt zwischen 50 und 80 Prozent der Krankheitskosten, sodass nur der restliche Anteil versichert werden muss. Referendar:innen profitieren zusätzlich von subventionierten Tarifen. Die gesetzliche Krankenversicherung ist für verbeamtete Lehrer:innen meist die deutlich teurere Alternative, da der Beihilfeanspruch dann erlischt und sie die Beiträge vollständig alleine tragen müssen.

    Wann sich Lehrer:innen privat krankenversichern können

    Die Möglichkeit zur privaten Krankenversicherung hängt entscheidend von deinem Beschäftigungsverhältnis ab. Als angestellte:r Lehrer:in bist du grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenkasse versicherungspflichtig. Nur wenn dein Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt, kannst du dich für eine freiwillige Mitgliedschaft bei einer privaten Krankenversicherung entscheiden.

    Verbeamtete Lehrer:innen genießen dagegen deutlich mehr Freiheit. Du bist unabhängig von deinem Einkommen von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse befreit und hast immer die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Diese Wahlfreiheit eröffnet dir attraktive Möglichkeiten, insbesondere in Kombination mit der staatlichen Beihilfe.

    PKV durch Beihilfe für verbeamtete Lehrer:innen besonders attraktiv

    Als verbeamtete:r Lehrer:in, Beamtenanwärter:in oder Beamt:in auf Probe, Zeit oder Widerruf hast du einen Anspruch auf Beihilfe vom Staat. Dieser Anspruch macht die private Krankenversicherung für dich besonders interessant. Dein Dienstherr übernimmt einen erheblichen Teil deiner Krankheitskosten – allerdings nur, wenn du privat versichert bist.

    Die Beihilfestelle zahlt zwischen 50 und 80 Prozent deiner Krankheitskosten. Die genaue Höhe richtet sich nach deinem Bundesland und der Anzahl der beihilfeberechtigten Personen in deinem Haushalt, also deinen Kindern und dem:der geringverdienenden Ehepartner:in. Da nur der restliche Kostenanteil mit einer Krankenversicherung abgedeckt werden muss, kannst du dich mit speziellen beihilfekonformen Tarifen deutlich günstiger versichern als andere Privatpatient:innen.

    💡 Tipp

    Prüfe vor dem Wechsel zur PKV genau deinen Beihilfesatz und die genauen Regelungen deines Bundeslandes. Sammle alle Unterlagen zu deiner Besoldung und berechne konkret, wie viel du durch die Beihilfe sparen kannst. Ein unabhängiger Versicherungsberater kann dir dabei helfen, die optimale Kombination aus Beihilfe und PKV-Tarif zu finden.

    Entscheidest du dich dagegen für die gesetzliche Krankenversicherung, erlischt dein Beihilfeanspruch. Du musst die Beiträge vollständig alleine tragen und erhältst keinen Zuschuss im Krankheitsfall. Diese finanzielle Belastung macht die GKV für verbeamtete Lehrer:innen meist zur teureren Option.

    📌 Gut zu wissen

    In fünf Bundesländern erhalten verbeamtete Lehrer:innen seit Kurzem auch einen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung: Hamburg, Berlin, Thüringen, Bremen und Brandenburg zahlen eine pauschale Beihilfe. Diese soll die Wahlfreiheit zwischen GKV und PKV unterstützen. Informiere dich genau über die Regelungen in deinem Bundesland, da sich diese ändern können.

    Da angestellte Lehrer:innen keine Beihilfe erhalten, spielt es finanziell eine geringere Rolle, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern. Egal für welche Variante du dich entscheidest, teilst du dir die Kosten mit deinem Dienstherrn, so wie andere Angestellte auch.

    PKV in vielen Fällen günstiger als GKV

    Mit einer privaten Krankenversicherung hast du als verbeamtete:r Lehrer:in in der Regel eine deutlich geringere Kostenbelastung bei besserem Leistungsumfang. Dies ist der Grund, warum sich viele verbeamtete Lehrer:innen für eine private Krankenversicherung entscheiden. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung spielt die Höhe deiner Besoldung für die Versicherungsprämie keine Rolle. Sie richtet sich nach deinem Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Beihilfesatz.

    Bei der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich die Höhe der Beiträge dagegen nach deinem Einkommen. Da zudem der Beihilfeanspruch wegfällt, ist sie meist deutlich teurer als die private Krankenversicherung. Eine gesetzliche Versicherung kann jedoch infrage kommen, wenn Vorerkrankungen oder Handicaps bestehen. Dann kann der Beitrag zur PKV schnell teuer werden oder du musst Leistungsausschlüsse in Kauf nehmen.

    Wie groß der Beitragsunterschied sein kann, wird an einem konkreten Beispiel deutlich: Eine 41-jährige Lehrerin mit einem Bruttogehalt von 4.100 Euro würde in der GKV ungefähr 730 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen. Mit einem Beihilfesatz von 70 Prozent und ohne Vorerkrankungen kostet sie eine gute private Krankenversicherung dagegen nur etwa 200 Euro. Das sind monatlich 530 Euro Ersparnis, die du für andere Dinge nutzen kannst.

    💡 Tipp

    Nutze Online-Vergleichsrechner, um verschiedene PKV-Tarife zu vergleichen. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf wichtige Leistungen wie freie Arztwahl, Chefarztbehandlung und Einzelzimmer im Krankenhaus. Hole dir mindestens drei konkrete Angebote ein und lass dir Zeit für die Entscheidung – ein Wechsel zurück in die GKV ist später oft nicht mehr möglich.

    Die Rolle von Vorerkrankungen bei der Versicherungswahl

    Die Gesundheitsprüfung bei der privaten Krankenversicherung ist ein wichtiger Faktor für deine Entscheidung. Der Versicherer prüft deinen Gesundheitszustand genau und kann bei Vorerkrankungen Risikozuschläge verlangen oder bestimmte Leistungen ausschließen. Diese Zuschläge können die monatlichen Beiträge erheblich erhöhen und den Kostenvorteil der PKV schmälern oder sogar zunichte machen.

    📌 Gut zu wissen

    Bei der Gesundheitsprüfung musst du alle Behandlungen der letzten 5-10 Jahre angeben. Verschweigst du Vorerkrankungen, kann der Versicherer später die Kostenübernahme verweigern oder sogar vom Vertrag zurücktreten. Besorge dir deshalb vorab Patientenakten von deinen Ärzten und beantworte alle Fragen wahrheitsgemäß. Eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern kann dir zeigen, mit welchen Konditionen du rechnen musst.

    In solchen Fällen kann die gesetzliche Krankenversicherung die bessere Wahl sein, auch wenn du auf die Beihilfe verzichten musst. Die GKV nimmt dich ohne Gesundheitsprüfung auf und bietet dir vollständigen Versicherungsschutz ohne Leistungsausschlüsse. Du solltest beide Optionen sorgfältig durchrechnen und dabei auch langfristige Perspektiven berücksichtigen.

    Diese Möglichkeiten haben Referendar:innen

    Für Lehramtsreferendar:innen gelten im Grunde die gleichen Regelungen wie für Lehrer:innen. Als angestellte:r Referendar:in musst du dich in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. In den meisten Bundesländern wirst du jedoch verbeamtet und erhältst damit Zugang zur Beihilfe und zu besonders günstigen privaten Krankenversicherungstarifen.

    Referendar:innen profitieren zusätzlich von subventionierten Tarifen, die speziell für ihre Situation entwickelt wurden. Diese Tarife berücksichtigen das geringere Einkommen während der Ausbildungszeit und bieten dennoch umfassenden Versicherungsschutz. Nach der Verbeamtung kannst du dann in reguläre Beihilfetarife wechseln, die optimal auf deine neue Situation zugeschnitten sind.

    💡 Tipp

    Als Referendar:in solltest du dich frühzeitig um deine Krankenversicherung kümmern – idealerweise schon vor Beginn des Referendariats. Viele Versicherer bieten spezielle Anwärtertarife mit reduzierten Beiträgen an. Diese kannst du später ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen regulären Tarif umwandeln. So sicherst du dir deinen guten Gesundheitszustand für die Zukunft.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Können sich alle Lehrer:innen privat krankenversichern?

    Nein, nur verbeamtete Lehrer:innen können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern. Angestellte Lehrer:innen benötigen ein Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze (2024: 69.300 Euro jährlich) für die private Krankenversicherung.

    Q

    Was ist die Beihilfe und wer erhält sie?

    Die Beihilfe ist ein staatlicher Zuschuss zu Krankheitskosten für verbeamtete Lehrer:innen, Beamtenanwärter:innen und Referendar:innen. Der Dienstherr übernimmt 50 bis 80 Prozent der Krankheitskosten bei privater Versicherung. Die genaue Höhe hängt vom Bundesland und der familiären Situation ab.

    Q

    Wie viel günstiger ist die PKV für verbeamtete Lehrer:innen?

    Die PKV kann deutlich günstiger sein. Eine 41-jährige Lehrerin zahlt etwa 200 Euro monatlich in der PKV statt 730 Euro in der GKV, spart also rund 530 Euro monatlich. Die genaue Ersparnis hängt von Alter, Gesundheitszustand und Beihilfesatz ab.

    Q

    Kann ich später wieder in die GKV wechseln?

    Ein Wechsel zurück in die GKV ist für Beamte nur in Ausnahmefällen möglich, etwa bei Verlust des Beamtenstatus oder bei Unterschreiten der Versicherungspflichtgrenze als Angestellte:r. Ab 55 Jahren ist der Wechsel zurück nahezu unmöglich. Die Entscheidung für die PKV sollte daher gut überlegt sein.

    Q

    Wann ist die GKV trotzdem die bessere Wahl?

    Bei schweren Vorerkrankungen, chronischen Leiden oder wenn mehrere Kinder geplant sind, kann die GKV vorteilhafter sein. Die PKV kann dann hohe Risikozuschläge verlangen oder Leistungen ausschließen. Auch wenn der Ehepartner nicht berufstätig ist, kann die kostenlose Familienversicherung der GKV günstiger sein.

    Q

    Welche Besonderheiten gelten für Referendar:innen?

    Referendar:innen werden in den meisten Bundesländern verbeamtet und erhalten Beihilfe. Sie profitieren von speziellen Anwärtertarifen mit reduzierten Beiträgen während der Ausbildung. Nach der Übernahme können sie ohne erneute Gesundheitsprüfung in reguläre Beihilfetarife wechseln.

  • Private Krankenversicherung für Studenten: Lohnt sich der Wechsel?

    Private Krankenversicherung für Studenten: Lohnt sich der Wechsel?

    Themen in diesem Artikel:

    • Versicherungspflicht im Studium: Studierende werden mit Immatrikulation gesetzlich versicherungspflichtig, können sich aber unter bestimmten Bedingungen privat versichern lassen.
    • Familienversicherung und Kosten: Bis zum 25. Lebensjahr sind Studierende über die Eltern kostenfrei mitversichert, danach zahlen sie etwa 100 Euro monatlich.
    • Befreiung von der GKV: Der Wechsel zur PKV ist nur zu drei Zeitpunkten möglich – diese Entscheidung gilt bis zum Studienende.
    • Wann ist die PKV sinnvoll: Junge, gesunde Studierende profitieren von besseren Leistungen und günstigen Beiträgen, besonders bei Beihilfeanspruch der Eltern.
    • Ende der Versicherungspflicht: Die gesetzliche Versicherungspflicht endet mit 30 Jahren, bei Jobwechsel oder bestimmten Nebentätigkeiten auch früher.

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Private Krankenversicherung für Studenten:innen: Ist das wirklich sinnvoll?

    Als Student:in stehst du vor einer wichtigen Entscheidung: Private oder gesetzliche Krankenversicherung? Die private Krankenversicherung bietet dir sehr gute Leistungen und kann für junge, gesunde Menschen sogar günstiger sein als die gesetzliche Alternative. Doch Vorsicht – diese Wahl begleitet dich durchs gesamte Studium und möglicherweise weit darüber hinaus. Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenkasse ist während des Studiums ausgeschlossen und auch danach nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

    Krankenversicherung für Student:innen: Was du wissen musst

    Mit deiner Einschreibung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule wirst du automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig. Das gilt selbst dann, wenn du zuvor Mitglied in einer privaten Krankenversicherung warst. Diese Versicherungspflicht ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Überlegungen zur Krankenversicherung im Studium.

    Familienversicherung: Die kostenfreie Option bis 25

    Sind deine Eltern Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse, profitierst du von einem besonderen Vorteil: Du bist bis zum 25. Lebensjahr über die Familienversicherung mitversichert und zahlst keinen einzigen Euro für deinen Versicherungsschutz. Diese Regelung gilt allerdings nicht, wenn deine Eltern privat versichert sind oder du parallel zum Studium einem sozialversicherungspflichtigen Nebenjob nachgehst.

    In diesen Fällen musst du dich in der studentischen Krankenversicherung versichern. Die gute Nachricht: Die Beiträge sind bezuschusst und deswegen besonders günstig. Je nach Krankenkasse und Zusatzbeitrag liegt dein monatlicher Versicherungsbeitrag bei etwa 100 Euro – ein überschaubarer Betrag für umfassenden Gesundheitsschutz.

    💡 Tipp

    Prüfe rechtzeitig vor deinem 25. Geburtstag deine Versicherungsoptionen! Vergleiche mindestens 3-4 verschiedene Krankenkassen und deren Zusatzbeiträge. Selbst kleine Unterschiede von 0,5% können über die Jahre mehrere hundert Euro ausmachen. Nutze Online-Vergleichsportale und achte dabei besonders auf Zusatzleistungen wie Zahnreinigung oder alternative Heilmethoden.

    Auch wenn du länger als die Regelstudienzeit an der Uni eingeschrieben bist, bleibst du gesetzlich krankenversichert. Mit Erreichen des 30. Lebensjahrs endet zwar die studentische Krankenversicherung, danach wirst du jedoch freiwillig gesetzlich versichert. In Ausnahmefällen ist die studentische Versicherung sogar bis zum 37. Lebensjahr möglich. Die freiwillige Versicherung ist allerdings etwas teurer – der Pflichtbeitrag lag 2022 bei 170 Euro monatlich.

    Die Notwendigkeit einer privaten Krankenversicherung besteht für dich als Student:in also nicht grundsätzlich, da du über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert bist. Dennoch steht es allen Student:innen frei, sich in einer privaten Krankenversicherung zu versichern.

    Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherung: Deine drei Zeitfenster

    Du kannst dich von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse befreien lassen, wenn du eine alternative Absicherung nachweist – also eine private Krankenversicherung abschließt. Als Student:in privat versichert zu sein, ist jedoch nur zu drei spezifischen Zeitpunkten möglich.

    Zu Beginn des Studiums hast du ab Immatrikulation drei Monate Zeit, passende Angebote zu suchen und einen Versicherungsvertrag abzuschließen. Dieses Zeitfenster solltest du nutzen, um verschiedene Tarife zu vergleichen und die beste Option für deine Situation zu finden.

    Bei Ende der Familienversicherung öffnet sich ein weiteres Zeitfenster. Auch in diesem Fall hast du drei Monate lang die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Dieser Zeitpunkt tritt typischerweise mit dem 25. Lebensjahr ein.

    Zum Ende der studentischen Versicherungspflicht, wenn mit Erreichen des 30. Lebensjahrs deine gesetzliche studentische Versicherung endet, kannst du dich für die Weiterversicherung in der gesetzlichen oder den Wechsel zu einem privaten Anbieter entscheiden.

    📌 Gut zu wissen

    Die Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht ist unwiderruflich und gilt für dein gesamtes Studium! Selbst wenn sich deine finanzielle Situation verschlechtert oder du gesundheitliche Probleme bekommst, kannst du nicht mehr zurück in die GKV wechseln. Diese Entscheidung kann dich noch Jahre nach dem Studium beeinflussen – überlege sie dir deshalb sehr gut.

    Alle Student:innen müssen bei Immatrikulation einen gültigen Versicherungsschutz nachweisen. Private Krankenkassen stellen nach Vertragsabschluss eine Befreiungsbescheinigung aus. Diese legst du bei Immatrikulation der Hochschule vor und stellst damit gleichzeitig den Befreiungsantrag bei der gesetzlichen Krankenkasse.

    Für wen ist die PKV im Studium wirklich sinnvoll?

    Eine private Krankenversicherung kann für dich sinnvoll sein, wenn du dir die besseren Leistungen gegenüber der GKV frühzeitig sichern willst. Junge Menschen haben in der Regel keine Vorerkrankungen und damit gute Chancen, die Gesundheitsprüfung problemlos zu passieren. Je später du in die private Krankenversicherung eintrittst, desto teurer sind in der Regel die Beiträge – der frühe Einstieg kann sich also langfristig auszahlen.

    Für Student:innen, die nicht familienversichert sind, können die Studententarife der privaten Versicherer attraktiver sein als die freiwillige Krankenversicherung. Voraussetzung dafür ist allerdings ein guter Gesundheitszustand, der bei der Gesundheitsprüfung nachgewiesen werden muss.

    💡 Tipp

    Bist du Beamtenkind? Dann prüfe unbedingt deinen Beihilfeanspruch bevor du dich entscheidest! Der Beihilfetarif in der PKV kostet oft nur 20-30 Euro monatlich, da die Beihilfe 80% der Kosten übernimmt. Ein Wechsel in die GKV würde diesen wertvollen Anspruch unwiederbringlich zerstören. Hole dir eine schriftliche Bestätigung über deinen Beihilfeanspruch von der zuständigen Beihilfestelle.

    Besonders relevant wird die private Krankenversicherung, wenn deine Eltern in der privaten Krankenversicherung für Beamt:innen versichert sind. In diesem Fall würde der Beihilfeanspruch für Beamtenkinder beim Wechsel in die gesetzliche Versicherung verloren gehen. Der Beihilfetarif der privaten Krankenversicherung kann dann die deutlich bessere Alternative sein, da er speziell auf die Beihilfestruktur abgestimmt ist und die Lücken optimal schließt.

    Was passiert nach dem Studium?

    Das Ende deiner Studienzeit markiert auch das Ende der gesetzlichen Versicherungspflicht für Student:innen. Doch auch während des Studiums kann die Versicherungspflicht unter bestimmten Umständen vorzeitig enden. Mit Vollendung des 30. Lebensjahrs zum Semesterende tritt dieser Fall automatisch ein, sofern keine Ausnahmeregelung greift.

    Auch ein Wechsel an eine private oder duale Hochschule sowie der Beginn eines berufsbegleitenden Studiums beenden die studentische Versicherungspflicht. Gleiches gilt, wenn du einem Nebenjob von mehr als 20 Stunden wöchentlich nachgehst oder einen Minijob mit einem Monatsverdienst von mehr als 520 Euro ausübst. Als Werkstudent:in mit entsprechendem Monatsverdienst ändert sich dein Versicherungsstatus ebenfalls.

    📌 Gut zu wissen

    Die 20-Stunden-Regel gilt nur während der Vorlesungszeit! In den Semesterferien darfst du ohne Auswirkungen auf deinen Versicherungsstatus auch mehr arbeiten. Achte aber darauf, dass du im Jahresdurchschnitt unter 20 Wochenstunden bleibst. Dokumentiere deine Arbeitszeiten sorgfältig, um bei Nachfragen der Krankenkasse Belege vorlegen zu können.

    Diese Regelungen zeigen, wie wichtig es ist, deine Versicherungssituation regelmäßig zu überprüfen und bei Veränderungen in deinem Studien- oder Arbeitsleben entsprechend zu reagieren. Die Entscheidung für oder gegen eine private Krankenversicherung sollte immer deine aktuelle und zukünftige Lebenssituation berücksichtigen.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Kann ich als Student:in jederzeit in die private Krankenversicherung wechseln?

    Nein, der Wechsel ist nur zu drei Zeitpunkten möglich: zu Beginn des Studiums (innerhalb von 3 Monaten nach Immatrikulation), bei Ende der Familienversicherung (meist mit 25 Jahren) und zum Ende der studentischen Versicherungspflicht (mit 30 Jahren). Jeweils hast du ein dreimonatiges Zeitfenster für den Wechsel.

    Q

    Was kostet die studentische Krankenversicherung in der GKV genau?

    Die studentische Krankenversicherung kostet je nach Krankenkasse und individuellem Zusatzbeitrag etwa 100 Euro monatlich. Der Grundbeitrag ist einheitlich, aber die Zusatzbeiträge variieren zwischen 0,6% und 2,5%. Bis zum 25. Lebensjahr kannst du über die Familienversicherung deiner Eltern kostenfrei mitversichert sein, sofern diese gesetzlich versichert sind.

    Q

    Kann ich nach dem Studium wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung?

    Eine Rückkehr in die GKV nach dem Studium ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, etwa wenn du ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis mit einem Jahresgehalt unter der Versicherungspflichtgrenze (2024: 69.300 Euro) aufnimmst. Die Entscheidung für die PKV während des Studiums ist bindend und kann langfristige Konsequenzen haben.

    Q

    Was passiert mit meiner Versicherung bei Überschreitung der Regelstudienzeit?

    Du bleibst weiterhin gesetzlich krankenversichert, solange du eingeschrieben bist. Mit Vollendung des 30. Lebensjahrs endet die vergünstigte studentische Krankenversicherung und du wirst automatisch freiwillig gesetzlich versichert. Der Beitrag steigt dann auf etwa 170 Euro monatlich. In begründeten Ausnahmefällen (z.B. Kindererziehung, Pflege Angehöriger) ist eine Verlängerung der studentischen Versicherung bis maximal 37 Jahre möglich.

    Q

    Für wen lohnt sich die private Krankenversicherung als Student:in wirklich?

    Die PKV lohnt sich besonders für Beamtenkinder mit Beihilfeanspruch (Beiträge oft nur 20-30 Euro/Monat), junge gesunde Studierende ohne Vorerkrankungen, die langfristig privat versichert bleiben möchten, und Student:innen, die nach dem Studium selbstständig tätig werden wollen. Auch bei spätem Studienbeginn über 25 Jahre können PKV-Studententarife günstiger sein als die GKV.

    Q

    Welche Unterlagen benötige ich für den Wechsel in die PKV als Student:in?

    Du benötigst eine Immatrikulationsbescheinigung, einen ausgefüllten Gesundheitsfragebogen der PKV, eventuell ärztliche Atteste bei Vorerkrankungen und nach Vertragsabschluss erhältst du eine Befreiungsbescheinigung von der PKV. Diese legst du bei der Hochschule vor und stellst damit automatisch den Befreiungsantrag bei der gesetzlichen Krankenkasse. Der gesamte Prozess sollte innerhalb der 3-Monats-Frist abgeschlossen sein.

  • Private Krankenversicherung für Kinder: Der ultimative Ratgeber

    Private Krankenversicherung für Kinder: Der ultimative Ratgeber

    Themen in diesem Artikel:

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Alles Wichtige zur privaten Krankenversicherung für Kinder

    Eine private Krankenversicherung für dein Kind kannst du jederzeit abschließen – und das ist häufig sinnvoll, wenn du vollumfängliche Gesundheitsleistungen für deinen Nachwuchs möchtest. Dabei spielt es keine Rolle, ob beide Elternteile privat oder gesetzlich krankenversichert sind. Der Versichertenstatus der Eltern beeinflusst jedoch die Optionen und Bedingungen für die Krankenversicherung des Kindes erheblich. Welche Rolle dieser Status genau spielt, was eine private Krankenversicherung für Kinder kostet und was im Falle einer Scheidung damit passiert, erfährst du in diesem Artikel.

    Wann Kinder privat krankenversichert werden können

    Grundsätzlich kann dein Kind immer privat krankenversichert werden. Sind beide Elternteile Mitglied in einer privaten Krankenversicherung (PKV), muss das Kind sogar privat krankenversichert werden. In diesem Fall wird der Nachwuchs über einen eigenen Tarif versichert, da eine kostenfreie Mitversicherung über die Eltern nicht möglich ist.

    Sind beide Elternteile in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), wird der Antrag auf private Krankenversicherung des Kindes oftmals an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Versicherer können beispielsweise eine Kopie der bisherigen Früherkennungsuntersuchungen verlangen. Manche Versicherer stimmen einem Antrag nur zu, wenn die PKV rückwirkend bis zum Tag der Geburt des Kindes vereinbart wird.

    📌 Gut zu wissen

    Bei beiden Elternteilen in der GKV ist die private Krankenversicherung fürs Kind zwar möglich, aber mit zusätzlichen Hürden verbunden. Die Versicherer prüfen hier genauer und verlangen oft umfassende Unterlagen über den Gesundheitszustand des Kindes.

    Wenn ein Elternteil privat und der andere gesetzlich krankenversichert ist

    Ist ein Elternteil gesetzlich krankenversichert und der andere privat, wird das Jahreseinkommen beider Elternteile ausschlaggebend. In dieser Konstellation ergeben sich verschiedene Versicherungsvarianten für dein Kind.

    Dein Kind kann privat oder freiwillig gesetzlich krankenversichert werden, wenn das Einkommen der privat versicherten Partner:innen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) von 64.350 Euro liegt und das Einkommen des gesetzlich versicherten Elternteils niedriger ist. Eine weitere Option besteht, wenn das Einkommen des privat versicherten Elternteils über der JAEG liegt und niedriger ist als das des gesetzlich versicherten Elternteils – dann wird das Kind beitragsfrei in der sogenannten Familienversicherung der GKV mitversichert.

    💡 Tipp

    Erstelle eine Einkommensübersicht beider Elternteile vor der Entscheidung über die Krankenversicherung deines Kindes. Prüfe genau, wer wie viel verdient und ob die JAEG überschritten wird. Dies erspart dir später böse Überraschungen und hilft, die optimale Versicherungslösung zu finden.

    Liegt das Einkommen des privat versicherten Elternteils unter der JAEG, aber höher als das Einkommen des gesetzlich versicherten Elternteils, wird das Kind ebenso beitragsfrei in der Familienversicherung der GKV mitversichert. In diesem Fall sind die Jahreseinkünfte des gesetzlich versicherten Partners irrelevant.

    Kinder erben den Versicherungsschutz der Eltern

    In der privaten Krankenversicherung ist es üblich, dass Kinder den Versicherungsschutz der Eltern oder eines Elternteils übernehmen. Die Kinder sind in der Police mitversichert, weshalb der Versicherungsumfang des Kindes nicht ausgedehnter sein darf als der der Eltern beziehungsweise des Elternteils.

    Als privat krankenversicherte Eltern solltest du deshalb hinsichtlich einer möglichen privaten Krankenversicherung für Neugeborene spätestens drei Monate vor der Geburt deinen Versicherungsschutz überprüfen. Gegebenenfalls solltest du ihn aufstocken oder einen Tarifwechsel angehen, um zu gewährleisten, dass dein Kind später bestmöglich krankenversichert ist.

    💡 Tipp

    Nutze die Schwangerschaft als Anlass für einen Versicherungs-Check: Prüfe deinen PKV-Tarif auf Lücken bei Kieferorthopädie, Sehhilfen oder alternativen Heilmethoden. Diese Leistungen sind gerade für Kinder wichtig und sollten vor der Geburt in deinen Tarif aufgenommen werden.

    📌 Gut zu wissen

    Nach der Geburt kannst du deinen eigenen Versicherungsschutz wieder zurückfahren, während der deines Kindes auf dem höheren Niveau bestehen bleibt. Dies funktioniert aber nur, wenn die Aufstockung vor der Geburt erfolgt ist.

    Gesundheitsprüfung bei einer PKV für Kinder

    Wie bei privat krankenversicherten Erwachsenen orientiert sich auch der private Versicherungstarif der Kinder an drei wesentlichen Faktoren. Das Alter bei Vertragsabschluss spielt eine Rolle, ebenso der Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss und der Leistungsumfang des gewählten Versicherungstarifs.

    Für Neugeborene entfällt eine Gesundheitsprüfung, wenn Eltern ihr Kind innerhalb von acht Wochen nach der Geburt bei ihrem privaten Versicherer anmelden. Eine Ausnahme bilden Gesundheitsstörungen oder körperliche Beeinträchtigungen, die bei der Geburt festgestellt werden.

    Nutzt du bei Geburt deines Kindes die Kindernachversicherung ohne Gesundheitsprüfung, übernimmt der Nachwuchs automatisch den Leistungsumfang, der in deinem Tarif enthalten ist.

    💡 Tipp

    Markiere dir den Geburtstermin im Kalender und setze eine Erinnerung für 6 Wochen danach. So vergisst du nicht die wichtige 8-Wochen-Frist für die Anmeldung ohne Gesundheitsprüfung. Am besten bereitest du alle Unterlagen schon vor der Geburt vor.

    Kind mit Gesundheitsstörungen bei der Geburt

    Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei der Geburt eines Kindes Gesundheitsstörungen oder körperliche Beeinträchtigungen diagnostiziert werden. In diesem Fall solltest du vor Abschluss der Versicherungsart für dein Kind ärztlichen Rat einholen und mit Gesundheitsexpert:innen privater Versicherungen und gesetzlicher Kassen sprechen.

    Dabei wird abgewogen, ob das Kind in der Lage sein wird, einem Beruf nachzugehen und für sich selbst zu sorgen. Gemeinsam wird festgelegt, welcher Leistungsumfang für die körperlichen Beeinträchtigungen des Kindes angemessen ist.

    📌 Gut zu wissen

    Bis zum 22. Lebensjahr sind Kinder über die private Pflegeversicherung des jeweiligen Elternteils mitversichert – und zwar beitragsfrei – wenn sie noch nicht erwerbstätig sind. Falls doch, gilt die Mitversicherung der Pflege über die Eltern nur bis zum 18. Lebensjahr.

    Die Kosten einer privaten Krankenversicherung für Kinder

    Wie viel der monatliche Beitrag für die private Krankenversicherung eines Kindes kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der gewählte Tarif und dessen Leistungsumfang spielen die größte Rolle. Auch das Eintrittsalter ist relevant – je früher ein Kind versichert wird, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge.

    💡 Tipp

    Vergleiche mehrere PKV-Anbieter speziell für Kindertarife. Die Preisunterschiede können erheblich sein. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern besonders auf Leistungen wie Kieferorthopädie, Psychotherapie und Vorsorgeuntersuchungen, die für Kinder besonders wichtig sind.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Können Kinder immer privat krankenversichert werden?

    Ja, Kinder können grundsätzlich immer privat krankenversichert werden. Sind beide Elternteile in der PKV, ist die private Krankenversicherung des Kindes sogar verpflichtend. Bei beiden Elternteilen in der GKV ist es möglich, aber mit zusätzlichen Bedingungen verbunden.

    Q

    Entfällt die Gesundheitsprüfung für Neugeborene in der PKV?

    Für Neugeborene entfällt die Gesundheitsprüfung, wenn Eltern ihr Kind innerhalb von acht Wochen nach der Geburt bei ihrem privaten Versicherer anmelden, sofern keine Gesundheitsstörungen bei der Geburt festgestellt wurden.

    Q

    Was bedeutet die Jahresarbeitsentgeltgrenze für die Kinderversicherung?

    Die JAEG von 64.350 Euro (2024) entscheidet bei gemischten Versicherungsverhältnissen der Eltern darüber, ob das Kind privat versichert werden kann oder beitragsfrei in der Familienversicherung der GKV mitversichert wird. Das Einkommen beider Elternteile wird dabei berücksichtigt.

    Q

    Übernehmen Kinder automatisch den Versicherungsschutz der Eltern?

    Ja, in der PKV übernehmen Kinder den Versicherungsschutz der Eltern. Der Versicherungsumfang des Kindes darf nicht ausgedehnter sein als der der Eltern. Deshalb sollten Eltern ihren Tarif vor der Geburt überprüfen und gegebenenfalls aufstocken.

    Q

    Wann sollten werdende Eltern ihren PKV-Schutz prüfen?

    Privat krankenversicherte Eltern sollten spätestens drei Monate vor der Geburt ihren Versicherungsschutz überprüfen und gegebenenfalls aufstocken. Nach der Geburt kann der eigene Schutz wieder reduziert werden, während das Kind den höheren Schutz behält.

    Q

    Wie lange sind Kinder in der Pflegeversicherung mitversichert?

    Kinder sind bis zum 22. Lebensjahr beitragsfrei über die private Pflegeversicherung der Eltern mitversichert, sofern sie nicht erwerbstätig sind. Bei Erwerbstätigkeit endet die beitragsfreie Mitversicherung bereits mit 18 Jahren.

  • Aktiensplits verstehen: Wie die Teilung von Aktien funktioniert

    Aktiensplits verstehen: Wie die Teilung von Aktien funktioniert

    Themen in diesem Artikel:

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Aktiensplits: Hintergründe und Effekte der Maßnahme

    Ein Aktiensplit kann für börsennotierte Unternehmen eine strategische Maßnahme zur besseren Kapitalbeschaffung sein. Dabei werden bestehende Aktien in mehrere neue Anteile mit geringerem Nennwert aufgeteilt, ohne dass sich der Gesamtwert deines Depots verändert. Die Maßnahme hat vor allem einen psychologischen Effekt: Günstigere Einzelaktien sprechen mehr Anleger:innen an und erhöhen die Handelbarkeit. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen das Gegenteil – ein Reverse Split – die bessere Wahl ist.

    So funktioniert ein Aktiensplit

    Wenn der Kurs einer Aktie eines börsennotierten Unternehmens stark ansteigt, hat es die Möglichkeit, die Aktien zu splitten. Bei dieser Maßnahme werden die Anteile einer Aktie in einem bestimmten Verhältnis geteilt. Aus einer Aktie werden mehrere gemacht, die einen entsprechend geringeren Nennwert aufweisen. Beispielsweise kann eine Aktie mit einem Wert von 50 Euro in zwei Aktien mit 25 Euro Wert gesplittet werden.

    Über den möglichen Aktiensplit sowie über das genaue Verhältnis der Splittung stimmen die Aktionär:innen vorher ab. Das geschieht in der Regel bei einer Hauptversammlung. Um einen Aktiensplit durchzuführen, reicht eine einfache Mehrheit aus. Die Entscheidung liegt also in den Händen der Anteilseigner:innen, die gemeinsam über diese strategische Maßnahme befinden.

    📌 Gut zu wissen

    Bei Nennbetragsaktien werden die alten Aktien eingezogen und neue Aktien mit der gleichen Wertpapierkennnummer ausgegeben. Bei Stückaktien ohne Nennwert geschieht die Aufteilung durch eine Satzungsänderung. Die technische Umsetzung unterscheidet sich je nach Aktientyp, das Ergebnis bleibt jedoch dasselbe.

    Die erhöhte Stückzahl an Aktien hat keinen Einfluss auf den Börsenwert des Unternehmens. Es ändert sich nur die in den Verkehr gebrachte Stückzahl der Wertpapiere. Der Gesamtwert bleibt identisch, er verteilt sich lediglich auf mehr Anteile. Die englische Bezeichnung für einen Aktiensplit ist forward stock split.

    💡 Tipp

    Notiere dir bei einem Aktiensplit immer das genaue Verhältnis und das Datum der Durchführung. Bei einem Split 1:5 hast du nach der Maßnahme 5-mal so viele Aktien, aber der Einzelpreis beträgt nur noch ein Fünftel. Diese Information ist wichtig für deine steuerliche Dokumentation und hilft dir, die Performance deiner Anlage über längere Zeiträume korrekt zu bewerten.

    Die Gründe für einen Aktiensplit

    Ein Aktiensplit ist für diejenigen Unternehmen interessant, die eine sehr positive Kursentwicklung erfahren haben. Ihre Aktien haben stark an Wert gewonnen, der Preis einer einzelnen Aktie hat sich also erhöht. Der hohe Kurswert macht die Aktie allerdings für viele Anleger:innen unattraktiv, weil sie für die Investition pro Aktie mehr Kapital aufbringen müssen. Diese Einstiegshürde kann potenzielle Investor:innen abschrecken und die Handelbarkeit einschränken.

    Wenn durch den Aktiensplit bestehende Aktien in eine größere Anzahl neuer Aktien mit einem geringeren Wert umgewandelt werden, ist eine Aktie günstiger als zuvor und damit für das Unternehmen leichter zu veräußern. Denn der geringere Preis spricht in der Regel eine größere Zahl an Investor:innen an. Die psychologische Wirkung des niedrigeren Preises sollte nicht unterschätzt werden, auch wenn sich der tatsächliche Wert nicht verändert hat.

    Das Eigenkapital des Unternehmens und der Aktienwert der Anleger:innen verändern sich zunächst nicht. Ein Aktiensplit hat also eher einen psychologischen Effekt und keinen unmittelbaren wirtschaftlichen. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Aktie für einen breiteren Anlegerkreis zugänglich und attraktiv zu machen, ohne dass sich an den fundamentalen Unternehmenswerten etwas ändert.

    Vor- und Nachteile eines Aktiensplits

    Bei einem Aktiensplit ergeben sich für Anleger:innen zunächst weder Vor- noch Nachteile. Du besitzt lediglich mehr Aktien eines Unternehmens als vor dem Split, der Wert in deinem Depot verändert sich nicht. Rein rechnerisch bleibt alles beim Alten, nur die Stückzahl und der Preis pro Aktie ändern sich proportional.

    📌 Gut zu wissen

    Die Ankündigung eines Aktiensplits kann bereits zu Kurssteigerungen führen, noch bevor der Split tatsächlich durchgeführt wird. Dieser Effekt basiert auf der Erwartung erhöhter Nachfrage und wird oft als positives Signal für die Unternehmensentwicklung interpretiert. Allerdings ist dies keine Garantie für langfristige Kurssteigerungen.

    Der Aktiensplit erhöht also im Idealfall die Handelbarkeit der Aktien, macht sie für mehr Anleger:innen zugänglich und attraktiv. Die dadurch erhöhte Nachfrage bringt dem Unternehmen frisches Kapital und kann die Liquidität der Aktie verbessern. Mehr Investor:innen bedeuten in der Regel auch mehr Handelsaktivität und eine breitere Streuung der Anteile.

    Zudem steigt das Handelsvolumen, weil mehr Aktien des Unternehmens auf dem Markt handelbar sind. Das kann zumindest kurzzeitig den Börsenwert des Unternehmens erhöhen. So geben Unternehmen ihren Aktienwerten also wieder neuen Schwung und signalisieren gleichzeitig Vertrauen in die weitere Entwicklung.

    💡 Tipp

    Vorsicht bei Einstiegen nach Aktiensplits: Da sich Firmen häufig für einen Split entscheiden, wenn die Kurse bereits enorm angestiegen sind, kann dies ein ungünstiger Zeitpunkt für Neueinsteiger sein. Prüfe immer die fundamentalen Unternehmensdaten und die Bewertung im Branchenvergleich, bevor du nach einem Split investierst.

    Praxisbeispiele: Amazon und Shopify

    Amazon: Vierter Split ohne große Kurssprünge

    Bereits zum 4. Mal vollzog der Onlineriese Amazon im Juni 2022 einen Aktiensplit. Diesmal im Verhältnis von 20:1. Der Aktienkurs machte danach jedoch keine nennenswerten Sprünge, was zeigt, dass ein Split nicht automatisch zu Kurssteigerungen führt. Diese Erfahrung verdeutlicht, dass der Markt Aktiensplits rational bewertet und nicht jeder Split zu einer Rally führt.

    Shopify: Verbesserung der Handelbarkeit

    Das kanadische Softwareunternehmen Shopify setzte im Juni 2022 einen Aktiensplit im Verhältnis 10:1 um. Weil die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens die Aktie zu teuer machte, entschieden die Anteilseigner:innen sich für einen Aktiensplit, um die Handelbarkeit zu verbessern. Der Split ermöglichte es kleineren Investor:innen, wieder in das Unternehmen zu investieren.

    Gegenteil: Reverse Split

    Beim sogenannten Reverse Split handelt es sich um die umgekehrte Maßnahme eines Aktiensplits. Hierbei werden mehrere Aktien zu einer zusammengefasst, wodurch der Kurs pro Aktie steigt. Diese Strategie kommt zum Einsatz, wenn Unternehmen ihre Aktien als zu günstig empfinden oder bestimmte Mindestanforderungen von Börsen erfüllen müssen.

    📌 Gut zu wissen

    Ein Reverse Split wird oft als negatives Signal wahrgenommen, da er häufig bei Unternehmen in schwierigen Situationen durchgeführt wird. Manche Börsen haben Mindestanforderungen an den Aktienkurs – fällt eine Aktie dauerhaft unter beispielsweise 1 Dollar, droht das Delisting. Ein Reverse Split kann dies verhindern.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Was passiert mit meinen Aktien bei einem Aktiensplit?

    Bei einem Aktiensplit erhältst du automatisch mehr Aktien im entsprechenden Verhältnis gutgeschrieben. Der Einzelwert sinkt proportional, sodass der Gesamtwert deines Depots unverändert bleibt. Du musst nichts unternehmen – die Umbuchung erfolgt automatisch durch deinen Broker.

    Q

    Muss ich bei einem Aktiensplit Steuern zahlen?

    Nein, ein Aktiensplit ist kein steuerpflichtiges Ereignis. Es findet kein Verkauf statt und du realisierst keine Gewinne oder Verluste. Die Anschaffungskosten verteilen sich lediglich auf die neue Anzahl der Aktien. Steuern fallen erst beim tatsächlichen Verkauf der Aktien an.

    Q

    Wie erkenne ich, ob ein Aktiensplit bevorsteht?

    Unternehmen müssen Aktiensplits rechtzeitig ankündigen, meist mehrere Wochen im Voraus. Die Information findest du in Pressemitteilungen, auf der Investor Relations Seite des Unternehmens oder in den Benachrichtigungen deines Brokers. Achte auf die Tagesordnung von Hauptversammlungen, dort wird über Splits abgestimmt.

    Q

    Gibt es typische Splitverhältnisse?

    Die häufigsten Splitverhältnisse sind 2:1, 3:1, 5:1 oder 10:1. Bei extrem hohen Kursen kommen auch Verhältnisse wie 20:1 vor, wie im Fall von Amazon. Das Verhältnis hängt davon ab, auf welches Kursniveau das Unternehmen die Aktie bringen möchte, um optimale Handelbarkeit zu erreichen.

    Q

    Kann ich gegen einen Aktiensplit stimmen?

    Als Aktionär:in kannst du bei der Hauptversammlung gegen einen vorgeschlagenen Aktiensplit stimmen. Allerdings reicht eine einfache Mehrheit für die Durchführung aus. Kleinaktionär:innen haben daher meist wenig Einfluss auf die Entscheidung, wenn große institutionelle Investoren für den Split stimmen.

  • Abgeltungsteuer: Alles zu Freibeträgen & Steueroptimierung

    Abgeltungsteuer: Alles zu Freibeträgen & Steueroptimierung

    Themen in diesem Artikel:

    • Was ist die Abgeltungsteuer: Seit 2009 werden Kapitalerträge pauschal mit 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag versteuert – automatisch und ohne Aufwand in der Steuererklärung.
    • Wann die Steuer anfällt: Die Abgeltungsteuer wird auf Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne aus Wertpapiergeschäften wie Aktien oder Zertifikaten erhoben.
    • Vor- und Nachteile: Automatischer Steuerabzug vereinfacht die Verwaltung, doch seit 2009 entfällt die frühere Steuerfreiheit bei Aktienverkäufen nach zwölf Monaten Haltedauer.
    • Freistellungsauftrag nutzen: Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Kapitalerträge bis 801 Euro steuerfrei, für Ehepaare sogar 1.602 Euro – ab 2023 steigen die Beträge auf 1.000 und 2.000 Euro.
    • Steueroptimierung: Buy-and-Hold-Strategien, thesaurierende Fonds und die Günstigerprüfung in der Steuererklärung helfen dir, die Steuerlast zu minimieren oder sogar zu umgehen.

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Das Wichtigste zur Abgeltungsteuer

    Die Abgeltungsteuer beträgt pauschal 25 Prozent auf deine Kapitalerträge – plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Seit 2009 wird dieser Betrag automatisch abgeführt, sodass du deine Investitionsgewinne nicht mehr in der Steuererklärung aufführen musst. Das klingt zunächst einfach und bequem, doch es lohnt sich, genauer hinzuschauen: Mit der richtigen Strategie kannst du deine Steuerlast deutlich reduzieren oder in bestimmten Fällen sogar komplett umgehen.

    Die Steuererklärung bleibt für viele ein leidiges Thema. Dank der Abgeltungsteuer entfällt zumindest der bürokratische Aufwand bei Kapitalerträgen. Trotzdem kann es sinnvoll sein, deine Gewinne freiwillig in der Steuererklärung anzugeben – etwa wenn dein persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent liegt. In diesem Artikel erfährst du, wie die Abgeltungsteuer funktioniert, welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt und wie du sie clever zu deinem Vorteil nutzen kannst.

    Was ist die Abgeltungsteuer?

    Seit 2009 gilt auf Kapitalerträge aus Privatvermögen die sogenannte Abgeltungsteuer. Sie wird pauschal mit 25 Prozent berechnet, hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der entsprechende Betrag wird automatisch von deiner Bank oder deinem Broker abgeführt, ohne dass du selbst aktiv werden musst.

    Die Einführung der Abgeltungsteuer verfolgte zwei zentrale Ziele: Zum einen sollte Steuerhinterziehung erschwert werden, zum anderen wollte der Gesetzgeber die Besteuerung deutlich vereinfachen. Indem du als Anleger:in die Abgeltungsteuer entrichtest, ist deine Steuerpflicht auf diese Erträge abgegolten – daher auch die Bezeichnung. Deshalb musst du die Kapitalerträge, die über die Abgeltungsteuer versteuert werden, nicht mehr gesondert in deiner Einkommenssteuererklärung aufführen. Das spart dir Zeit und reduziert den bürokratischen Aufwand erheblich.

    📌 Gut zu wissen

    Die Begriffe „Abgeltungsteuer“ und „Kapitalertragssteuer“ werden oft synonym verwendet, meinen aber unterschiedliche Dinge: Die Abgeltungsteuer gilt für Privatpersonen, während bei Kapitalerträgen im Betriebsvermögen die Kapitalertragssteuer anfällt – oft kombiniert mit Gewerbesteuer.

    Darauf wird die Abgeltungsteuer erhoben

    Wenn du Geld aus deinem Privatvermögen investierst und damit Gewinn machst, musst du diesen Gewinn mit der Abgeltungsteuer versteuern. Die Steuer fällt seit 2009 auf sogenannte Kapitaleinkünfte an – dazu zählen Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne. Konkret betrifft das Geschäfte mit Wertpapieren wie Aktien, Optionen oder Zertifikaten.

    Wichtig zu verstehen ist dabei der Begriff „realisierte Gewinne“: Solange deine Wertpapiere im Depot liegen und nur auf dem Papier an Wert gewinnen, bleiben diese Buchgewinne steuerfrei. Erst wenn du die Wertpapiere tatsächlich verkaufst und den Gewinn realisierst, wird die Abgeltungsteuer fällig. Diese Regelung bietet dir interessante Gestaltungsmöglichkeiten für deine Anlagestrategie.

    💡 Tipp

    Plane deine Verkäufe strategisch: Wenn du absehbar hohe andere Einkünfte in einem Jahr hast, verschiebe Gewinnrealisierungen ins Folgejahr. So nutzt du Verlustvorträge optimal aus und kannst deine Gesamtsteuerlast über mehrere Jahre verteilen.

    Vor- und Nachteile der Abgeltungsteuer

    Die Abgeltungsteuer bietet zahlreiche organisatorische Vorteile, besonders für Privatanleger:innen. Dadurch, dass die Steuer automatisch eingezogen wird, entsteht für dich kein bürokratischer Aufwand. Du musst dich nicht um Fristen kümmern oder komplizierte Formulare ausfüllen – deine Bank oder dein Broker übernimmt das für dich.

    Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei Wertpapiergeschäften: Hier werden bei der Besteuerung Gewinne und Verluste automatisch gegeneinander aufgerechnet. Wenn du beispielsweise Gewinne in Höhe von 20.000 Euro realisiert hast, aber auch Verluste in Höhe von 15.000 Euro erlitten hast, werden nur die verbleibenden 5.000 Euro Ertrag besteuert. Diese Verlustverrechnung erfolgt automatisch und reduziert deine Steuerlast spürbar.

    Besonders attraktiv ist der Freistellungsauftrag: Wenn du ihn eingerichtet hast, bleiben Gewinne aus Kapitaleinkünften bis zu 801 Euro steuerfrei – für Ehepaare sogar 1.602 Euro. Diese Grenze wird ab 2023 auf 1.000 beziehungsweise 2.000 Euro angehoben, was dir noch mehr Spielraum verschafft.

    Allerdings bringt die Abgeltungsteuer auch Nachteile mit sich. Seit ihrer Einführung 2009 werden alle Kapitalerträge besteuert, unabhängig von der Haltedauer. Davor waren Anleger:innen, die ihre Aktien länger als zwölf Monate hielten, im Vorteil – sie mussten auf dadurch erwirtschaftete Gewinne keine Steuern zahlen. Diese Spekulationsfrist gibt es heute nicht mehr.

    📌 Gut zu wissen

    Aktien, die du vor 2009 gekauft hast, genießen Bestandsschutz: Werden sie gewinnbringend verkauft, fallen auf die Gewinne keine Steuern an. Diese Altbestände sind ein wertvolles Steuersparpotenzial – prüfe dein Depot auf solche Positionen!

    Den Freistellungsauftrag optimal nutzen

    Der Freistellungsauftrag ist dein wichtigstes Werkzeug, um Kapitalerträge steuerfrei zu vereinnahmen. Mit diesem Auftrag teilst du deiner Bank oder deinem Broker mit, dass du den Sparerpauschbetrag von 801 Euro nutzen möchtest. Bis zu dieser Grenze werden deine Kapitalerträge dann nicht besteuert – der Betrag wird automatisch freigestellt.

    Wenn du mehrere Depots oder Konten bei verschiedenen Banken hast, kannst du den Freistellungsauftrag aufteilen. Achte dabei darauf, dass die Summe aller Freistellungsaufträge die 801 Euro nicht überschreitet. Für Ehepaare verdoppelt sich der Betrag auf 1.602 Euro, ab 2023 sogar auf 2.000 Euro. Diese Erhöhung gibt dir mehr Flexibilität bei deiner Anlagestrategie und ermöglicht höhere steuerfreie Erträge.

    💡 Tipp

    Teile deinen Freistellungsauftrag clever auf: Schätze zu Jahresbeginn, wo welche Erträge anfallen werden. Bei Tagesgeldkonten reicht oft ein kleiner Betrag, während du für dein Aktiendepot mehr reservieren solltest. Du kannst die Aufteilung jederzeit unterjährig anpassen – nutze diese Flexibilität!

    So kannst du die Abgeltungsteuer umgehen

    Die Abgeltungsteuer wird auf realisierte Gewinne fällig – und genau hier liegt der Schlüssel zur Steueroptimierung. Reine Buchgewinne sind steuerlich irrelevant, solange du deine Wertpapiere nicht verkaufst. Die Anlagestrategie Buy and Hold, bei der du Wertpapiere langfristig im Depot hältst und darauf setzt, dass sich die Kurse in deinem Sinne entwickeln, ist aus steuerlicher Sicht besonders empfehlenswert. Du verschiebst die Steuerlast in die Zukunft und profitierst vom Zinseszinseffekt auf den unversteuerten Gewinn.

    Ausschüttende und thesaurierende Fonds

    Auch thesaurierende Fonds oder ETFs, die Dividenden automatisch reinvestieren, bieten steuerliche Vorteile. Bei diesen Produkten wird für die Dividenden zunächst keine Abgeltungsteuer fällig, im Gegensatz zu Dividenden, die direkt an dich als Anleger:in ausgeschüttet werden. Erst wenn du den Fonds oder ETF später mit Gewinn verkaufst, muss der gesamte Gewinn versteuert werden.

    Dabei lohnt sich ein genauerer Blick auf deine Gesamtstrategie: Wenn du ausschließlich in Fonds oder ETFs investiert hast, kannst du mit Dividendenausschüttungen den Sparerpauschbetrag von 801 Euro gezielt ausnutzen. Eine intelligente Kombination aus thesaurierenden und ausschüttenden Fonds kann sich also steuerlich deutlich rentieren. Du nutzt den Freibetrag optimal aus und verschiebst gleichzeitig einen Teil der Steuerlast in die Zukunft.

    Nichtveranlagungsbescheinigung bei der Steuererklärung

    Die pauschale Abgeltungsteuer von 25 Prozent gilt grundsätzlich für Personen aller Steuerklassen – mit einer wichtigen Ausnahme für Geringverdienende wie Studierende oder Rentner:innen. Liegt dein zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag, wird keine Abgeltungsteuer fällig. Dafür musst du die Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen und ausgefüllt vorlegen.

    Diese Bescheinigung gilt für drei Jahre und befreit dich komplett von der Abgeltungsteuer. Ändern sich in diesem Zeitraum deine finanziellen Verhältnisse, sodass dein Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt, musst du das Finanzamt unverzüglich darüber informieren. Die Nichtveranlagungsbescheinigung ist besonders für Studierende interessant, die nebenbei investieren und deren Gesamteinkommen niedrig bleibt.

    Günstigerprüfung bei der Steuererklärung

    Über die Günstigerprüfung kannst du die Abgeltungsteuer zwar nicht umgehen, aber den Prozentsatz unter Umständen deutlich verringern. Dazu füllst du die Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) in deiner Einkommenssteuererklärung aus. Dann prüft das Finanzamt automatisch, ob dein persönlicher Steuersatz unter den 25 Prozent der Abgeltungsteuer liegt.

    Ist dein individueller Steuersatz niedriger, wird die Differenz erstattet. Diese Günstigerprüfung lohnt sich besonders für Personen mit geringem Einkommen oder in der Ausbildung. Auch wenn die Abgeltungsteuer bereits automatisch abgeführt wurde, kannst du durch die freiwillige Angabe in der Steuererklärung bares Geld zurückholen. Das Finanzamt nimmt die Prüfung von Amts wegen vor – du musst nur die entsprechende Anlage ausfüllen.

    💡 Tipp

    Beantrage die Günstigerprüfung rückwirkend für die letzten vier Jahre, wenn dein Einkommen niedrig war. Viele Studierende und Berufseinsteiger verschenken hier Geld, weil sie nicht wissen, dass sie sich zu viel gezahlte Abgeltungsteuer zurückholen können. Die Anlage KAP ist schnell ausgefüllt und kann sich richtig lohnen!

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Wie hoch ist die Abgeltungsteuer genau?

    Die Abgeltungsteuer beträgt pauschal 25 Prozent auf Kapitalerträge. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Steuerschuld sowie gegebenenfalls Kirchensteuer, sodass die Gesamtbelastung bei etwa 26,375 Prozent ohne Kirchensteuer liegt.

    Q

    Kann ich mehrere Freistellungsaufträge bei verschiedenen Banken einrichten?

    Ja, du kannst deinen Sparerpauschbetrag auf mehrere Banken aufteilen. Wichtig ist nur, dass die Summe aller Freistellungsaufträge 801 Euro (bzw. 1.000 Euro ab 2023) nicht überschreitet. Bei Überschreitung drohen Nachzahlungen und mögliche Strafzinsen.

    Q

    Was passiert mit nicht genutzten Verlusten am Jahresende?

    Nicht verrechnete Verluste werden automatisch ins nächste Jahr übertragen. Deine Bank führt dafür einen Verlusttopf, der unbegrenzt fortgeschrieben wird. Du musst dich um nichts kümmern – die Verrechnung erfolgt automatisch mit zukünftigen Gewinnen.

    Q

    Gilt die Abgeltungsteuer auch für P2P-Kredite und Crowdinvesting?

    Ja, Zinserträge aus P2P-Krediten und Crowdinvesting unterliegen der Abgeltungsteuer. Da ausländische Plattformen die Steuer oft nicht automatisch abführen, musst du diese Einkünfte in der Anlage KAP deiner Steuererklärung selbst angeben und versteuern.

    Q

    Wie werden ETF-Sparplanausführungen steuerlich behandelt?

    Bei ETF-Sparplänen fällt keine Abgeltungsteuer beim Kauf an. Erst beim Verkauf wird der Gewinn (Verkaufspreis minus durchschnittlicher Einstandspreis aller Käufe) versteuert. Bei ausschüttenden ETFs werden Dividenden sofort mit der Abgeltungsteuer belastet.

    Q

    Was ist der Unterschied zwischen Vorabpauschale und Abgeltungsteuer?

    Die Vorabpauschale ist eine jährliche Steuer auf thesaurierende Fonds, berechnet auf Basis eines fiktiven Ertrags. Sie wird mit der Abgeltungsteuer beim späteren Verkauf verrechnet. Die Abgeltungsteuer fällt dagegen auf tatsächlich realisierte Gewinne und Ausschüttungen an.