Autor: O K

  • Kreditkarten mit günstigen Zinsen im Vergleich

    Kreditkarten mit günstigen Zinsen im Vergleich

    Themen in diesem Artikel:

    • Bedeutung der Zinssätze: Erfahre, warum niedrige Zinsen bei Kreditkarten entscheidend für deine Finanzen sind und wie du bis zu 50% sparen kannst.
    • Zinsberechnung verstehen: Durchblicke die komplexe Berechnungsmethodik von Banken und erkenne den Unterschied zwischen effektivem und nominalem Zinssatz.
    • Günstigste Kreditkarten: Vergleiche die Top 5 Kreditkarten mit niedrigen Zinssätzen für unterschiedliche Bonitätsstufen.
    • Versteckte Kosten: Identifiziere typische Gebührenfallen, die trotz niedriger Zinsen die Gesamtkosten in die Höhe treiben können.
    • Alternativen zu Teilzahlungskarten: Lerne Charge Cards und Debitkarten als möglicherweise kostengünstigere Alternativen kennen.
    • Nutzungsoptimierung: Erhalte praktische Tipps zur Minimierung deiner Zinskosten und erfahre, wann sich ein Kartenwechsel lohnt.

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Bei der Auswahl einer Kreditkarte konzentrieren sich viele Verbraucher auf Bonusprogramme oder Zusatzleistungen. Dabei übersehen sie einen der wichtigsten Kostenfaktoren: den Zinssatz. Besonders wenn du regelmäßig die Teilzahlungsfunktion deiner Kreditkarte nutzt, kann ein niedriger Zinssatz deine Ausgaben drastisch reduzieren.

    Untersuchungen zeigen, dass deutsche Kreditkartennutzer im Schnitt zwischen 9% und 20% Zinsen zahlen – ein enormer Unterschied, der bei regelmäßiger Teilzahlung jährlich Hunderte Euro ausmachen kann. In diesem umfassenden Vergleich erfährst du, welche Kreditkarten tatsächlich niedrige Zinsen bieten, wie du versteckte Kosten erkennst und wie du deine Kreditkartennutzung optimieren kannst.

    Warum Zinssätze bei Kreditkarten wichtig sind

    Die finanziellen Auswirkungen von Kreditkartenzinsen werden oft unterschätzt. Tatsächlich kann der Zinsunterschied zwischen verschiedenen Kreditkarten über einen längeren Zeitraum erhebliche Auswirkungen auf deine Gesamtausgaben haben. Zahlst du einen ausstehenden Betrag von 2.000 Euro nicht sofort zurück, macht der Unterschied zwischen einer Karte mit 9% und einer mit 19% Zinsen bereits im ersten Jahr über 200 Euro aus.

    Besonders für Menschen, die regelmäßig mit Teilzahlung arbeiten, ist die Wahl einer zinsgünstigen Kreditkarte daher entscheidend. Rund 30% der deutschen Kreditkarteninhaber nutzen die Teilzahlungsfunktion mindestens einmal pro Quartal, oft ohne sich der langfristigen Kostenfolgen bewusst zu sein.

    💡 Tipp

    Berechne vor der Nutzung einer Teilzahlungsfunktion, wie viel dich die Zinsen tatsächlich kosten werden. Selbst bei einer zinsgünstigen Kreditkarte kannst du durch Einrichtung eines Dauerauftrags für die monatliche Rückzahlung eines festen Betrags, der über der Mindestrate liegt, deine Zinskosten deutlich reduzieren.

    So berechnen Banken Kreditkartenzinsen

    Die Zinsberechnung bei Kreditkarten ist komplexer als viele Verbraucher annehmen. Banken verwenden unterschiedliche Methoden, die den tatsächlichen Kostenfaktor verschleiern können:

    1. Nominalzinssatz vs. effektiver Jahreszins: Der nominale Zinssatz (auch Sollzins genannt) gibt den reinen Zinssatz an, während der effektive Jahreszins (EJZ) zusätzliche Kosten einbezieht und daher die tatsächlichen Gesamtkosten besser widerspiegelt.

    2. Zinsperioden: Die meisten Banken berechnen die Zinsen täglich oder monatlich auf den ausstehenden Betrag. Je kürzer die Zinsperiode, desto höher können die Gesamtkosten durch den Zinseszinseffekt ausfallen.

    3. Abrechnungszeitraum: Je nach Bank kann die zinsfreie Zeit unterschiedlich lang sein. Während einige Banken bis zu 8 Wochen zinsfreien Kredit gewähren, berechnen andere bereits nach 3-4 Wochen Zinsen.

    Ähnlich wie bei Dispozinsen am Girokonto solltest du auch bei Kreditkarten genau hinschauen, wie die Zinsen berechnet werden.

    Einsparpotenzial durch günstige Zinsen

    Um das Einsparpotenzial durch niedrigere Kreditkartenzinsen zu verdeutlichen, betrachten wir ein konkretes Beispiel:

    Kreditkarte Ausstehender Betrag Zinssatz p.a. Monatliche Mindestzahlung Gesamtkosten bis zur vollständigen Tilgung
    Karte A (teuer) 3.000 € 19,99% 3% (90 €) 4.332 €
    Karte B (günstig) 3.000 € 9,90% 3% (90 €) 3.513 €

    In diesem Beispiel sparst du mit der günstigeren Kreditkarte satte 819 Euro – eine Ersparnis von fast 19% der Gesamtrückzahlung. Die langfristigen Auswirkungen hoher Zinsen werden besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass bei der teuren Karte die Zinszahlungen insgesamt 1.332 Euro betragen – fast die Hälfte des ursprünglichen Kreditbetrags!

    Im Vergleich zu anderen Kreditformen liegen selbst günstige Kreditkartenzinsen oft höher als die Konditionen für Ratenkredite. Während Ratenkredite derzeit ab etwa 3,5% erhältlich sind, beginnen die günstigsten Kreditkartenzinsen bei rund 7,9%. Der Vorteil der Kreditkarte liegt jedoch in der Flexibilität und dem revolvierende Charakter, der es ermöglicht, den Kreditrahmen immer wieder zu nutzen.

    Die aktuell günstigsten Kreditkarten im Zinssatz-Vergleich

    Bei der Auswahl einer zinsgünstigen Kreditkarte ist es wichtig, nicht nur den Zinssatz, sondern auch weitere Konditionen zu berücksichtigen. Hier findest du einen aktuellen Vergleich der Top-Angebote auf dem deutschen Markt:

    Top 5 Kreditkarten mit niedrigen Zinsen

    1. Santander BestCard Basic
    – Effektiver Jahreszins: ab 7,99%
    – Jahresgebühr: 0 €
    – Besonderheit: Zinsfreie Periode von bis zu 7 Wochen
    – Zielgruppe: Ideale Karte für Teilzahler mit guter Bonität

    2. Barclaycard Visa
    – Effektiver Jahreszins: ab 8,9%
    – Jahresgebühr: 0 €
    – Besonderheit: Flexible Rückzahlungsoptionen, attraktives Bonusprogramm
    – Zielgruppe: Vielreisende, die Wert auf Flexibilität legen

    3. Hanseatic Bank GenialCard
    – Effektiver Jahreszins: ab 9,37%
    – Jahresgebühr: 0 €
    – Besonderheit: Keine Auslandseinsatzgebühren
    – Zielgruppe: Weltenbummler und Online-Shopper

    4. DKB Cash Visa
    – Effektiver Jahreszins: ab 9,69%
    – Jahresgebühr: 0 € (unter bestimmten Voraussetzungen)
    – Besonderheit: Kostenlose Bargeldabhebungen weltweit
    – Zielgruppe: Reisende mit häufigem Bargeldbedarf

    5. ING Visa Card
    – Effektiver Jahreszins: ab 9,99%
    – Jahresgebühr: 0 €
    – Besonderheit: Einfache Banking-App mit Teilzahlungsrechner
    – Zielgruppe: Digital-affine Nutzer

    📌 Gut zu wissen

    Die hier angegebenen Zinssätze gelten für Kund:innen mit guter Bonität. Deine tatsächlichen Konditionen können je nach individueller Bonitätsprüfung höher ausfallen. Lies daher immer das Kleingedruckte im Kartenvertrag und achte auf den für dich persönlich angebotenen Effektivzinssatz.

    Zinsgünstige Kreditkarten für verschiedene Bonitäten

    Je nach deiner Kreditwürdigkeit stehen dir unterschiedliche Optionen zur Verfügung:

    Bei ausgezeichneter Bonität (SCHUFA-Score > 97%)
    – Du qualifizierst dich für die besten Zinssätze zwischen 7,9% und 10%
    – Premium-Karten mit umfangreichen Zusatzleistungen bei reduzierten oder erlassenen Jahresgebühren
    – Höhere Kreditlimits (oft ab 3.000 € aufwärts)

    Bei mittlerer Bonität (SCHUFA-Score 90-96%)
    – Zinssätze typischerweise zwischen 11% und 14,9%
    – Standard-Karten mit moderaten Zusatzleistungen
    – Mittlere Kreditlimits (ca. 1.000 € bis 3.000 €)
    – Die Advanzia Mastercard Gold bietet trotz mittlerer Bonität oft akzeptable Konditionen

    Bei eingeschränkter Kreditwürdigkeit (SCHUFA-Score < 90%)

    – Zinssätze meist zwischen 15% und 19,99%
    – Eher Basis-Karten mit wenigen Zusatzleistungen
    – Niedrigere Kreditlimits (oft unter 1.000 €)
    – Alternative: Secured Credit Cards mit Guthaben
    -Hinterlegung

    Versteckte Kosten erkennen und vermeiden

    Eine Kreditkarte mit niedrigem Zinssatz kann trotzdem teuer sein, wenn versteckte Kosten nicht berücksichtigt werden. Diese Gebühren können die Vorteile eines günstigen Zinssatzes schnell zunichtemachen.

    Typische Gebührenfallen bei zinsgünstigen Kreditkarten

    Ähnlich wie beim Girokonto gibt es auch bei Kreditkarten oft versteckte Kostenfallen, die du kennen solltest.

    1. Jahresgebühren: Einige Karten mit besonders niedrigen Zinssätzen kompensieren dies durch höhere Jahresgebühren. Eine Jahresgebühr von 39 € macht den Zinsvorteil bereits zunichte, wenn dein durchschnittlicher Teilzahlungsbetrag unter 400 € pro Jahr liegt.

    2. Auslandseinsatzentgelte: Diese betragen typischerweise zwischen 1,5% und 3,5% des Umsatzes. Bei einem Urlaub mit 2.000 € Kartenausgaben können so zusätzliche 70 € anfallen.

    3. Bargeldabhebungsgebühren: Die Nutzung der Kreditkarte am Geldautomaten kostet meist 2-4% des abgehobenen Betrags, mindestens jedoch 5-10 €. Bei regelmäßigen Abhebungen summiert sich dies schnell.

    4. Gebühren für Zusatzleistungen:
    – Kartenversicherungen: 15-50 € jährlich
    – SMS-Benachrichtigungen: 0,50-1 € pro Nachricht
    – Papier-Abrechnungen: 1-3 € pro Abrechnung

    5. Gebühren für Änderungen des Zahlungsplans: Einige Anbieter berechnen Gebühren, wenn du nach Rechnungsstellung deinen Rückzahlungsplan änderst.

    Der effektive Jahreszins als wichtigster Vergleichswert

    Der effektive Jahreszins (EJZ) ist der wichtigste Wert beim Vergleich von Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion. Er berücksichtigt nicht nur den nominalen Zinssatz, sondern auch die meisten Nebenkosten und die Zinsberechnungsmethode.

    Die Berechnung des EJZ ist gesetzlich in der Preisangabenverordnung (PAngV) geregelt und ermöglicht einen objektiven Vergleich verschiedener Angebote. Der EJZ muss bei allen Kreditangeboten angegeben werden und dient als Maßstab für die tatsächlichen jährlichen Kosten des Kredits.

    Ein Beispiel zur Verdeutlichung:

    Kreditkarte Nominaler Zinssatz Effektiver Jahreszins Differenz
    Karte C 11,9% 12,63% +0,73%
    Karte D 10,9% 13,71% +2,81%

    Während Karte D einen niedrigeren Nominalzinssatz aufweist, ist der effektive Jahreszins deutlich höher als bei Karte C. Dies kann an zusätzlichen Gebühren oder einer ungünstigeren Zinsberechnungsmethode liegen. Der EJZ gibt dir also ein viel genaueres Bild der tatsächlichen Kreditkosten.

    Alternativen zu klassischen Kreditkarten mit Teilzahlung

    Revolvierende Kreditkarten sind nicht für jeden die beste Wahl. Je nach Nutzungsverhalten können alternative Zahlungsmittel deutlich kostengünstiger sein.

    Charge Cards und ihre Vorteile

    Charge Cards unterscheiden sich von klassischen Kreditkarten dadurch, dass der ausstehende Betrag am Ende des Abrechnungszeitraums vollständig beglichen werden muss. Dies bietet mehrere Vorteile:

    Keine Zinszahlungen: Da keine Teilzahlung möglich ist, fallen keine Zinsen an.
    Höhere Ausgabenlimits: Charge Cards haben oft kein festes Limit, sondern passen sich deinem Ausgabeverhalten und deiner Bonität an.
    Prestige und Zusatzleistungen: Viele Charge Cards bieten umfangreiche Versicherungspakete, Concierge-Services und Bonusprogramme.

    Die Kostenstruktur von Charge Cards basiert in der Regel auf höheren Jahresgebühren (oft 100-700 €), die jedoch durch die Zusatzleistungen und den Verzicht auf Zinszahlungen kompensiert werden können.

    Kriterium Charge Card Revolvierende Kreditkarte
    Rückzahlung Vollständig zum Abrechnungsstichtag Flexible Teilzahlung möglich
    Zinsen Keine (bei pünktlicher Zahlung) 7,9%-19,99% p.a.
    Jahresgebühr Meist höher (100-700 €) Oft niedrig oder keine (0-50 €)
    Ausgabenlimit Flexibel, oft höher Fest definiert

    Charge Cards sind besonders für Nutzer geeignet, die:
    – ihre Kreditkarte regelmäßig für größere Ausgaben nutzen
    – stets den vollen Betrag zurückzahlen können
    – Wert auf exklusive Zusatzleistungen legen
    – von einem flexiblen Ausgabenlimit profitieren möchten

    Debitkarten als zinssichere Alternative

    Debitkarten bieten eine zinssichere Alternative zu klassischen Kreditkarten, da sie direkt mit deinem Girokonto verbunden sind und keine Kreditmöglichkeit bieten:

    Vorteile der direkten Kontobelastung:
    – Absolute Zinssicherheit: Keine Möglichkeit, in eine Zinsfalle zu tappen
    – Bessere Ausgabenkontrolle: Du kannst nur ausgeben, was auf deinem Konto verfügbar ist
    – Meist geringere oder keine Jahresgebühren
    – Zunehmende Akzeptanz weltweit durch Visa- oder Mastercard-Anbindung

    Nachteile gegenüber echten Kreditkarten:
    – Kein Zahlungsaufschub bis zum Abrechnungszeitraum
    – Sofortige Belastung des Kontos, dadurch weniger Liquidität
    – Oft höhere Auslandseinsatzentgelte
    – Häufig weniger umfangreiche Versicherungsleistungen
    – Teilweise Probleme bei Hotelbuchungen oder Mietwagen (Kaution)

    Ein genauer Vergleich zwischen Debit- und Kreditkarten zeigt dir, welche Option besser zu deinen Bedürfnissen passt.

    Innovative Debitkarten-Angebote wie die N26 Debit Mastercard oder die DKB Visa Debitkarte kombinieren die Vorteile einer Debitkarte mit zusätzlichen Features wie günstigen Auslandseinsätzen oder Reiseversicherungen. Diese modernen Debitkarten können für viele Nutzer eine vollwertige Alternative zur klassischen Kreditkarte darstellen.

    Tipps zur Optimierung Ihrer Kreditkartennutzung

    Selbst wenn du bereits eine Kreditkarte mit hohem Zinssatz besitzt, gibt es Strategien, um deine Kosten zu minimieren und die Kreditkartennutzung zu optimieren.

    Strategien zur Vermeidung hoher Zinszahlungen

    1. Vollständige Rückzahlung priorisieren: Wann immer möglich, zahle den kompletten Rechnungsbetrag zurück. Selbst wenn du nur 10% mehr als die Mindestzahlung leistest, kann dies die Gesamtzinskosten erheblich reduzieren.

    2. Vermeidung des Zinseszinseffekts: Die exponentiell wachsende Belastung durch Zinseszins ist einer der Hauptgründe für langfristig hohe Kreditkartenkosten. Eine konstant hohe Rückzahlungsrate verhindert diesen Effekt.

    3. Einrichtung von Daueraufträgen: Richte einen festen monatlichen Dauerauftrag ein, der höher ist als die Mindestrate. Dies stellt sicher, dass du deine Schulden kontinuierlich reduzierst.

    4. Umschuldung auf zinsgünstigere Alternativen: Prüfe die Möglichkeit, hohe Kreditkartensalden auf einen günstigeren Ratenkredit umzuschulden. Selbst bei Zinsen von 4-5% kannst du gegenüber typischen Kreditkartenzinsen mehr als 50% sparen.

    5. Zinsfreie Perioden nutzen: Viele Kreditkarten bieten eine zinsfreie Periode zwischen Kauf und Abrechnung. Nutze diese strategisch für größere Anschaffungen, die du innerhalb dieses Zeitraums vollständig zurückzahlen kannst.

    Wann sich ein Kreditkartenwechsel lohnt

    Ein Wechsel zu einer zinsgünstigeren Kreditkarte kann sich in folgenden Situationen lohnen:

    Berechnung des Wechselvorteils:
    Um zu berechnen, ob sich ein Wechsel lohnt, multipliziere deinen durchschnittlichen Teilzahlungsbetrag mit der Zinsdifferenz zwischen alter und neuer Karte. Beispiel: Bei einem durchschnittlichen Teilzahlungsbetrag von 2.000 € und einer Zinsdifferenz von 7% (z.B. von 17% auf 10%) sparst du jährlich etwa 140 €.

    Optimales Timing des Kartenwechsels:
    – Wechsle idealerweise, wenn du keine oder nur geringe Kartensalden hast
    – Nutze Sonderaktionen mit 0% Zinsen auf Saldoübertragungen
    – Beachte, dass mehrere Kreditkartenanträge in kurzer Zeit deine Bonität beeinträchtigen können

    Umgang mit bestehenden Kartensalden:
    Für bestehende Salden auf deiner alten Kreditkarte gibt es verschiedene Strategien:

    1. Balance-Transfer-Angebote: Einige Kreditkartenanbieter werben mit günstigen Konditionen für die Übernahme bestehender Salden. Achte dabei auf:
    – Gebühren für den Transfer (meist 1-3% des übertragenen Betrags)
    – Zeitlich begrenzte Sonderzinssätze und deren Anschlusszinsen
    – Anwendbarkeit des Sonderzinses (nur für den übertragenen Betrag oder auch für Neukäufe)

    2. Umschuldungskredit: Bei hohen Salden kann ein separater Ratenkredit zur Ablösung des Kreditkartensaldos sinnvoller sein als ein Balance-Transfer.

    3. Zweistufige Strategie: Behalte vorübergehend beide Karten – zahle den alten Saldo ab und nutze für neue Ausgaben nur noch die günstigere Karte.

    ❔ Frequently Asked Questions

    Q

    Was bedeutet revolvierend bei einer Kreditkarte?

    Eine revolvierende Kreditkarte ermöglicht eine flexible Teilrückzahlung des genutzten Kreditrahmens. Du kannst monatlich einen Mindestbetrag zahlen und den Rest später begleichen, wobei der verfügbare Kreditrahmen sich entsprechend deiner Rückzahlungen wieder auffüllt.

    Q

    Wie wird der Zins bei einer Kreditkarte berechnet?

    Kreditkartenzinsen werden auf den offenen Saldo berechnet, meist täglich oder monatlich. Der Zinssatz (p.a.) wird durch 365 (Tage) oder 12 (Monate) geteilt und mit dem aktuellen Saldo sowie der Anzahl der Tage/Monate multipliziert.

    Q

    Welche Kreditkarte hat aktuell den niedrigsten Zinssatz?

    Die Santander BestCard Basic bietet mit einem effektiven Jahreszins ab 7,99% aktuell einen der niedrigsten Zinssätze auf dem deutschen Markt. Allerdings hängt der individuelle Zinssatz von deiner persönlichen Bonität ab.

    Q

    Was ist der Unterschied zwischen effektivem und nominalem Zinssatz?

    Der nominale Zinssatz (Sollzins) gibt nur den reinen Zinssatz an. Der effektive Jahreszins berücksichtigt zusätzlich anfallende Kosten und die Zinsberechnungsmethode und zeigt daher die tatsächlichen Gesamtkosten des Kredits.

    Q

    Lohnt sich eine Kreditkarte mit niedrigem Zins trotz Jahresgebühr?

    Das hängt von deinem Nutzungsverhalten ab. Berechne die Ersparnis durch den niedrigeren Zins im Verhältnis zur Jahresgebühr. Bei regelmäßiger Teilzahlung größerer Beträge rechtfertigt die Zinsersparnis oft die Jahresgebühr.

    Q

    Wann ist eine Charge Card besser als eine revolvierende Kreditkarte?

    Eine Charge Card ist besser, wenn du deine Ausgaben immer vollständig zurückzahlen kannst, ein flexibles Ausgabenlimit benötigst und von umfangreichen Zusatzleistungen profitieren möchtest. Sie vermeidet vollständig das Risiko hoher Zinszahlungen.

    Q

    Wie funktioniert ein Kreditkarten-Balance-Transfer?

    Bei einem Balance-Transfer überträgst du den ausstehenden Betrag einer bestehenden Kreditkarte auf eine neue Karte mit günstigeren Zinsen. Oft gelten Sonderkonditionen für transferierte Beträge, häufig fallen Transfergebühren von 1-3% an.

  • Betriebliche Altersvorsorge: Steuervorteile optimal nutzen

    Betriebliche Altersvorsorge: Steuervorteile optimal nutzen

    Themen in diesem Artikel:

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Die betriebliche Altersvorsorge bietet dir eine wertvolle Möglichkeit, deinen Lebensstandard im Rentenalter zu sichern. Du zahlst einen Teil deines Bruttoeinkommens in ein Vorsorgeprodukt ein, während dein Arbeitgeber die Beiträge mit einem Zuschuss unterstützt. Diese Form der Altersvorsorge bringt dir unmittelbare Steuervorteile und reduziert deine Sozialabgaben. Gleichzeitig profitierst du von gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitgeberzuschüssen und Freibeträgen im Rentenalter. Hier erfährst du, wie die betriebliche Altersvorsorge funktioniert, welche Vorteile sie bietet und wann sie für dich besonders sinnvoll ist.

    Das ist die betriebliche Altersvorsorge

    Die betriebliche Altersvorsorge, kurz bAV, stellt eine der tragenden Säulen im Drei-Säulen-Modell der Altersvorsorge dar. Als Mitarbeiter:in zahlst du einen frei gewählten Teil deines Bruttoeinkommens in ein Vorsorgeprodukt ein, während dein Arbeitgeber finanzielle Leistungen beisteuert. Dieses System schafft eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

    Das Besondere an der bAV: Die Beiträge werden direkt von deinem Bruttogehalt abgezogen, noch bevor Steuern und Sozialabgaben berechnet werden. Dadurch reduziert sich dein zu versteuerndes Einkommen automatisch, und du zahlst weniger Steuern sowie geringere Sozialabgaben. Diese Ersparnis macht sich bereits während der Ansparphase in deinem Nettogehalt bemerkbar.

    💡 Tipp

    Rechne dir konkret aus, wie viel du durch die Entgeltumwandlung tatsächlich sparst. Bei einem Bruttobeitrag von 100 Euro zahlst du effektiv oft nur 50-60 Euro aus eigener Tasche, da der Rest ohnehin an Steuern und Sozialabgaben gegangen wäre. Nutze dafür Online-Rechner deines Versicherers oder frage in der Personalabteilung nach einer individuellen Berechnung.

    Auch für deinen Arbeitgeber entstehen Vorteile. Er kann die Aufwendungen für deine Betriebsrente als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Bis zu einem bestimmten Umfang entfallen für ihn zudem Sozialversicherungsbeiträge, was die bAV auch aus Unternehmenssicht attraktiv macht.

    Bei Renteneintritt ändert sich die steuerliche Behandlung. Die ausgezahlte Betriebsrente muss dann versteuert werden, allerdings liegt dein persönlicher Steuersatz im Rentenalter meist deutlich niedriger als während deiner aktiven Berufsjahre. Diese nachgelagerte Besteuerung gehört zum Konzept der bAV und sollte bei deiner Planung berücksichtigt werden.

    Wann sich eine Betriebsrente für Arbeitnehmer:innen lohnt

    Die gesetzliche Rente reicht für die meisten Arbeitnehmer:innen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten. Deshalb ist es sinnvoll, neben der privaten Altersvorsorge auch eine Betriebsrente aufzubauen. Die bAV bietet dir dabei mehrere finanzielle Vorteile, die sich bereits während der Ansparphase bemerkbar machen.

    Der größte Vorteil liegt in der steuerlichen Behandlung. Da deine monatlichen Beiträge vom Bruttogehalt abgehen, reduziert sich die Bemessungsgrundlage für Steuern und Sozialabgaben. Das bedeutet konkret: Von jedem Euro, den du in deine Betriebsrente einzahlst, musst du nur einen Teil tatsächlich selbst aufbringen. Der Rest wäre ohnehin an Steuern und Sozialabgaben abgeflossen. Zusätzlich beteiligt sich dein Arbeitgeber mit Zuschüssen am Aufbau deiner Betriebsrente.

    Zwei wichtige Gesetzesänderungen haben die bAV deutlich attraktiver gemacht. Seit 2018 müssen Arbeitgeber bei neuen bAV-Verträgen die Beiträge von Versicherten mit mindestens 15 Prozent bezuschussen. Diese Regelung galt zunächst nur für Neuverträge, wurde aber 2022 auf alle Altverträge ausgeweitet, die vor 2018 abgeschlossen wurden. Damit profitieren nun alle Versicherten von diesem gesetzlichen Zuschuss.

    📌 Gut zu wissen

    Der 15-Prozent-Zuschuss ist nur das gesetzliche Minimum. Viele Arbeitgeber zahlen deutlich mehr – manche verdoppeln sogar deine Beiträge. Erkundige dich unbedingt nach den konkreten Konditionen in deinem Unternehmen, bevor du dich für eine Beitragshöhe entscheidest. Bei besonders großzügigen Arbeitgeberzuschüssen lohnt sich die bAV fast immer.

    Eine weitere Verbesserung trat 2020 in Kraft. Betriebsrentner:innen müssen seitdem keine Krankenkassenbeiträge auf die ersten 164,50 Euro ihrer monatlichen Betriebsrente zahlen. Diese Freigrenze wurde durch eine Gesetzesnovelle aus dem Jahr 2019 eingeführt und entlastet Rentner:innen spürbar bei den Sozialabgaben.

    Abgabenfreie Höchstgrenze der Betriebsrente

    Bei der Einzahlung in deine betriebliche Altersvorsorge gelten bestimmte Höchstgrenzen, bis zu denen du von Steuer- und Sozialabgabenfreiheit profitierst. Diese Grenzen orientieren sich an der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze und werden jährlich angepasst.

    Du kannst bis zu 8 Prozent der aktuell geltenden Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei in eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse einzahlen. Zusätzlich sind 4 Prozent der Beiträge sozialversicherungsfrei, was deine Belastung durch Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung reduziert.

    Im Jahr 2023 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 87.600 Euro in Westdeutschland und bei 85.200 Euro in Ostdeutschland. Daraus ergibt sich ein steuerfreier Höchstbetrag von 584 Euro monatlich, was einer Steigerung von 20 Euro gegenüber 2022 entspricht. Der maximale sozialabgabenfreie Anteil wurde um 10 Euro auf 292 Euro pro Monat erhöht.

    💡 Tipp

    Beginne nicht gleich mit dem Höchstbetrag, sondern taste dich langsam heran. Starte mit 50-100 Euro monatlich und erhöhe den Betrag schrittweise, wenn du dich an das reduzierte Nettogehalt gewöhnt hast. Viele bAV-Verträge erlauben flexible Beitragsanpassungen – nutze diese Möglichkeit, um deine Altersvorsorge an deine aktuelle Lebenssituation anzupassen.

    Diese Höchstgrenzen bieten dir einen erheblichen finanziellen Spielraum. Selbst wenn du den maximalen Betrag einzahlst, profitierst du von den steuerlichen Vorteilen und dem Arbeitgeberzuschuss. Je nach deinem individuellen Gehalt und deiner Lebenssituation kannst du die Höhe deiner Beiträge flexibel innerhalb dieser Grenzen gestalten.

    Die fünf Durchführungswege

    Für die Umsetzung deiner betrieblichen Altersversorgung stehen fünf verschiedene Durchführungswege zur Verfügung. Die Entscheidung, welche dieser Möglichkeiten in deinem Unternehmen angeboten werden, trifft grundsätzlich dein Arbeitgeber. Er kann dabei externe Versorgungsträger hinzuziehen, um die optimale Lösung für das Unternehmen und die Belegschaft zu finden.

    Die Direktversicherung ist der am häufigsten gewählte Weg. Hierbei schließt dein Arbeitgeber eine Lebens- oder Rentenversicherung auf deinen Namen ab. Du bist die versicherte Person und im Versorgungsfall bezugsberechtigt. Die Pensionskasse funktioniert ähnlich, ist aber eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, die speziell für die betriebliche Altersversorgung gegründet wurde.

    Beim Pensionsfonds handelt es sich um eine modernere Variante, die mehr Anlagemöglichkeiten bietet. Diese Form ermöglicht höhere Renditechancen, geht aber auch mit größeren Risiken einher. Die Direktzusage oder Pensionszusage bedeutet, dass dein Arbeitgeber dir direkt eine Versorgungsleistung zusagt und die Mittel im Unternehmen verwaltet. Die Unterstützungskasse schließlich ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, die vom Arbeitgeber finanziert wird und keine Rechtsansprüche der Arbeitnehmer:innen begründet.

    📌 Gut zu wissen

    Du hast zwar keinen Einfluss auf die Wahl des Durchführungswegs, aber du hast einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung. Das bedeutet: Dein Arbeitgeber muss dir mindestens einen der fünf Durchführungswege anbieten. Verweigert er dies, kannst du auf einer Direktversicherung bestehen und sogar den Anbieter selbst auswählen.

    Jeder dieser Durchführungswege hat spezifische Vor- und Nachteile hinsichtlich Sicherheit, Rendite und Flexibilität. Dein Arbeitgeber wählt den Weg aus, der am besten zur Unternehmensstruktur und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden passt.

    Vor- und Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge

    Die betriebliche Altersvorsorge bietet dir zahlreiche Vorteile, die über die reine Altersabsicherung hinausgehen. Gleichzeitig solltest du auch einige Einschränkungen kennen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

    Die wichtigsten Vorteile im Überblick: Während der Ansparphase genießt du einen umfassenden Pfändungsschutz. Der Staat darf in Form des Fiskus nicht auf deine angesparten Beiträge zugreifen. Dieser Schutz gilt sogar für Arbeitnehmer:innen, die Grundsicherung erhalten, was die bAV zu einer besonders sicheren Vorsorgeform macht.

    Die Gesundheitsprüfung bei Abschluss einer bAV gestaltet sich deutlich einfacher als bei privaten Versicherungen. Auch mit Vorerkrankungen kannst du eine betriebliche Altersvorsorge abschließen. Je nach Vertragsgestaltung, beispielsweise wenn eine Unfallversicherung inkludiert ist, besteht zudem Anspruch auf Leistungen im Invaliditätsfall.

    Ein weiterer bedeutender Vorteil zeigt sich im Rentenalter. Falls du Grundsicherung beantragen musst, wird deine Betriebsrente nicht in voller Höhe angerechnet. Der Gesetzgeber hat einen Sockelbetrag von 100 Euro festgelegt, der unangetastet bleibt. Dieser Freibetrag sichert dir ein Stück finanzielle Unabhängigkeit, selbst wenn du auf staatliche Unterstützung angewiesen bist.

    Die Nachteile solltest du ebenfalls berücksichtigen: Dein Arbeitgeber ist lediglich verpflichtet, die vereinbarten Beiträge an den Versicherer zu zahlen. Er darf jedoch keine Garantie darauf geben, dass die gezahlten Beiträge in der Zukunft erhalten bleiben oder eine bestimmte Rendite erwirtschaften. Folglich kann er auch keine garantierte Rentenhöhe nennen. Die tatsächliche Höhe deiner späteren Betriebsrente hängt von der Entwicklung der Kapitalmärkte und der Verwaltung durch den Versorgungsträger ab.

    💡 Tipp

    Lass dich nicht von der nachgelagerten Besteuerung abschrecken! Erstelle eine realistische Prognose deiner Renteneinkünfte und berechne deinen voraussichtlichen Steuersatz im Alter. In den meisten Fällen liegt dieser deutlich unter deinem heutigen Steuersatz. Tools wie der Rentenrechner der Deutschen Rentenversicherung helfen dir bei dieser Einschätzung.

    Bei der Auszahlung im Rentenalter musst du deine Betriebsrente versteuern. Darüber hinaus fallen für gesetzlich Versicherte Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an, allerdings erst ab dem Freibetrag von 164,50 Euro monatlich. Diese nachgelagerte Besteuerung und die Sozialabgaben reduzieren die Nettorente, wobei der niedrigere Steuersatz im Alter diesen Effekt teilweise ausgleicht.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Was ist eine betriebliche Altersvorsorge?

    Die betriebliche Altersvorsorge ist eine vom Arbeitgeber unterstützte Altersvorsorge. Du zahlst einen Teil deines Bruttogehalts ein, während dein Arbeitgeber die Beiträge mit mindestens 15 Prozent bezuschusst und du von Steuervorteilen profitierst.

    Q

    Wie viel kann ich steuerfrei in die bAV einzahlen?

    Im Jahr 2023 kannst du bis zu 584 Euro monatlich steuerfrei einzahlen, das entspricht 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze. Zusätzlich sind 292 Euro pro Monat sozialversicherungsfrei, was deine Abgabenlast deutlich reduziert.

    Q

    Muss ich die Betriebsrente später versteuern?

    Ja, die Betriebsrente muss bei Auszahlung versteuert werden. Allerdings liegt dein Steuersatz im Rentenalter meist niedriger als während der Berufstätigkeit. Gesetzlich Versicherte zahlen zudem Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ab 164,50 Euro monatlich.

    Q

    Was passiert mit meiner bAV bei einem Jobwechsel?

    Bei einem Jobwechsel kannst du deine bAV in der Regel mitnehmen oder beitragsfrei stellen. Dein neuer Arbeitgeber kann den bestehenden Vertrag übernehmen oder du schließt einen neuen Vertrag ab. Die bereits erworbenen Ansprüche bleiben dir in jedem Fall erhalten.

    Q

    Kann ich meine bAV kündigen und mir das Geld auszahlen lassen?

    Eine vorzeitige Kündigung mit Auszahlung ist bei der bAV in der Regel nicht möglich. Du kannst den Vertrag jedoch beitragsfrei stellen, wenn du keine weiteren Einzahlungen mehr leisten möchtest. Die Auszahlung erfolgt dann erst bei Renteneintritt oder bei Eintritt eines versicherten Ereignisses wie Berufsunfähigkeit.

    Q

    Welcher Durchführungsweg ist der beste für mich?

    Den Durchführungsweg wählt dein Arbeitgeber aus, du hast hier kein Mitspracherecht. Die Direktversicherung ist am weitesten verbreitet und bietet eine gute Balance aus Sicherheit und Flexibilität. Bei höheren Einkommen kann eine Unterstützungskasse vorteilhaft sein, da hier keine Beitragsgrenzen gelten.

  • Wechselmodell Unterhalt: So wird der Barunterhalt berechnet

    Wechselmodell Unterhalt: So wird der Barunterhalt berechnet

    Themen in diesem Artikel:

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Wenn du dich von deinem Partner oder deiner Partnerin trennst, bleibt ihr beide für den Unterhalt eurer gemeinsamen Kinder verantwortlich. Die familiäre Betreuung und Erziehung von Kindern kostet viel Geld – das wissen alle Eltern nur zu gut. Besonders interessant wird es, wenn die Kinder wechselweise bei beiden Elternteilen leben. Dieses sogenannte Wechselmodell hat direkte Auswirkungen auf die Unterhaltszahlungen und unterscheidet sich grundlegend vom klassischen Residenzmodell.

    Was ist eigentlich Barunterhalt?

    Der Gesetzgeber unterscheidet zwei verschiedene Formen des Unterhalts, wenn es um die Betreuung und Erziehung gemeinsamer Kinder geht. Diese Unterscheidung ist wichtig, um zu verstehen, wie sich die finanzielle Verantwortung zwischen getrennten Eltern aufteilt.

    Der Betreuungs- oder Naturalunterhalt umfasst alle Leistungen, die ein Elternteil erbringt, wenn das Kind in seinem Haushalt lebt. Dazu gehören die Ernährung und Kleidung, der Wohnraum, die Anschaffung von Schulbüchern, das Taschengeld und auch die Vorsorge im Krankheitsfall. Diese Form des Unterhalts wird nicht in Geld gemessen, sondern durch die tatsächliche Betreuungsleistung erfüllt.

    Der Barunterhalt hingegen ist ein monatlicher Geldbetrag, den der andere Elternteil zahlt, um sich am Unterhalt des Kindes zu beteiligen. Seine Höhe richtet sich nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle, die den finanziellen Bedarf von Kindern entsprechend des Alters regelt und vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen abhängig ist.

    📌 Gut zu wissen

    Die Düsseldorfer Tabelle wird übrigens nur deshalb so bezeichnet, weil sie in Düsseldorf veröffentlicht wird – so einfach ist das. Sie gilt aber bundesweit als Richtlinie für die Berechnung des Kindesunterhalts.

    Bei volljährigen Kindern greifen besondere Regelungen, die hier jedoch nicht behandelt werden, da sich dieser Artikel auf minderjährige Kinder konzentriert.

    Das klassische Modell passt für viele Eltern nicht mehr

    Die gesetzlichen Regelungen zu Trennung, Scheidung und Kindesunterhalt orientieren sich an einem „klassischen“ Modell, das Juristen als Residenzmodell bezeichnen. Dabei wird davon ausgegangen, dass einer der Elternteile den überwiegenden Anteil bei der Betreuung leistet und das Kind oder die Kinder bei diesem Elternteil gemeldet sind.

    Der andere Elternteil hat zwar auch Ausgaben für Essen und Wohnung, wenn das Kind ihn besucht, aber das ändert nichts an der Verpflichtung zum Barunterhalt. Auch die Höhe der zu zahlenden Beträge bleibt davon unberührt. Ein Zeitraum von fünf Tagen im Monat, an denen das Kind beim anderen Elternteil lebt, wird als üblich angesehen und hat keine Auswirkungen auf die Unterhaltspflicht.

    Dieses traditionelle Modell entspricht jedoch nicht mehr der Lebensrealität vieler moderner Familien. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich im Verständnis von Familie viel geändert, und viele Eltern möchten weiterhin gemeinsam ihre Kinder erziehen, auch wenn sie sich getrennt haben.

    Das Wechselmodell beim Barunterhalt: Beide Elternteile schultern die Kosten

    Der Gesetzgeber kennt inzwischen das Wechselmodell bei Kindesunterhalt und Betreuung. Allerdings stößt dieses Modell in der Praxis oft an seine Grenzen. Es funktioniert nur dann gut, wenn beide Elternteile am selben Ort wohnen – oder zumindest so nah beieinander, dass die Kinder problemlos weiterhin dieselbe Schule besuchen können.

    📌 Gut zu wissen

    Bei kleineren Kindern müssen beide Elternteile genügend Zeit haben, die Betreuung zu übernehmen. Sie sind also auf flexible Arbeitszeiten und/oder Teilzeit angewiesen. Ohne diese zeitliche Flexibilität ist ein echtes Wechselmodell praktisch nicht umsetzbar.

    Es gibt eine ganze Reihe von Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen – und das muss im Zweifel auch einer gerichtlichen Überprüfung standhalten:

    • Ein Wechselmodell liegt nur dann vor, wenn sich beide Eltern tatsächlich zu gleichen Teilen um die Kinder kümmern. Das heißt also rund 15 Tage pro Monat bei jedem Elternteil.
    • Weicht die Aufenthaltsdauer des Kindes oder der Kinder deutlich von der hälftigen Verteilung ab, gibt es kein Wechselmodell. Ein Wechsel von zwei Dritteln zu einem Drittel des Monats ist juristisch kein Wechselmodell.
    • Beide Elternteile müssen weiterhin regelmäßig miteinander kommunizieren. Im Zweifel werden dazu auch die Kinder angehört, die bekanntlich eine Menge mitbekommen.

    Leben die Kinder zwar jeweils 15 Tage bei den Elternteilen, aber diese kommunizieren während dieser Zeit nicht miteinander – etwa zur Erziehung, Schule oder Kita – ist das juristisch ebenfalls kein Wechselmodell. Die Kommunikation und Abstimmung zwischen den Eltern ist ein wesentliches Kriterium.

    Handelt es sich um ein echtes Wechselmodell, dann schulden sich beide Elternteile auch Barunterhalt. Sie schultern die finanziellen Kosten also gemeinsam, was eine grundlegend andere Situation darstellt als beim Residenzmodell.

    Wie wird der Unterhalt beim Wechselmodell berechnet?

    Die wechselseitige Verpflichtung zum Barunterhalt lässt sich leider nicht so einfach aus Tabellen ablesen. Jeder Fall muss individuell errechnet werden, weshalb ein Anwalt mit dem Schwerpunkt Familienrecht hier gut Unterstützung bieten kann.

    Die Berechnung erfolgt in mehreren Schritten, die aufeinander aufbauen:

    1. Schritt 1: Die Nettoeinkommen beider Eltern werden addiert. Anhand dieser Summe wird in der Düsseldorfer Tabelle der Unterhaltsbedarf für das Kind oder die Kinder abgelesen.
    2. Schritt 2: Auf diesen Bedarf werden die Mehrkosten addiert, die sich durch die gemeinsame Betreuung ergeben. Das sind insbesondere die Mehrkosten in der Miete für ein eigenes Kinderzimmer bei beiden Elternteilen.
    3. Schritt 3: Die jeweiligen Nettoeinkommen der Elternteile werden um den sogenannten Selbstbehalt gekürzt. Das ergibt das jeweils einsetzbare Einkommen.
    4. Schritt 4: Diese beiden Einkommen werden ins Verhältnis gesetzt.

    Die Formel lautet:

    Barunterhalt 1 = (einsetzbares Einkommen 1 / einsetzbares gemeinsames Einkommen) × Unterhaltsbedarf

    Entsprechend wird der Barunterhalt 2 berechnet:

    Barunterhalt 2 = (einsetzbares Einkommen 2 / einsetzbares gemeinsames Einkommen) × Unterhaltsbedarf

    💡 Tipp

    Dokumentiere alle Ausgaben für dein Kind sorgfältig, besonders die Mehrkosten, die durch das Wechselmodell entstehen (zweites Kinderzimmer, doppelte Ausstattung mit Kleidung, Spielzeug etc.). Diese Dokumentation kann bei der Berechnung des Unterhalts und eventuellen gerichtlichen Auseinandersetzungen sehr hilfreich sein. Führe am besten ein digitales Haushaltsbuch oder sammle alle Belege in einem separaten Ordner.

    Durch diese Berechnung wird sichergestellt, dass beide Elternteile entsprechend ihrer finanziellen Möglichkeiten zum Unterhalt beitragen. Der Elternteil mit dem höheren Einkommen zahlt prozentual mehr, während der Elternteil mit dem niedrigeren Einkommen entsprechend weniger beiträgt.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Was ist der Unterschied zwischen Barunterhalt und Betreuungsunterhalt?

    Betreuungsunterhalt (auch Naturalunterhalt genannt) umfasst alle Leistungen wie Ernährung, Kleidung, Wohnraum und Betreuung, die direkt im Haushalt eines Elternteils erbracht werden. Barunterhalt ist hingegen ein monatlicher Geldbetrag, den der andere Elternteil zahlt, um sich finanziell am Unterhalt des Kindes zu beteiligen.

    Q

    Wann liegt ein echtes Wechselmodell vor?

    Ein echtes Wechselmodell liegt nur vor, wenn beide Eltern sich zu gleichen Teilen um die Kinder kümmern (jeweils etwa 15 Tage pro Monat) und regelmäßig miteinander über Erziehung, Schule und andere wichtige Belange kommunizieren. Die zeitliche Gleichverteilung ist eine zwingende Voraussetzung.

    Q

    Wie wird der Unterhalt im Wechselmodell berechnet?

    Die Nettoeinkommen beider Eltern werden addiert und der Unterhaltsbedarf aus der Düsseldorfer Tabelle ermittelt. Nach Addition der Mehrkosten und Abzug des Selbstbehalts wird der Unterhalt proportional nach dem einsetzbaren Einkommen auf beide Eltern aufgeteilt. Jeder Fall muss individuell berechnet werden.

    Q

    Muss beim Wechselmodell trotzdem Barunterhalt gezahlt werden?

    Ja, beim echten Wechselmodell schulden sich beide Elternteile gegenseitig Barunterhalt. Anders als beim Residenzmodell schultern beide Elternteile die finanziellen Kosten gemeinsam, entsprechend ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

    Q

    Welche Mehrkosten werden beim Wechselmodell berücksichtigt?

    Berücksichtigt werden insbesondere die Mehrkosten für ein eigenes Kinderzimmer bei beiden Elternteilen, doppelte Ausstattung mit Kleidung, Spielzeug und Schulmaterialien sowie erhöhte Fahrtkosten. Beide Haushalte müssen kindgerecht ausgestattet sein, was zu deutlichen Mehrkosten führt.

    Q

    Kann ich das Wechselmodell gerichtlich durchsetzen?

    Ein Wechselmodell kann nur funktionieren, wenn beide Eltern kooperativ sind und kommunizieren können. Gerichte prüfen sehr genau, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Gegen den Willen eines Elternteils ist es schwer durchzusetzen, da die Kommunikation zwischen den Eltern essentiell für das Kindeswohl ist.

  • Carsharing: Alles über die geteilte Mobilität in Deutschland

    Carsharing: Alles über die geteilte Mobilität in Deutschland

    Themen in diesem Artikel:

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Carsharing boomt in Deutschland: Über 3,3 Millionen Menschen nutzen bereits die gemeinschaftliche Fahrzeugnutzung – Tendenz stark steigend. Das Konzept verbindet Flexibilität mit Kostenersparnis und bietet dir eine clevere Alternative zum eigenen Auto. Ob spontane Kurzstrecke oder geplante Wochenendfahrt: Carsharing passt sich deinem Mobilitätsbedarf an, ohne dass du dich um Wartung, Versicherung oder Tanken kümmern musst.

    Carsharing: So funktioniert’s

    Beim Carsharing nutzt du ein Fahrzeug gegen eine entsprechende Gebühr – ähnlich wie bei einer klassischen Mietwagenfirma, aber deutlich flexibler. Der Fahrzeughalter ist in der Regel ein kommerzieller oder privater Carsharing-Anbieter, mit dem du vorab einen Vertrag abschließt. Nach der Anmeldung kannst du die Fahrzeuge des Anbieters jederzeit buchen, reservieren und fahren.

    Buchung und Bezahlung eines Carsharing-Fahrzeugs

    Die Buchung läuft rund um die Uhr über eine Website oder App, meist auch telefonisch. Dabei wählst du aus verschiedenen Fahrzeugtypen unterschiedlicher Größen und Antriebsarten – vom kompakten Stadtflitzer bis zum geräumigen Kombi, vom Benziner bis zum Elektroauto. Mit deiner Kundenkarte oder dem Smartphone öffnest du das gebuchte Fahrzeug. Der Autoschlüssel befindet sich entweder im Fahrzeug selbst oder in Schlüsseltresoren daneben, die du ebenfalls mit der Kundenkarte, per App oder mit einer PIN öffnest.

    💡 Tipp

    Lade dir die Apps mehrerer Carsharing-Anbieter herunter und registriere dich bei verschiedenen Diensten. So erhöhst du deine Chancen, immer ein verfügbares Fahrzeug in deiner Nähe zu finden und kannst je nach Situation den günstigsten Anbieter wählen.

    Im Rahmen der Registrierung hast du eine Bezahlart angegeben – etwa Lastschrift, PayPal oder Kreditkarte. Die Autonutzung wird damit automatisch nach Fahrtende bezahlt. Die genauen Kosten erhältst du anschließend zusammengefasst in einer E-Mail. Der Fahrpreis ist ein Rundum-sorglos-Paket: Benzin beziehungsweise Strom, Versicherung, Reparatur, Wartung und Pflege, TÜV sowie Reifenwechsel sind bereits enthalten. Du zahlst nur für die tatsächliche Nutzung – ohne versteckte Zusatzkosten.

    Tanken eines Carsharing-Fahrzeugs

    Du bist nicht verpflichtet, Fahrzeuge nach einer Fahrt wieder aufzutanken oder aufzuladen. Entscheidest du dich dennoch dafür, erhältst du bei den meisten Anbietern als Entschädigung für den entstandenen Zeitaufwand ein Guthaben für künftige Fahrten. Carsharing-Anbieter kooperieren in der Regel mit bestimmten Tankstellen. Für diese Partnertankstellen befinden sich im Fahrzeug Prepaid-Tankkarten, mit denen das Auftanken bezahlt wird. Informationen zu Partnertankstellen in der Nähe erhältst du über die App des Anbieters – so findest du schnell und unkompliziert die nächste Lademöglichkeit.

    Die Varianten von Carsharing

    Beim Carsharing gibt es zwei Modelle, die sich hinsichtlich des Standorts der Fahrzeuge grundlegend unterscheiden: stationsbasiertes Carsharing und sogenanntes Free Floating. Beide Varianten haben ihre eigenen Vorzüge und passen zu unterschiedlichen Nutzungsszenarien.

    Beim stationsbasierten Carsharing starten und enden die Fahrten an bestimmten Standorten. Du holst das Fahrzeug dort ab und bringst es nach Ende der Fahrt dorthin zurück. Diese Variante bietet dir zwei wesentliche Vorteile: Die Reservierung der Fahrzeuge kann mehrere Wochen im Voraus geplant werden, und die Fahrzeuge stehen zuverlässig an den festgelegten Orten bereit. Perfekt also, wenn du deine Mobilität langfristig planst oder ein Fahrzeug für einen bestimmten Zeitraum garantiert benötigst.

    Beim Free Floating gibt es keine festen Plätze, an denen die Fahrzeuge geparkt werden. Sie stehen an beliebigen Orten innerhalb eines vom Anbieter definierten Nutzungsgebiets. Wo genau ein freies Fahrzeug steht, siehst du in der App, über die du das Auto auch buchst. Nach der Fahrt kannst du es wiederum an einem beliebigen Ort des Gebiets abstellen – maximale Flexibilität für spontane Fahrten.

    📌 Gut zu wissen

    Bei der Free-Floating-Variante ist nicht garantiert, dass sich zum Zeitpunkt deines Mobilitätsbedarfs ein Fahrzeug in der Nähe befindet. Meist ist nur eine Reservierung von 15 bis 30 Minuten im Voraus möglich. Plane daher für wichtige Termine immer einen Zeitpuffer ein oder weiche auf stationsbasiertes Carsharing aus.

    Vorteilhaft am Free Floating ist jedoch, dass du dir kurzfristig ein Fahrzeug buchen kannst, ohne die Dauer der Fahrt vorher zu kennen, und dass One-Way-Fahrten möglich sind – ideal für den spontanen Stadtbummel oder die Fahrt zum Flughafen.

    Darüber hinaus existieren Angebote, die stationsbasiertes und Free-Floating-Carsharing kombinieren und dir dadurch alle genannten Vorteile bieten. So profitierst du von der Planungssicherheit fester Stationen und der Spontaneität des Free Floatings – je nachdem, was deine aktuelle Situation erfordert.

    Das kostet Carsharing

    Stationsbasiertes Carsharing ist in der Regel günstiger als das Free-Floating-Modell. Allgemein liegen die Kosten für eine Stunde Fahrzeit zwischen 4 und 19 Euro. Die Kosten pro Minute bewegen sich zwischen 0,25 Euro, alternativ werden 0,70 Euro pro Kilometer berechnet – abhängig vom Anbieter und Fahrzeugtyp.

    Im Gegensatz zum Besitz eines eigenen Fahrzeugs entfallen für dich als Carsharing-Nutzende:r Kosten für Anschaffung, Steuern, Treibstoff, Wartung, Reifenwechsel, Reparaturen und Reinigung. Diese Kostenersparnis macht Carsharing besonders attraktiv für Menschen, die ein Auto nur gelegentlich benötigen.

    💡 Tipp

    Führe ein Fahrtenbuch über drei Monate und notiere alle Autofahrten. Rechne dann aus, was dich diese Fahrten mit Carsharing kosten würden und vergleiche sie mit den Gesamtkosten deines eigenen Autos inklusive Wertverlust, Versicherung und Fixkosten. So findest du heraus, ob sich ein Umstieg für dich lohnt.

    Ob Carsharing die kostengünstigere Lösung ist, hängt zudem von den gefahrenen Kilometern ab. Bei weniger als 5.000 bis 10.000 Kilometer im Jahr ist Carsharing in der Regel günstiger als die Strecken mit einem eigenen Auto zu fahren. Nutzt du ein Fahrzeug nur sporadisch für Einkäufe, Ausflüge oder gelegentliche Fahrten, sparst du mit Carsharing erheblich gegenüber den Gesamtkosten eines eigenen Autos.

    📌 Gut zu wissen

    Carsharing vs. Autovermietung: Der entscheidende Unterschied liegt in den Inklusivleistungen. Beim Carsharing sind Kraftstoff oder Strom bereits im Preis enthalten, während du bei der klassischen Autovermietung meist selbst tanken und die Kosten tragen musst. Außerdem ist Carsharing stundenweise buchbar, während Mietwagen meist tageweise abgerechnet werden.

    Die Entwicklung von Carsharing in Deutschland

    1988 entstand in Berlin die erste Carsharing-Organisation Deutschlands – der Startschuss für eine Erfolgsgeschichte. Das System Carsharing, die gemeinschaftliche Nutzung eines Fahrzeugs, verbreitet sich seitdem immer weiter. Laut dem Bundesverband Carsharing e. V. waren am 1. Januar 2022 in Deutschland 3.393.000 Fahrberechtigte zum Carsharing angemeldet – 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese beeindruckende Wachstumsrate zeigt, dass immer mehr Menschen die Vorteile der geteilten Mobilität für sich entdecken und Carsharing als echte Alternative zum eigenen Auto betrachten.

    💡 Tipp

    Viele Städte bieten spezielle Parkplätze nur für Carsharing-Fahrzeuge an, die oft zentral gelegen und kostenlos nutzbar sind. Informiere dich bei deiner Stadtverwaltung über diese Sonderparkflächen – das spart Zeit bei der Parkplatzsuche und macht Carsharing noch attraktiver.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Wie funktioniert die Buchung eines Carsharing-Fahrzeugs?

    Die Buchung erfolgt rund um die Uhr über eine Website oder App. Du wählst Fahrzeugtyp und Größe, öffnest das Auto mit Kundenkarte oder Smartphone und bezahlst automatisch nach Fahrtende über deine hinterlegte Zahlungsmethode.

    Q

    Was ist der Unterschied zwischen stationsbasiertem Carsharing und Free Floating?

    Beim stationsbasierten Carsharing holst du das Fahrzeug an festen Standorten ab und bringst es dorthin zurück. Beim Free Floating stehen Fahrzeuge flexibel im Nutzungsgebiet und können an beliebigen Orten innerhalb des definierten Bereichs abgestellt werden.

    Q

    Welche Kosten sind im Carsharing-Preis enthalten?

    Im Fahrpreis sind alle Kosten enthalten: Benzin oder Strom, Versicherung, Reparatur, Wartung und Pflege, TÜV sowie Reifenwechsel. Du zahlst nur für die tatsächliche Nutzung ohne versteckte Zusatzkosten.

    Q

    Ab welcher Kilometerleistung lohnt sich Carsharing finanziell?

    Bei weniger als 5.000 bis 10.000 Kilometer im Jahr ist Carsharing in der Regel günstiger als ein eigenes Auto. Es entfallen Anschaffungskosten, Steuern, Wartung und weitere Fixkosten eines eigenen Fahrzeugs.

    Q

    Kann ich ein Carsharing-Auto auch für längere Reisen nutzen?

    Ja, viele Anbieter bieten spezielle Tages- oder Wochenendtarife für längere Fahrten an. Diese sind oft günstiger als die stundenweise Abrechnung. Prüfe vorab die Konditionen deines Anbieters und vergleiche sie mit klassischen Mietwagenangeboten für längere Zeiträume.

    Q

    Was passiert bei einem Unfall mit einem Carsharing-Fahrzeug?

    Die Fahrzeuge sind vollkaskoversichert. Bei einem Unfall musst du den Anbieter sofort informieren und die Polizei rufen. Je nach Anbieter und Tarif kann eine Selbstbeteiligung anfallen, die meist zwischen 500 und 1.500 Euro liegt. Prüfe die Versicherungsbedingungen bei der Anmeldung.

  • Aufhebungsvertrag: Vorteile, Nachteile & wichtige Tipps

    Aufhebungsvertrag: Vorteile, Nachteile & wichtige Tipps

    Themen in diesem Artikel:

    • Was ist ein Aufhebungsvertrag: Einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer:in mit festgelegten Bedingungen und Zeitpunkt
    • Unterschiede zur Kündigung: Aufhebungsvertrag ist beidseitige Vereinbarung ohne Kündigungsfrist, Kündigungsschutz oder Betriebsratsbeteiligung im Gegensatz zur einseitigen Kündigung
    • Auswirkungen auf Arbeitslosengeld: Aufhebungsverträge können zu Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen beim ALG-Bezug führen und werden auf Bezugsdauer angerechnet
    • Vorteile für Arbeitnehmer:innen: Flexibler Ausstieg ohne Kündigungsfrist, mögliche Abfindung und schneller Wechsel zum neuen Arbeitgeber bei bereits vorliegender Zusage
    • Nachteile und Risiken: Verzicht auf Kündigungsschutz, schwere Anfechtbarkeit vor Gericht und potenzielle finanzielle Einbußen durch Sperrzeit beim Arbeitslosengeld

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Ein Arbeitsverhältnis kann auf zwei Wegen enden: durch einseitige Kündigung oder durch einen Aufhebungsvertrag. Der Aufhebungsvertrag bietet dir als Arbeitnehmer:in in bestimmten Situationen klare Vorteile – bringt aber auch Konsequenzen mit sich, die du unbedingt kennen solltest. Hier erfährst du alles Wichtige über diese Form der Vertragsbeendigung.

    Was ist ein Aufhebungsvertrag?

    Ein Aufhebungsvertrag bedeutet, dass du und dein Arbeitgeber gemeinsam beschließen, euer Arbeitsverhältnis unter bestimmten Bedingungen zu einem festgelegten Zeitpunkt zu beenden. Der Wunsch nach dieser vertraglichen Aufhebung kann dabei von beiden Seiten ausgehen.

    Dein Arbeitgeber könnte dir beispielsweise einen Aufhebungsvertrag anbieten – möglicherweise verbunden mit einer Abfindung – wenn ansonsten eine betriebsbedingte Kündigung drohen würde. Da ihr beide den Aufhebungsvertrag freiwillig unterschreibt, ist er vor Gericht schwer anfechtbar. Du verzichtest dabei auf deinen Kündigungsschutz, was deinem Arbeitgeber direkt Gewissheit über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gibt.

    Auf der anderen Seite möchtest du vielleicht deiner aktuellen Stelle lieber früher als später den Rücken kehren – beispielsweise, wenn du bereits eine Zusage von deinem neuen Arbeitgeber hast. In diesem Fall ermöglicht dir der Aufhebungsvertrag, nicht erst die Kündigungsfrist abwarten zu müssen. Im Vertrag wird der genaue Termin vereinbart, zu dem du aus der Beschäftigung entlassen bist.

    📌 Gut zu wissen

    Ein Aufhebungsvertrag ist nur in Schriftform gültig und muss nach § 623 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) von beiden Parteien unterschrieben werden. Mündliche Vereinbarungen oder E-Mails reichen nicht aus und sind rechtlich unwirksam.

    Geht das Angebot vom Arbeitgeber aus, solltest du unter normalen Umständen eine angemessene Bedenkzeit von in der Regel zwei Wochen erhalten, nach der du den Aufhebungsvertrag annehmen oder ablehnen kannst.

    Allerdings hat das Bundesarbeitsgericht einen Aufhebungsvertrag als wirksam erklärt, der einer Arbeitnehmerin als Alternative zur fristlosen Kündigung angeboten wurde und nur sofort ohne weitere Bedenkzeit angenommen werden durfte (AZ 6 AZR 333/21).

    Unterschiede zwischen Kündigung und Aufhebungsvertrag

    Eine Kündigung stellt eine einseitige Willenserklärung einer Partei dar – unabhängig davon, ob die andere Partei damit einverstanden ist. Im Gegensatz dazu ist ein Aufhebungsvertrag eine Regelung zwischen beiden Parteien.

    Gewissermaßen stellt er dadurch das Gegenstück zum Arbeitsvertrag dar: Im Arbeitsvertrag wird festgehalten, wann und zu welchen Konditionen einvernehmlich ein Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer:in begonnen wird. Im Aufhebungsvertrag hingegen wird das Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu festen Bedingungen und zu einem bestimmten Termin beendet.

    Da eine Kündigung nur von einer Seite ausgeht, ist sie an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die für einen Aufhebungsvertrag keine Rolle spielen. Die Kündigungsfrist muss bei einer Kündigung stets beachtet werden – entweder die vertraglich vereinbarte oder die gesetzliche. Im Gegensatz dazu kannst du durch einen Aufhebungsvertrag das Arbeitsverhältnis jederzeit und ohne Frist beenden.

    Der Kündigungsschutz greift nur bei Kündigungen durch den Arbeitgeber. Schwangere, Schwerbehinderte oder Elternzeitnehmer:innen stehen unter besonderem Schutz und können nur in Ausnahmefällen gekündigt werden. Unterschreibst du einen Aufhebungsvertrag, verzichtest du auf deinen Kündigungsschutz.

    Der Betriebsrat hat Mitspracherecht bei einer Kündigung seitens des Arbeitgebers. Er kann beispielsweise prüfen, ob die Richtlinien eingehalten und soziale Faktoren berücksichtigt wurden – oder ob eine Weiterbeschäftigung unter bestimmten Umständen oder an einem anderen Arbeitsplatz möglich ist. Bei einem Aufhebungsvertrag wird der Betriebsrat nicht miteinbezogen.

    💡 Tipp

    Prüfe vor Unterschrift eines Aufhebungsvertrags immer, ob du bereits einen neuen Job in Aussicht hast. Ist das der Fall, informiere das Arbeitsamt innerhalb von drei Tagen über die Beendigung deines Arbeitsverhältnisses – es sei denn, deine neue Stelle beginnt direkt im Anschluss.

    Aufhebungsvertrag und Arbeitslosengeld

    Kündigst du deine Beschäftigung eigenständig oder wirst selbstverschuldet entlassen, musst du eine sogenannte Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen abwarten, bis du Arbeitslosengeld (ALG) erhältst. Auch ein Aufhebungsvertrag kann zu einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld führen – schließlich wurde dir nicht gekündigt, sondern das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst.

    Die Sperrzeit wird hier außerdem auf die Dauer des ALG-Bezugs angerechnet. Wenn du beispielsweise Anspruch auf zwölf Monate Arbeitslosengeld hast und eine Sperrzeit von drei Monaten erhältst, verkürzt sich dein Anspruch auf neun Monate. Diese finanzielle Konsequenz solltest du unbedingt in deine Überlegungen einbeziehen, bevor du einen Aufhebungsvertrag unterschreibst.

    📌 Gut zu wissen

    Eine Sperrzeit kann vermieden werden, wenn du einen wichtigen Grund für die Aufhebung nachweisen kannst – etwa eine drohende betriebsbedingte Kündigung oder gesundheitliche Gründe. Lass dich hierzu unbedingt von einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten.

    Vorteile eines Aufhebungsvertrags für Arbeitnehmer:innen

    Der größte Vorteil eines Aufhebungsvertrags liegt in der Flexibilität beim Ausstieg. Du musst keine Kündigungsfrist einhalten und kannst das Arbeitsverhältnis zu einem Zeitpunkt beenden, der für dich optimal ist. Hast du bereits eine Zusage von einem neuen Arbeitgeber, ermöglicht dir der Aufhebungsvertrag einen schnellen Wechsel ohne lange Wartezeit.

    In vielen Fällen bietet dir dein Arbeitgeber im Rahmen des Aufhebungsvertrags eine Abfindung an. Diese kann finanziell attraktiv sein und dir den Übergang in eine neue berufliche Situation erleichtern. Besonders wenn eine betriebsbedingte Kündigung im Raum steht, kann ein Aufhebungsvertrag mit Abfindung eine gute Alternative darstellen.

    Ein weiterer Vorteil: Du vermeidest eine Kündigung im Lebenslauf. Ein Aufhebungsvertrag wirkt in deinen Bewerbungsunterlagen oft neutraler als eine Kündigung und kann im Vorstellungsgespräch positiver dargestellt werden. Du kannst die Beendigung des Arbeitsverhältnisses als einvernehmliche Entscheidung kommunizieren.

    💡 Tipp

    Verhandle bei einem Aufhebungsvertrag immer über eine Abfindung und ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Beides sollte schriftlich im Vertrag festgehalten werden. Als Faustregel für die Abfindungshöhe gilt: 0,5 bis 1 Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr.

    Nachteile und Risiken eines Aufhebungsvertrags

    Der größte Nachteil: Du verzichtest auf deinen Kündigungsschutz. Während dein Arbeitgeber bei einer Kündigung bestimmte Voraussetzungen erfüllen und Fristen einhalten muss, entfallen diese Schutzrechte bei einem Aufhebungsvertrag vollständig. Du kannst dich später nicht mehr auf den Kündigungsschutz berufen.

    Ein Aufhebungsvertrag ist schwer anfechtbar. Da beide Parteien freiwillig unterschreiben, hast du vor Gericht kaum Chancen, den Vertrag rückgängig zu machen. Nur in Ausnahmefällen – etwa bei Täuschung oder Drohung – kann ein Aufhebungsvertrag angefochten werden. Diese hohe Hürde bedeutet, dass du dir deiner Entscheidung absolut sicher sein musst.

    Die Sperrzeit beim Arbeitslosengeld kann erhebliche finanzielle Einbußen bedeuten. Bis zu zwölf Wochen ohne Einkommen können deine finanzielle Situation stark belasten. Zudem wird diese Sperrzeit auf die Gesamtdauer deines ALG-Anspruchs angerechnet, was deine Absicherung weiter verkürzt.

    Der Betriebsrat wird nicht einbezogen, was bedeutet, dass du auf dessen Unterstützung und Prüfung verzichtest. Bei einer Kündigung würde der Betriebsrat deine Interessen vertreten und möglicherweise Alternativen aufzeigen. Diese Kontrollinstanz fällt beim Aufhebungsvertrag komplett weg.

    💡 Tipp

    Lass dir ausreichend Bedenkzeit geben und hole dir rechtlichen Rat ein, bevor du einen Aufhebungsvertrag unterschreibst. Die Entscheidung sollte gut überlegt sein, da sie weitreichende Konsequenzen haben kann. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt oft die Kosten für eine anwaltliche Beratung.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Was ist der Unterschied zwischen Kündigung und Aufhebungsvertrag?

    Eine Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung mit Kündigungsfrist und Kündigungsschutz. Ein Aufhebungsvertrag ist eine beidseitige Vereinbarung ohne Frist, bei der du auf deinen Kündigungsschutz verzichtest und das Arbeitsverhältnis einvernehmlich beendest.

    Q

    Bekomme ich eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld nach einem Aufhebungsvertrag?

    In der Regel ja. Da das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst wurde, kann eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen entstehen. Diese wird zusätzlich auf die Gesamtdauer deines Arbeitslosengeld-Anspruchs angerechnet.

    Q

    Kann ich einen Aufhebungsvertrag nachträglich anfechten?

    Ein Aufhebungsvertrag ist vor Gericht schwer anfechtbar, da beide Parteien freiwillig unterschreiben. Nur in Ausnahmefällen wie Täuschung, Drohung oder arglistiger Täuschung besteht eine Chance auf erfolgreiche Anfechtung.

    Q

    Wie lange habe ich Bedenkzeit bei einem Aufhebungsvertrag?

    Unter normalen Umständen solltest du eine angemessene Bedenkzeit von in der Regel zwei Wochen erhalten. In Ausnahmefällen – etwa als Alternative zur fristlosen Kündigung – kann diese Frist entfallen.

    Q

    Habe ich Anspruch auf eine Abfindung bei einem Aufhebungsvertrag?

    Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung. Viele Arbeitgeber bieten jedoch eine Abfindung an, besonders wenn eine betriebsbedingte Kündigung droht. Die Höhe ist Verhandlungssache zwischen dir und deinem Arbeitgeber.

    Q

    Wann muss ich das Arbeitsamt über einen Aufhebungsvertrag informieren?

    Du musst das Arbeitsamt innerhalb von drei Tagen über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses informieren. Ausnahme: Wenn bereits ein neuer Arbeitsvertrag unterschrieben ist und die neue Stelle direkt anschließt.

  • Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: 4.008€ Steuervorteil

    Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: 4.008€ Steuervorteil

    Themen in diesem Artikel:

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Alleinerziehende erhalten mit dem Entlastungsbetrag eine wichtige finanzielle Unterstützung: Der Steuerfreibetrag beträgt 4.008 Euro jährlich und reduziert die Steuerlast spürbar. Kinder kosten Geld, und wer allein ohne Partner:in Kinder erzieht, muss oft sehr sparsam leben, um finanziell über die Runden zu kommen. Gerade wenn die Kinder noch kleiner sind, ist eine Tätigkeit in Vollzeit kaum mit der Erziehung und Beaufsichtigung der Kinder zu vereinbaren. Entsprechend niedrig ist oft auch das zur Verfügung stehende Einkommen. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende kann hier helfen, indem er die Steuerlast senkt und damit mehr Geld im Portemonnaie lässt.

    Was ist der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende?

    Beim Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende handelt es sich um einen Steuerfreibetrag. Dieses Geld wird bei der Steuer nicht berücksichtigt, sodass weniger Steuern gezahlt werden müssen und mehr vom Einkommen übrig bleibt. Das bedeutet konkret: Der Staat überweist kein zusätzliches Geld, sondern fördert Alleinerziehende indirekt durch die finanzielle Entlastung bei der Steuer. Der Freibetrag mindert die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer und sorgt damit für eine spürbare Reduzierung der Steuerlast.

    📌 Gut zu wissen

    Der Entlastungsbetrag ist kein direkter Geldzufluss, sondern wirkt sich nur auf deine Steuerlast aus. Je nach deinem persönlichen Steuersatz kann die tatsächliche Ersparnis zwischen etwa 1.000 und 1.800 Euro pro Jahr liegen. Wer keine oder nur sehr geringe Steuern zahlt, profitiert entsprechend weniger vom Entlastungsbetrag.

    Wie hoch ist der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende?

    Im Steuergesetz für das Jahr 2020 wurde der Entlastungsbeitrag deutlich erhöht: Er beträgt 4.008 Euro für das erste Kind. Lebt mehr als ein Kind im Haushalt, erhöht sich der Betrag um 240 Euro für jedes weitere Kind. Diese Staffelung berücksichtigt, dass mit jedem weiteren Kind auch die finanzielle Belastung steigt.

    Der Beitrag wird auf das Kalenderjahr gerechnet. Entfallen die Voraussetzungen für die Gewährung des Freibetrags innerhalb des Jahres – beispielsweise weil die Kinder nun beim anderen Elternteil leben – reduziert sich der Betrag pro Monat, in dem die Voraussetzungen nicht mehr gegeben waren, um ein Zwölftel. Diese monatsweise Berechnung stellt sicher, dass der Entlastungsbetrag nur für die Zeiträume gewährt wird, in denen die Voraussetzungen tatsächlich erfüllt waren.

    💡 Tipp

    Berechne deine voraussichtliche Steuerersparnis vorab: Bei einem Grenzsteuersatz von 30% sparst du durch den Entlastungsbetrag von 4.008 Euro etwa 1.200 Euro Steuern pro Jahr. Mit zwei Kindern (4.248 Euro Freibetrag) sind es bereits rund 1.274 Euro. Online-Steuerrechner können dir helfen, deine individuelle Ersparnis zu ermitteln.

    💡 Quick-Info: Entlastungsbeitrag, Kindergeld und Kinderfreibetrag

    Der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende ist eine zusätzliche Unterstützung und ersetzt nicht etwa das Kindergeld. Der Entlastungsbetrag hat auch keinen Einfluss auf die sogenannte „Günstigerprüfung“ des Finanzamts bei der Einkommenssteuererklärung, bei der automatisch errechnet wird, ob es für den:die Steuerpflichtige:n günstiger ist, die Kinderfreibeträge oder das Kindergeld bei der Steuer zu berücksichtigen.

    Diese Voraussetzungen müssen Alleinerziehende für den Entlastungsbeitrag erfüllen

    Um den Anspruch für den Entlastungsbeitrag zu erfüllen, müssen mehrere Voraussetzungen gleichzeitig gegeben sein. Zunächst muss ein Anspruch auf Kindergeld bestehen: Im Haushalt der:des Beantragenden muss also ein Kind wohnen und gemeldet sein, für das ein Kindergeldanspruch besteht. Ausschlaggebend ist der Anspruch, nicht eine tatsächliche Inanspruchnahme.

    Das Kind gehört zum Haushalt – davon geht das Finanzamt immer dann aus, wenn das Kind auch unter der gleichen Adresse wie der:die Beantragende gemeldet ist. Außerdem muss der:die Beantragende alleinstehend im Sinne des Gesetzes sein: Das Einkommenssteuergesetz definiert exakt, was „alleinstehend“ meint. Sobald die Person, die einen Antrag stellt, mit einem anderen Partner zusammenlebt, entfällt der Anspruch.

    📌 Gut zu wissen

    „Alleinstehend“ bedeutet steuerrechtlich: Du darfst nicht mit einer anderen volljährigen Person in einer Haushaltsgemeinschaft leben – außer es handelt sich um volljährige Kinder, für die noch Kindergeldanspruch besteht. Auch eine Wohngemeinschaft mit anderen Erwachsenen führt zum Verlust des Anspruchs, selbst wenn keine Beziehung besteht!

    Für die Beantragung muss zudem die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes übermittelt werden. Diese steuerliche Identifizierung ist notwendig, damit das Finanzamt die Angaben korrekt zuordnen kann.

    Wenn getrenntlebende Paare ihre Kinder gemeinsam erziehen wollen und dies auch für das Finanzamt offensichtlich ist – etwa weil das Kind an zwei Wohnorten gemeldet ist – treten Sonderregelungen in Kraft. Als Faustregel gilt: Das Elternteil, das Kindergeld erhält oder den Anspruch darauf hat, kann auch den Entlastungsbeitrag beantragen.

    Entlastungsbeitrag und Lohnsteuer

    Für Alleinerziehende ist oft jeder Euro wichtig. Um nicht auf die jährliche Gewährung des Entlastungsbeitrags zu warten, sondern möglichst schnell eine finanzielle Entlastung zu spüren, kann der Betrag auch bereits bei der Lohnsteuer berücksichtigt werden. Ist das der Fall, werden bei der Zahlung von Lohn oder Gehalt weniger Steuern abgezogen, sodass bereits monatlich mehr Geld zur Verfügung steht.

    Dazu können Alleinerziehende den Wechsel in die Steuerklasse 2 beantragen. Die Finanzämter halten auf ihren Internetseiten entsprechende Formulare unter dem Titel „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ bereit. Zum Wechsel der Steuerklasse müssen das Hauptformular und die Anlage „Kind“ ausgefüllt werden. Dieser Wechsel sorgt dafür, dass die Entlastung nicht erst mit der Steuererklärung im Folgejahr, sondern bereits während des laufenden Jahres wirksam wird.

    💡 Tipp

    Beantrage den Wechsel in Steuerklasse 2 sofort nach der Trennung oder Geburt deines Kindes! So erhältst du die Entlastung bereits monatlich mit deinem Gehalt. Bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro kann das monatlich etwa 70-100 Euro mehr Netto bedeuten – Geld, das du direkt für deine Familie nutzen kannst.

    ✓ Good to know: Nicht übertragbar

    Anders als beim Kinderfreibetrag ist eine Übertragung des Entlastungsbetrags auf einen anderen Elternteil nicht möglich. Der Entlastungsbetrag steht ausschließlich dem Elternteil zu, bei dem das Kind gemeldet ist und das die weiteren Voraussetzungen erfüllt.

    So beantragst du den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

    Um den Entlastungsbetrag zu bekommen, füllen Alleinerziehende bei der Steuererklärung die Anlage „Kind“ aus oder nutzen den entsprechenden Bereich in einer Steuersoftware. Die erste Seite fragt nach persönlichen Angaben zum Kind, zum Verwandtschaftsverhältnis und zum Kindergeldanspruch. Diese Informationen sind grundlegend für die Prüfung des Anspruchs.

    Neben Fragen zu abzugsfähigen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen und einem Abschnitt mit der Möglichkeit zur Übertragung des Kinder- und Betreuungsfreibetrags findest du auf der zweiten Seite des Formulars schließlich den Bereich zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Die dritte Seite beschäftigt sich unter anderem mit Schulgeld und Pauschbeträgen für Kinder mit Behinderung. Für jedes Kind muss eine eigene Anlage „Kind“ ausgefüllt werden, damit das Finanzamt die Entlastungsbeträge korrekt berechnen kann.

    💡 Tipp

    Nutze eine Steuersoftware oder einen Steuerberater für deine erste Steuererklärung als Alleinerziehende:r! Diese Programme führen dich Schritt für Schritt durch alle relevanten Punkte und stellen sicher, dass du keine Freibeträge oder Vergünstigungen vergisst. Die Kosten dafür kannst du übrigens auch von der Steuer absetzen.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Was ist der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende?

    Der Entlastungsbetrag ist ein Steuerfreibetrag von 4.008 Euro jährlich, der die Steuerlast von Alleinerziehenden reduziert. Er wird nicht ausgezahlt, sondern mindert die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer.

    Q

    Wie hoch ist der Entlastungsbetrag bei mehreren Kindern?

    Für das erste Kind beträgt der Entlastungsbetrag 4.008 Euro. Für jedes weitere Kind im Haushalt erhöht sich der Betrag um zusätzliche 240 Euro pro Kind.

    Q

    Kann ich den Entlastungsbetrag bereits monatlich nutzen?

    Ja, durch den Wechsel in Steuerklasse 2 wird der Entlastungsbetrag bereits monatlich bei der Lohnsteuer berücksichtigt. Das bedeutet mehr Netto vom Brutto jeden Monat.

    Q

    Verliere ich den Anspruch, wenn ich mit jemandem zusammenziehe?

    Ja, sobald du mit einer anderen volljährigen Person zusammenziehst, entfällt der Anspruch auf den Entlastungsbetrag – auch in einer reinen WG ohne Beziehung. Ausnahme: volljährige Kinder mit Kindergeldanspruch.

    Q

    Was passiert bei geteiltem Sorgerecht?

    Bei geteiltem Sorgerecht erhält das Elternteil den Entlastungsbetrag, bei dem das Kind gemeldet ist und das Kindergeld bezieht. Eine Aufteilung zwischen beiden Elternteilen ist nicht möglich.

    Q

    Muss ich den Entlastungsbetrag jedes Jahr neu beantragen?

    In der Steuerklasse 2 wird er automatisch berücksichtigt. Bei der Steuererklärung musst du jährlich die Anlage „Kind“ ausfüllen, um den Entlastungsbetrag geltend zu machen.

  • Girokonto mit Kreditkarte: Der Vergleich für die beste Kombi

    Girokonto mit Kreditkarte: Der Vergleich für die beste Kombi

    Themen in diesem Artikel:

    • Girocard Grenzen: Warum die Girocard in Deutschland zwar weit verbreitet ist, im Ausland aber nur eingeschraenkt funktioniert, welche zusaetzlichen Gebuehren anfallen koennen und weshalb Banken die Karte zunehmend durch Kreditkarten ersetzen.
    • Debit oder Kreditkarte: Der Unterschied zwischen Debit Karte und echter Kreditkarte, wie Charge und Revolving Kreditkarten arbeiten und weshalb ein Kreditrahmen dein Zahlungsverhalten und deine Kosten beeinflusst.
    • Debit Karten im Ausland: Wieso Mietwagen und Hotels oft eine echte Kreditkarte verlangen, wie Kautionen mit dem Kreditrahmen reserviert werden und weshalb Debit Karten deine finanzielle Flexibilitaet auf Reisen deutlich einschraenken koennen.
    • Kostenloses Girokonto mit Kreditkarte: Worauf du bei scheinbar kostenlosen Konten achten solltest, von Bargeldabhebungsgebuehren und Fremdwaehrungsaufschlaegen bis zu versteckten Jahresgebuehren, und wie dir eine Checkliste beim Vergleich der Angebote hilft.
    • Girokonto und Kreditkarte trotz negativer Schufa: Welche Moeglichkeiten es mit eingeschraenkter Bonitaet gibt, wie Prepaid Kreditkarten funktionieren und welche Einschraenkungen damit verbunden sind, wenn Zahlungen nur auf Guthabenbasis moeglich sind.
    • Haeufig gestellte Fragen: Kurze Antworten zu Unterschieden zwischen Girocard, Debit und Kreditkarte, typischen Kostenfallen bei kostenlosen Konten, Schufa Themen und den wichtigsten Vorteilen einer vollwertigen Kreditkarte.

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Die Girocard ist in Deutschland nach wie vor die meistgenutzte Bezahlkarte – doch ihre Grenzen werden immer deutlicher. Während sie im Inland zuverlässig funktioniert, stößt du im Ausland schnell auf Einschränkungen und zusätzliche Gebühren. Vollwertige Kreditkarten von Visa, Mastercard oder American Express® bieten dir dagegen weltweite Akzeptanz und oft sogar gebührenfreies Bezahlen außerhalb Deutschlands. Besonders beim mobilen Bezahlen mit Apple Pay oder Google Pay kommst du um eine Kreditkarte kaum herum, denn Girocards sind mit diesen Diensten meist nicht kompatibel. Immer mehr Banken reagieren auf diese Entwicklung und verlangen mittlerweile Gebühren für Girocards oder nehmen sie komplett aus dem Angebot.

    Die Girocard: Bewährt in Deutschland, begrenzt im Ausland

    Seit Jahren gehört die Girocard zum Standard-Repertoire deutscher Banken. Bei der Eröffnung eines Girokontos erhältst du sie in der Regel automatisch. Mit ihr kannst du nicht nur bargeldlos bezahlen, sondern auch an Geldautomaten und sogar an Supermarktkassen Bargeld abheben. In Deutschland genießt die Girocard nach wie vor die höchste Akzeptanz unter allen Bezahlkarten.

    Sobald du jedoch die Landesgrenzen überschreitest, zeigen sich die Schwächen. Der Einsatz im Ausland ist nicht nur eingeschränkt, sondern auch mit zusätzlichen Gebühren verbunden. Vollwertige Kreditkarten punkten hier mit deutlich breiterer Akzeptanz, besonders außerhalb der EU. Je nach Kartenmodell entfällt sogar das Auslandseinsatzgeld komplett, was dir auf Reisen erhebliche Kosten sparen kann.

    📌 Gut zu wissen

    Die technologische Entwicklung hat Konsequenzen: Immer mehr Banken verlangen mittlerweile Gebühren für die Ausgabe von Girocards oder streichen sie ganz aus ihrem Angebot. Der Grund: Kreditkarten bieten die gleichen Funktionen und sind zusätzlich mit modernen Bezahldiensten wie Apple Pay oder Google Pay kompatibel, während Girocards hier meist außen vor bleiben.

    Auch beim Thema mobiles Bezahlen zeigt sich die Girocard von ihrer limitierten Seite. Möchtest du dein Smartphone mit Apple Pay oder Google Pay nutzen, benötigst du eine Kreditkarte. Die Girocard ist mit diesen modernen Bezahldiensten in der Regel nicht kompatibel.

    Kreditkarte oder Debit-Karte: Der entscheidende Unterschied

    Viele Banken bieten zum Girokonto eine zusätzliche kostenlose Geldkarte an: die Debit-Karte. Doch Vorsicht – hierbei handelt es sich nicht um eine vollwertige Kreditkarte, auch wenn das Design täuschen mag. Die Debit-Karte ähnelt in ihrer Funktionsweise eher der klassischen Girocard und soll diese langfristig ersetzen.

    Der fundamentale Unterschied liegt in der Abbuchung. Bei Debit-Karten werden Bargeldabhebungen und Bezahlvorgänge direkt vom Girokonto abgebucht, genau wie bei der Girocard. Die herausgebende Bank gewährt dir also keinen Kredit. Anders verhält es sich bei echten Kreditkarten, die in zwei Varianten existieren: Charge-Kreditkarten und Revolving-Kreditkarten.

    Bei Charge-Kreditkarten sammelt die Bank alle deine Zahlungsvorgänge eines Monats und zieht sie gebündelt als Gesamtrechnung am Monatsende von deinem Girokonto ein. Du erhältst also einen zinslosen Kredit für bis zu 30 Tage. Revolving-Kreditkarten gehen noch einen Schritt weiter und ermöglichen dir die Rückzahlung in Raten. Du kannst deine getätigten Zahlungen über mehrere Monate hinweg in Teilbeträgen über das Girokonto ausgleichen. Allerdings musst du dafür in der Regel höhere Zinsen in Kauf nehmen.

    💡 Tipp

    Prüfe vor der Kartenauswahl genau, welcher Kartentyp zu deinem Zahlungsverhalten passt. Charge-Kreditkarten sind ideal, wenn du die volle Kontrolle über deine Ausgaben behalten möchtest und den Betrag monatlich komplett begleichen kannst. Revolving-Kreditkarten eignen sich nur, wenn du flexiblere Rückzahlungen benötigst – bedenke aber die hohen Zinsen, die schnell zur Schuldenfalle werden können.

    Ein weiterer Vorteil echter Kreditkarten sind die zusätzlichen Benefits. Viele Modelle bieten Cashback- oder Prämiensysteme, die jeden Karteneinsatz belohnen. Auch Reiserücktrittsversicherungen oder Auslandskrankenversicherungen sind bei manchen Karten bereits inklusive – ein echter Mehrwert, den Debit-Karten nicht bieten können.

    Vorsicht bei Debit-Karten im Ausland

    Für Vielreisende wird der Unterschied zwischen Debit- und Kreditkarte besonders deutlich. Das Buchen von Mietwagen oder Hotels funktioniert meist nur mit einer echten Kreditkarte. Der Grund liegt im verfügbaren Kreditrahmen: Anbieter können damit Kautionen reservieren, ohne eine tatsächliche Abbuchung vornehmen zu müssen. Dein Geld bleibt also verfügbar, während die Kaution nur blockiert wird.

    📌 Gut zu wissen

    Debit-Karten ermöglichen keinen Kreditrahmen. Das bedeutet: Selbst wenn eine Buchung theoretisch möglich wäre, würde die Kaution direkt von deinem Konto abgebucht – was deine finanzielle Flexibilität im Urlaub erheblich einschränken kann. Bei einer Hotelkaution von 500 Euro oder einer Mietwagen-Kaution von 1.000 Euro ist dieses Geld während deines gesamten Aufenthalts blockiert.

    Das führt dazu, dass Debit-Karten für Reservierungen oder Buchungen im Ausland oft nicht akzeptiert werden. Wer häufig reist, kommt um eine vollwertige Kreditkarte daher kaum herum.

    Kostenloses Girokonto mit Kreditkarte: Darauf musst du achten

    Viele der attraktiven Benefits sind allerdings kostenpflichtigen Premiumkreditkarten vorbehalten, die eine jährliche Gebühr verlangen. Diese Karten werden nur selten in Verbindung mit einem Girokonto angeboten, sondern müssen separat beantragt werden. Bist du auf der Suche nach einem Girokonto mit einer Kreditkarte, die tatsächlich kostenlos ist, solltest du mehrere Kriterien genau prüfen.

    Zunächst solltest du klären, ob das Kreditkarteninstitut Gebühren für das Abheben von Bargeld im In- und Ausland erhebt. Manche Anbieter locken mit kostenlosen Karten, verlangen aber hohe Gebühren bei jeder Bargeldabhebung. Ebenso wichtig ist die Frage nach Aufschlägen bei Transaktionen in Fremdwährung. Diese können sich schnell summieren, wenn du häufig außerhalb der Eurozone unterwegs bist.

    💡 Tipp

    Erstelle eine Checkliste mit allen potenziellen Kostenfaktoren: Bargeldabhebungen im In- und Ausland, Fremdwährungsgebühren, Kreditzinsen und versteckte Jahresgebühren ab dem zweiten Jahr. Vergleiche mindestens drei verschiedene Anbieter anhand dieser Kriterien. Oft zeigt sich erst im Detail, welches Angebot wirklich kostenlos ist und zu deinem Nutzungsverhalten passt.

    Auch die Höhe der Kreditzinsen spielt eine Rolle, falls du den Kreditrahmen der Karte nutzen möchtest. Bei Revolving-Kreditkarten können diese Zinsen erheblich sein. Nicht zuletzt solltest du prüfen, ob einmalige oder regelmäßige Gebühren für die generelle Nutzung anfallen. Manche Karten sind im ersten Jahr kostenlos, verlangen aber ab dem zweiten Jahr eine Jahresgebühr.

    Viele Girokonten erscheinen auf den ersten Blick kostenlos, da sie keine Kontoführungsgebühren berechnen. Dennoch können versteckte Kosten lauern. Achte besonders auf Gebühren für das Abheben oder Einzahlen von Bargeld, wenn du Fremdbanken und Geldautomaten von Drittanbietern nutzt oder Transaktionen im Ausland durchführst. Auch Kosten für Echtzeitüberweisungen oder Negativzinsen auf dein Guthaben können anfallen und das vermeintlich kostenlose Konto teuer machen.

    Kontoeröffnung mit negativem Schufa-Eintrag: Welche Möglichkeiten gibt es?

    Das Eröffnen eines kostenlosen Girokontos mit Kreditkarte ohne Bonitätsprüfung ist in der Regel nicht möglich. Banken prüfen standardmäßig deine Kreditwürdigkeit, bevor sie dir einen Kreditrahmen einräumen. Doch es gibt Alternativen: Einige Banken bieten kostenpflichtige Girokonten mit Prepaid-Kreditkarten an und ermöglichen damit, eine Kreditkarte trotz negativem Schufa-Eintrag zu erhalten.

    Bei diesen Angeboten werden häufig einmalige Gebühren für das Einrichten des Kontos berechnet sowie laufende Kontoführungsgebühren, die etwas höher angesetzt sind als bei herkömmlichen Girokonten. Der Kompromiss liegt in der eingeschränkten Funktionalität: Die Prepaid-Kreditkarte kann über das verknüpfte Girokonto mit einem Guthaben aufgeladen werden und anschließend für bargeldloses Bezahlen verwendet werden.

    📌 Gut zu wissen

    Prepaid-Kreditkarten funktionieren nur mit Guthaben – ist das Guthaben aufgebraucht, kannst du keinen Kredit über die Karte in Anspruch nehmen. Du solltest dein Guthaben deshalb immer gut im Auge behalten, um nicht plötzlich ohne Zahlungsmittel dazustehen. Für Menschen mit negativer Schufa ist dies dennoch eine praktikable Lösung, um am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilzunehmen.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Was ist der Hauptunterschied zwischen Girocard und Kreditkarte?

    Die Girocard bucht Zahlungen direkt vom Girokonto ab, während Kreditkarten einen Kreditrahmen bieten. Kreditkarten haben zudem weltweite Akzeptanz und sind mit Apple Pay und Google Pay kompatibel, was bei Girocards meist nicht der Fall ist.

    Q

    Ist eine Debit-Karte das Gleiche wie eine Kreditkarte?

    Nein, Debit-Karten sind keine vollwertigen Kreditkarten. Sie buchen Zahlungen direkt vom Konto ab und bieten keinen Kreditrahmen. Für Mietwagen-Buchungen oder Hotel-Kautionen werden sie daher oft nicht akzeptiert.

    Q

    Welche versteckten Kosten können bei kostenlosen Girokonten anfallen?

    Trotz fehlender Kontoführungsgebühren können Kosten für Bargeldabhebungen an Fremdautomaten, Auslandstransaktionen, Fremdwährungsaufschläge, Echtzeitüberweisungen oder Negativzinsen entstehen. Ein genauer Blick ins Preis-Leistungsverzeichnis lohnt sich.

    Q

    Kann ich ein Girokonto mit Kreditkarte trotz negativer Schufa eröffnen?

    Ein kostenloses Konto mit echter Kreditkarte ist ohne Bonitätsprüfung nicht möglich. Einige Banken bieten jedoch kostenpflichtige Girokonten mit Prepaid-Kreditkarten an, die du mit Guthaben aufladen kannst.

    Q

    Welche Vorteile bieten Kreditkarten gegenüber der Girocard?

    Kreditkarten bieten weltweite Akzeptanz, oft gebührenfreies Bezahlen im Ausland, Kompatibilität mit mobilem Bezahlen und zusätzliche Benefits wie Versicherungen, Cashback oder Prämienprogramme. Zudem ermöglichen sie Buchungen von Hotels und Mietwagen durch ihren Kreditrahmen.

    Detaillierte Informationen zu Leistungen, insbesondere zu Ausschlüssen, kannst du den jeweiligen Bedingungen des Kartenproduktes oder des Versicherungsproduktes entnehmen.

  • PKV für Beamte: Warum 90% die private Krankenversicherung wählen

    PKV für Beamte: Warum 90% die private Krankenversicherung wählen

    Themen in diesem Artikel:

    • Warum Beamt:innen privat versichert sind: Über 90 Prozent wählen die PKV wegen staatlicher Beihilfe zwischen 50 und 80 Prozent der Gesundheitskosten
    • Das Beihilfe-System: Staat übernimmt Großteil der Kosten, nur Restbetrag muss privat versichert werden – deutlich günstiger als GKV
    • Funktionsweise der PKV: Restkostenversicherung mit individuellen Tarifen ab 200-300 Euro monatlich für attraktive Leistungen
    • Besondere Regelungen: Freie Heilfürsorge für gefährliche Berufe, Öffnungsaktion für erleichterten Zugang ohne Risikoprüfung
    • Finanzielle Vorteile: PKV meist günstiger als GKV-Vollbeitrag, bessere Leistungen bei niedrigeren Kosten durch Beihilfe

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Über 90 Prozent der Beamt:innen in Deutschland entscheiden sich für eine private Krankenversicherung – und das aus gutem Grund. Die staatliche Beihilfe übernimmt zwischen 50 und 80 Prozent ihrer Gesundheitskosten, sodass sie nur den Restbetrag privat versichern müssen. Diese Restkostenversicherung ist deutlich günstiger als der volle Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse und bietet gleichzeitig bessere Leistungen wie schnellere Arzttermine, Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer im Krankenhaus.

    Darum sind so viele Beamt:innen privat versichert

    Beamt:innen genießen in Deutschland einen besonderen Status: Sie unterliegen nicht der Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenkasse. Diese Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Absicherung nutzen mehr als 90 Prozent zugunsten der PKV. Der Hauptgrund liegt in der finanziellen Attraktivität durch das staatliche Beihilfesystem.

    Die staatliche Beihilfe macht den Unterschied

    Für ihre private Gesundheitsversorgung erhalten Beamt:innen und ihre Angehörigen von ihrer Dienstbehörde eine hohe Beihilfe, die in der Regel zwischen 50 und 80 Prozent der Gesundheitskosten beträgt. Nur den verbleibenden Rest müssen sie über eine private Krankenversicherung absichern. Dieses System führt zu erheblichen finanziellen Vorteilen gegenüber der gesetzlichen Alternative.

    In einer gesetzlichen Krankenkasse bekommen Beamt:innen hingegen keine Beihilfe und müssen den gesamten Monatsbeitrag selbst bezahlen. Nur einige Bundesländer wie Hamburg gewähren einen sogenannten GKV-Zuschuss, der ähnlich wie der Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung bei Angestellten funktioniert und maximal 50 Prozent des GKV-Höchstbetrags beträgt.

    💡 Tipp

    Vergleichen Sie vor der Entscheidung unbedingt die Gesamtkosten: Als Beamt:in zahlen Sie mit einer PKV-Restkostenversicherung oft nur 200-300 Euro monatlich, während Sie in der GKV den vollen Beitrag von oft über 800 Euro ohne Beihilfe tragen müssten. Nutzen Sie spezielle Beamten-Tarifrechner, um Ihre persönliche Ersparnis zu ermitteln.

    Wann lohnt sich die gesetzliche Krankenversicherung?

    Nur für niedrige Besoldungsgruppen mit geringerem Einkommen und vielen Familienangehörigen kann der Beitritt in eine gesetzliche Krankenversicherung sinnvoll sein. Der Grund: Kinder und einkommensschwache Ehe- und Lebenspartner:innen sind dann in der Familienversicherung kostenfrei mitversichert. Diese Konstellation ist jedoch die Ausnahme, nicht die Regel.

    📌 Gut zu wissen

    In Deutschland gab es im Jahr 2021 insgesamt rund 1,7 Millionen Beamt:innen und Richter:innen, die bei Bund, Ländern, Kommunen und der Sozialversicherung beschäftigt waren. Die Regelungen zur Beihilfe können sich je nach Dienstherrn unterscheiden – informieren Sie sich daher bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle über die genauen Konditionen.

    So funktioniert die PKV für Beamt:innen

    Die Höhe der staatlichen Beihilfe für Beamt:innen hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise der Lebenssituation oder ob sie für ein bestimmtes Bundesland oder den Bund arbeiten. In der Regel erhalten Beamt:innen 50 Prozent Beihilfe, während dieser Satz auf 70 Prozent steigt, wenn sie berücksichtigungsfähige Kinder oder Partner:innen haben. Für Kinder von Beamt:innen sind sogar 80 Prozent Beihilfe zu den Gesundheitskosten üblich.

    Restkostenversicherung statt Vollversicherung

    Da der Staat mit der Beihilfe für einen hohen Anteil der Gesundheitskosten aufkommt, müssen Beamt:innen nur noch eine deutlich günstigere sogenannte Restkostenversicherung bei einer PKV abschließen. Dieses Prinzip unterscheidet die Beamtenversicherung grundlegend von der Vollversicherung anderer Privatversicherter.

    Individuelle Leistungs- und Tarifwahl

    Bei einer privaten Krankenversicherung hängt der Tarif von Faktoren wie Alter und Gesundheitszustand des Versicherten sowie dem vertraglichen Leistungsumfang ab. Der günstigste Vollversicherungstarif muss immer den gesetzlichen Standards genügen und entspricht in etwa einer GKV-Versorgung. Gegen Aufpreis sind Optionen wie Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer im Krankenhaus abzuschließen. Ein attraktiver Leistungstarif kostet Beamt:innen ohne Vorerkrankungen um die 30 Jahre zwischen 200 und 300 Euro pro Monat.

    💡 Tipp

    Achten Sie bei der Tarifwahl auf ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sparen Sie nicht an wichtigen Leistungen wie Zahnersatz oder stationärer Behandlung. Ein etwas höherer Monatsbeitrag von 20-30 Euro mehr kann im Ernstfall Tausende Euro an Eigenanteil ersparen. Prüfen Sie auch, ob Ihr Versicherer spezielle Beamtentarife mit optimierten Leistungen anbietet.

    Bezahlung im Krankheitsfall

    Die behandelnden Ärzt:innen stellen eine Rechnung mit einer Zahlungsfrist von einigen Wochen aus. Die Beamt:innen reichen diese Rechnung bei ihrer Beihilfestelle und dem Versicherer ein, die diese innerhalb der Zahlungsfrist begleichen. In diesem Fall ist also keine Vorkasse nötig, was den administrativen Aufwand reduziert.

    Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten und Sehhilfen sieht die Situation anders aus. Da diese in der Regel sofort zu bezahlen sind, müssen Privatversicherte zunächst in Vorkasse gehen und bekommen den Betrag später erstattet. Dieses Verfahren erfordert eine gewisse finanzielle Liquidität.

    Beihilfeergänzungstarif für Zusatzleistungen

    Manchmal sind bestimmte Leistungen nicht im vollen Umfang durch die Beihilfe der Dienstbehörde gedeckt, beispielsweise Zahnersatz, Heilpraktikerleistungen oder Krankheitsfälle im Ausland. Private Versicherer bieten deshalb oft einen Beihilfeergänzungstarif an, der in diesem Fall vor Zuzahlungen schützt und die Versorgungslücken schließt.

    📌 Gut zu wissen

    Beamt:innen profitieren bei der sogenannten Öffnungsaktion zum erstmaligen Zugang in eine PKV von einer erleichterten Aufnahme. Dabei gibt es keine Ablehnung aus Risikogründen, keine Leistungsausschlüsse und eine Begrenzung von Risikozuschlägen auf 30 Prozent des regulären Tarifs. Diese Aktion gilt in der Regel für die ersten sechs Monate nach Verbeamtung – verpassen Sie dieses Zeitfenster nicht!

    Heilfürsorge, Dienstunfähigkeit und Pension

    Bei der Gesundheitsversorgung kann es für Beamt:innen besondere Umstände geben, die sie kennen sollten. Diese Sonderregelungen betreffen vor allem Berufsgruppen mit besonderen Risiken und spezifische Lebensphasen.

    Freie Heilfürsorge für gefährliche Berufe

    Bei der freien Heilfürsorge gewährt der Staat als Dienstherr Beamt:innen mit einer besonders gefährlichen Tätigkeit die vollständige Übernahme von Gesundheitskosten. Dies betrifft zum Beispiel Polizist:innen, Feuerwehrleute oder Justizvollzugsbeamt:innen. Die freie Heilfürsorge gilt aber nur für die Beamt:innen selbst und nicht deren Familienangehörige, die separat versichert werden müssen.

    💡 Tipp

    Falls Sie freie Heilfürsorge erhalten, denken Sie trotzdem an eine Anwartschaftsversicherung für später. Nach dem aktiven Dienst entfällt die freie Heilfürsorge und Sie benötigen eine reguläre PKV. Mit einer Anwartschaft sichern Sie sich Ihren Gesundheitszustand und günstige Konditionen für die Zukunft – das kostet meist nur 10-20 Euro monatlich.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Warum entscheiden sich über 90 Prozent der Beamt:innen für die PKV?

    Beamt:innen erhalten vom Staat eine Beihilfe zwischen 50 und 80 Prozent ihrer Gesundheitskosten. Sie müssen nur den Restbetrag privat versichern, was deutlich günstiger ist als der volle GKV-Beitrag bei gleichzeitig besseren Leistungen wie kürzeren Wartezeiten und Chefarztbehandlung.

    Q

    Was kostet die PKV für Beamt:innen im Durchschnitt?

    Ein attraktiver Leistungstarif kostet Beamt:innen ohne Vorerkrankungen um die 30 Jahre zwischen 200 und 300 Euro monatlich. Dies deckt nur die Restkosten ab, da der Staat bereits 50-80 Prozent der Gesundheitskosten über die Beihilfe trägt.

    Q

    Können Beamt:innen auch in die gesetzliche Krankenversicherung?

    Ja, Beamt:innen haben Wahlfreiheit zwischen PKV und GKV. Allerdings erhalten sie in der GKV keine Beihilfe und müssen den vollen Beitrag selbst zahlen. Nur für niedrige Besoldungsgruppen mit vielen Familienangehörigen kann die GKV wegen der kostenlosen Familienversicherung vorteilhaft sein.

    Q

    Was ist die Öffnungsaktion für Beamt:innen?

    Die Öffnungsaktion ermöglicht Beamt:innen in den ersten sechs Monaten nach Verbeamtung einen erleichterten PKV-Zugang ohne Ablehnung aus Risikogründen, ohne Leistungsausschlüsse und mit maximal 30 Prozent Risikozuschlag. Diese einmalige Chance sollten Beamt:innen unbedingt nutzen.

    Q

    Wie funktioniert die Abrechnung mit Beihilfe und PKV?

    Arztrechnungen reichen Beamt:innen bei ihrer Beihilfestelle und dem PKV-Versicherer ein. Beide zahlen ihren Anteil direkt, sodass keine Vorkasse nötig ist. Bei Medikamenten und Sehhilfen müssen Beamt:innen jedoch in Vorkasse gehen und bekommen die Kosten später erstattet.

    Q

    Was ist freie Heilfürsorge und wer bekommt sie?

    Freie Heilfürsorge ist die vollständige Übernahme der Gesundheitskosten durch den Staat für Beamt:innen mit gefährlichen Tätigkeiten wie Polizist:innen, Feuerwehrleute oder Justizvollzugsbeamt:innen. Sie gilt nur für die Beamt:innen selbst, nicht für Familienangehörige, und endet mit dem aktiven Dienst.

  • Taschengeldkonto eröffnen: Der komplette Leitfaden für Eltern

    Taschengeldkonto eröffnen: Der komplette Leitfaden für Eltern

    Themen in diesem Artikel:

    • Was ist ein Taschengeldkonto: Erfahre, wie ein guthabenbasiertes Kinderkonto funktioniert, ab welchem Alter es sinnvoll ist und warum es für dein Kind sicheren Umgang mit Geld ohne Verschuldungsrisiko ermöglicht.
    • So eröffnest du ein Taschengeldkonto: Verstehe, welche gesetzlichen Voraussetzungen gelten, welche Unterlagen du benötigst und welche Schritte bei der Kontoeröffnung für dein Kind wichtig sind.
    • Taschengeldkonto online eröffnen: Lies, wie der digitale Antrag über die Website der Bank abläuft, wie die Videoidentifikation mit WebID funktioniert und wann dein Kind die Zugangsdaten zum Konto erhält.
    • Taschengeldkonto in der Filiale eröffnen: Erfahre, wie die Eröffnung vor Ort in der Bankfiliale abläuft, wann beide Elternteile zustimmen müssen und welche Besonderheiten bei getrennt lebenden Eltern zu beachten sind.
    • Merkmale eines Taschengeldkontos: Verstehe, warum Taschengeldkonten als gebührenfreie Guthabenkonten ohne Dispo ausgelegt sind, wie aufladbare Karten funktionieren und welche Basisleistungen in der Regel kostenlos sind.
    • Achtung Kinderkonto kann später Gebühren kosten: Lies, was sich mit der Volljährigkeit deines Kindes ändert, welche Gebühren dann anfallen können und warum du frühzeitig Alternativen und Jugendkonten prüfen solltest.
    • Häufige Fragen zum Taschengeldkonto: Finde Antworten zu Mindestalter, Überziehungsschutz, benötigten Dokumenten, Kontoumstellung mit 18 und zu möglichen Kosten oder Fallstricken rund um Kinderkonten.

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Ein Taschengeldkonto ist der ideale Einstieg für Kinder, um frühzeitig den praktischen Umgang mit Geld zu lernen. Vom kostenlosen Bargeldabheben über die Girocard auf Guthabenbasis bis zur Banking-App bieten Kinderkonten heute eine breite Angebotspalette. Ob monatliches Taschengeld, der Lohn vom Ferienjob oder Geldgeschenke zum Geburtstag – ein Taschengeldkonto hilft deinem Kind, Finanzverantwortung zu entwickeln. Dabei ist ein Vergleich der verschiedenen Anbieter vorab sinnvoll, denn die Konditionen unterscheiden sich teilweise erheblich. Worauf du bei der Auswahl eines Taschengeldkontos achten solltest und wie du es eröffnest, erfährst du in diesem Artikel.

    Was ist ein Taschengeldkonto?

    Ein Taschengeldkonto ist ein guthabenbasiertes Girokonto, das speziell für Kinder konzipiert wurde. Finanzexpert:innen empfehlen die Nutzung ab dem siebten Lebensjahr, wenn Kinder beginnen, den Wert von Geld zu verstehen. Das Besondere: Es funktioniert ausschließlich auf Guthabenbasis, wodurch eine Verschuldung ausgeschlossen ist.

    Bereits ab der Geburt kann ein solches Konto als Ansparkonto für den Nachwuchs genutzt werden. Eltern zahlen darauf beispielsweise Geldgeschenke von Verwandten ein oder sparen regelmäßig kleine Beträge an. Ab dem siebten Lebensjahr wandelt sich das Ansparkonto dann in ein aktives Taschengeldkonto um, bei dem das Kind selbst lernt, mit seinem Geld umzugehen. Mit 14 Jahren erfolgt schließlich die Umfunktionierung in ein klassisches Girokonto mit erweiterten Funktionen.

    📌 Gut zu wissen

    Ein Taschengeldkonto bietet 100% Verschuldungsschutz für dein Kind. Da es ausschließlich auf Guthabenbasis funktioniert, ist ein Überziehen des Kontos technisch nicht möglich. Dies unterscheidet es grundlegend von normalen Girokonten für Erwachsene.

    Der große Vorteil liegt im Lerneffekt durch Eigenverantwortung. Kinder können ihr Taschengeld selbst verwalten, Ausgaben planen und erste Erfahrungen mit bargeldlosem Bezahlen sammeln. Dabei haben sie nur Zugriff auf das tatsächlich vorhandene Guthaben, was sie vor Überschuldung schützt und gleichzeitig ein realistisches Gefühl für verfügbare finanzielle Mittel vermittelt.

    So eröffnest du ein Taschengeldkonto

    Ab dem siebten Lebensjahr sind Kinder in Deutschland beschränkt geschäftsfähig. Der Gesetzgeber traut ihnen zu, selbstständig Geldgeschäfte zu erledigen, weshalb zahlreiche Kreditinstitute ab diesem Alter die Eröffnung eines Taschengeldkontos ermöglichen. Du hast dabei zwei Möglichkeiten: die Online-Eröffnung oder den Gang zur Bankfiliale.

    Unabhängig vom gewählten Weg benötigst du für die Kontoeröffnung einen gültigen Ausweis sowie die Geburtsurkunde beziehungsweise den gültigen Kinderreisepass deines Kindes. Diese Dokumente dienen der Legitimation und sind gesetzlich vorgeschrieben. Die Wahl zwischen Online- und Filial-Eröffnung hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab – beide Wege führen zum gleichen Ergebnis, unterscheiden sich jedoch im Ablauf.

    Taschengeldkonto online eröffnen

    Die Online-Eröffnung eines Taschengeldkontos ist bequem und zeitsparend. Nachdem du dich für eine Bank entschieden hast, füllst du den Kontoantrag über die Website aus. Dieser wird anschließend digital oder per Post an die Bank übermittelt. Der gesamte Prozess lässt sich mit Laptop, Tablet oder Smartphone durchführen.

    Im nächsten Schritt erhältst du als antragstellender Elternteil eine E-Mail mit einem Link zu einem Identifikationsportal wie WebID. Dieses digitale Verfahren zur Online-Personenidentifikation wird von vielen Banken genutzt. Für die Legitimation durch WebID benötigst du deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass, dein Kind seine Geburtsurkunde oder den gültigen Kinderreisepass. Die Identifizierung erfolgt mittels Videochat über die WebID-App, was in der Regel nur wenige Minuten dauert.

    💡 Tipp

    Plane die Online-Legitimation für eine ruhige Tageszeit ein und sorge für gute Lichtverhältnisse. Halte alle Dokumente griffbereit und teste vorab deine Internetverbindung. So vermeidest du Unterbrechungen während des Videochats und die Kontoeröffnung geht schneller vonstatten.

    War die Legitimation erfolgreich, werden die Personendaten verschlüsselt an die Bank übertragen. Diese verschickt daraufhin eine Bestätigungsmail sowie die Zugangsdaten zum Taschengeldkonto in mehreren Briefen aus Sicherheitsgründen. Nach wenigen Tagen ist das Konto einsatzbereit und dein Kind kann mit dem eigenverantwortlichen Umgang mit Geld beginnen.

    Taschengeldkonto in der Filiale eröffnen

    Wer den persönlichen Kontakt bevorzugt, kann das Taschengeldkonto auch direkt in einer Bankfiliale eröffnen. Idealerweise erscheinen beide Elternteile samt Kind zum Termin. Falls ein Elternteil verhindert ist, sollte der anwesende Partner oder die Partnerin eine formlose Einverständniserklärung mitbringen, die die Zustimmung des anderen Elternteils dokumentiert.

    📌 Gut zu wissen

    Bei getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht müssen beide Elternteile der Kontoeröffnung zustimmen. Eine schriftliche Einverständniserklärung des nicht anwesenden Elternteils ist zwingend erforderlich und sollte dessen Unterschrift sowie eine Kopie des Personalausweises enthalten.

    Auch in der Filiale gilt die Legitimationspflicht. Die Eltern müssen einen gültigen Ausweis oder Reisepass vorlegen, die Kinder ihre Geburtsurkunde oder einen gültigen Kinderreisepass. Der Bankmitarbeiter oder die Bankmitarbeiterin prüft die Dokumente und unterstützt beim Ausfüllen des Kontoantrags. Dies bietet den Vorteil, dass offene Fragen direkt geklärt werden können.

    Ist der Antrag vollständig ausgefüllt und war die Legitimation erfolgreich, verschickt die Bank die Zugangsdaten zum neuen Kinderkonto ein paar Tage später per Post. Der Ablauf ist damit ähnlich zur Online-Eröffnung, nur dass die Identifikation persönlich vor Ort stattfindet statt per Videochat.

    Merkmale eines Taschengeldkontos

    Das zentrale Merkmal eines Taschengeldkontos ist seine Funktion als Guthabenkonto ohne Dispositionskredit. Kinder können das Konto nicht überziehen, da sie ausschließlich über das Geld verfügen, das als Guthaben auf dem Konto liegt. Dieses Prinzip schützt vor Verschuldung und vermittelt gleichzeitig ein realistisches Verständnis für verfügbare finanzielle Mittel.

    Das Guthaben-Prinzip gilt auch für aufladbare Debitkarten, die zu vielen Taschengeldkonten gehören. Diese Karten funktionieren wie normale Bankkarten, allerdings muss vorher ein Betrag aufgeladen werden. Erst dann lässt sich damit bezahlen oder Geld abheben. Ein Verschuldungsrisiko ist somit vollständig ausgeschlossen, während dein Kind dennoch die Vorteile bargeldlosen Bezahlens kennenlernt.

    Generell ist ein Schülerkonto oder Taschengeldkonto gebührenfrei. Die kontoführenden Banken erheben lediglich für individuelle Leistungen Gebühren. Dazu zählen beispielsweise das Zuschicken der Kontoauszüge per Post oder eine individuell gestaltete Bankkarte mit Wunschmotiv. Die Grundfunktionen wie Überweisungen, Daueraufträge und das Online-Banking sind hingegen kostenfrei nutzbar.

    Achtung: Kinderkonto kann später Gebühren kosten

    Auch wenn Kinderkonten während der Minderjährigkeit gebührenfrei sind, ändert sich dies häufig mit Erreichen der Volljährigkeit im Alter von 18 Jahren. Dann wird aus dem Kinderkonto meist ein normales Girokonto, das einer erneuten Legitimation bedarf. Die Folge: Viele Banken verlangen dann Kontoführungsgebühren sowie jährliche Kosten für die Girocard.

    💡 Tipp

    Prüfe bereits vor der Kontoeröffnung die Konditionen nach dem 18. Geburtstag. Einige Banken bieten spezielle Jugendkonten bis 25 Jahre kostenlos an. Notiere dir den Zeitpunkt der Volljährigkeit deines Kindes, um rechtzeitig Alternativen zu prüfen und gegebenenfalls das Konto zu wechseln.

    Auch wenn der Gedanke naheliegt, dass Eltern ihr eigenes Konto für die Geldanlage der Kinder nutzen, raten Expert:innen davon ab. Zum einen kann es bei der Trennung der Eltern zu Streitereien um das Geld des Nachwuchses kommen, da die rechtliche Zuordnung unklar ist. Zum anderen ist der Lerneffekt immer dann am größten, wenn die Kinder selbst über ihr eigenes Konto verfügen dürfen. Die Eigenverantwortung und das Gefühl, ein eigenes Konto zu besitzen, fördern den bewussten Umgang mit Geld erheblich mehr als wenn Eltern das Geld stellvertretend verwalten.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Ab welchem Alter ist ein Taschengeldkonto sinnvoll?

    Finanzexpert:innen empfehlen ein Taschengeldkonto ab dem siebten Lebensjahr, wenn Kinder beschränkt geschäftsfähig werden und den Wert von Geld verstehen lernen. Ab diesem Alter können sie erste eigenverantwortliche Erfahrungen mit Geld sammeln.

    Q

    Kann mein Kind das Taschengeldkonto überziehen?

    Nein, ein Taschengeldkonto funktioniert ausschließlich auf Guthabenbasis ohne Dispositionskredit. Eine Verschuldung ist damit vollständig ausgeschlossen. Das Kind kann nur über das Geld verfügen, das tatsächlich auf dem Konto vorhanden ist.

    Q

    Welche Dokumente brauche ich zur Kontoeröffnung?

    Du benötigst deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie die Geburtsurkunde oder den gültigen Kinderreisepass deines Kindes für die Legitimation. Bei getrennt lebenden Eltern ist zusätzlich eine Einverständniserklärung des nicht anwesenden Elternteils erforderlich.

    Q

    Was passiert mit dem Konto bei Volljährigkeit?

    Mit 18 Jahren wird das Kinderkonto meist automatisch in ein normales Girokonto umgewandelt. Ab diesem Zeitpunkt können Kontoführungsgebühren anfallen. Es empfiehlt sich, rechtzeitig die Konditionen zu prüfen und gegebenenfalls zu einem kostenlosen Studentenkonto zu wechseln.

    Q

    Wie funktioniert die Online-Legitimation bei der Kontoeröffnung?

    Die Legitimation erfolgt per Videochat über Dienste wie WebID. Du zeigst dabei deinen Ausweis und die Geburtsurkunde deines Kindes in die Kamera. Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Minuten und die Daten werden verschlüsselt an die Bank übertragen.

    Q

    Gibt es versteckte Kosten beim Taschengeldkonto?

    Die Grundfunktionen eines Taschengeldkontos sind bis zur Volljährigkeit in der Regel kostenlos. Gebühren können nur für Zusatzleistungen wie postalische Kontoauszüge oder individuell gestaltete Bankkarten anfallen. Online-Banking, Überweisungen und Daueraufträge sind kostenfrei.

  • Private Krankenversicherung für Selbstständige: Der Guide

    Private Krankenversicherung für Selbstständige: Der Guide

    Themen in diesem Artikel:

    • Welche Krankenversicherung haben Selbstständige: Erfahre, welche Wahlmöglichkeiten du als Selbstständige:r zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung hast, welche Besonderheiten für Mitglieder der Künstlersozialkasse gelten und wodurch sich die Beiträge in beiden Systemen unterscheiden.
    • Wechsel von der GKV in die PKV: Verstehe, unter welchen Voraussetzungen du von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln kannst, welche Rolle deine hauptberufliche Selbstständigkeit spielt und was bei der Gesundheitsprüfung wichtig ist.
    • Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung: Lies, warum ein Wechsel zurück in die GKV nur in bestimmten Fällen möglich ist, welche Bedeutung Festanstellung, Familienversicherung und Auslandsaufenthalt haben und weshalb die Altersgrenze von 55 Jahren so entscheidend ist.
    • Kosten einer privaten Krankenversicherung: Erfahre, wie Alter, Gesundheitszustand, Leistungsumfang und Selbstbehalt deine Beitragshöhe beeinflussen und welche typischen Monatsbeiträge sich für junge gesunde Selbstständige ergeben können.
    • Häufige Fragen zur Krankenversicherung für Selbstständige: Finde Antworten dazu, ob du ohne Mindesteinkommen in die PKV wechseln kannst, wovon die Beitragshöhe abhängt, wie ein Rückweg in die GKV funktionieren kann, welche Rolle Krankentagegeld spielt und wie die Absicherung der Familie geregelt ist.

    Welche Kreditkarte passt zu dir?

    Als Selbstständige:r stehst du vor einer wichtigen Entscheidung: Private oder gesetzliche Krankenversicherung? Die gute Nachricht zuerst – du hast die freie Wahl. Und diese Wahlfreiheit kann sich richtig lohnen. Besonders wenn du jung bist und einen guten Gesundheitszustand mitbringst, bietet dir die private Krankenversicherung oft bessere Leistungen bei gleichzeitig niedrigeren monatlichen Beiträgen als die gesetzliche Alternative. Doch die Entscheidung will gut überlegt sein, denn ein späterer Wechsel zurück in die GKV ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich.

    Welche Krankenversicherung haben Selbstständige?

    Die Freiheit der Selbstständigkeit zeigt sich auch bei der Krankenversicherung. Du kannst zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung und einer privaten Krankenversicherung wählen – und das ohne Nachweis eines Mindesteinkommens, wie es bei Angestellten erforderlich wäre. Diese Wahlfreiheit macht die Selbstständigkeit in puncto Krankenversicherung besonders attraktiv.

    Eine Ausnahme bilden freiberuflich tätige Künstler:innen und Publizist:innen, die über die Künstlersozialkasse versichert sind. Sie erhalten von der KSK einen Zuschuss ähnlich dem Arbeitgeberzuschuss bei Angestellten. Möchten sie in die PKV wechseln, müssen sie nachweisen, dass ihr Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt.

    📌 Gut zu wissen

    Die Künstlersozialkasse (KSK) übernimmt für ihre Mitglieder den Arbeitgeberanteil der Krankenversicherung. Dieser Zuschuss kann auch bei einem Wechsel in die PKV erhalten bleiben, sofern dein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze von aktuell 69.300 Euro jährlich liegt.

    Der entscheidende Unterschied zwischen GKV und PKV liegt in der Beitragsberechnung. Während die gesetzlichen Kassen dein Einkommen als Berechnungsgrundlage heranziehen, orientiert sich die PKV an ganz anderen Faktoren: deinem Alter, deinem Gesundheitszustand und dem gewünschten Leistungspaket. Bist du jung und gesund, zahlst du als Selbstständige:r in der PKV häufig deutlich weniger als in der GKV.

    Bedenke jedoch: Die Entscheidung für eine PKV ist in der Regel eine langfristige Bindung. Ein Wechsel zurück in die GKV gestaltet sich schwierig und ist meist nur möglich, wenn du in ein Angestelltenverhältnis wechselst – und selbst das nur bis zum 55. Lebensjahr.

    Wechsel von der GKV in die PKV: Voraussetzungen für Selbstständige

    Der Weg in die private Krankenversicherung ist für Selbstständige erfreulich unkompliziert. Sobald du hauptberuflich selbstständig tätig bist, entfällt die Versicherungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen automatisch. Du bist dann versicherungsfrei und kannst frei zwischen PKV und GKV entscheiden.

    Der erste konkrete Schritt ist die Befreiung von der Versicherungspflicht bei deiner gesetzlichen Krankenkasse. Anschließend folgt die Gesundheitsprüfung bei der privaten Krankenversicherung. Diese Prüfung ist unverzichtbar, denn sie ermittelt deinen Gesundheitszustand, der maßgeblich deinen Versicherungstarif beeinflusst.

    💡 Tipp

    Bereite dich gründlich auf die Gesundheitsprüfung vor! Sammle alle Arztberichte der letzten fünf Jahre und liste chronische Erkrankungen oder regelmäßige Medikamenteneinnahmen vollständig auf. Ehrlichkeit zahlt sich aus – verschwiegene Vorerkrankungen können später zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

    Etwas komplexer wird es, wenn du gleichzeitig selbstständig und angestellt tätig bist. In diesem Fall musst du zwei klare Voraussetzungen erfüllen, um in die PKV wechseln zu können. Erstens musst du mehr als 18 Stunden pro Woche selbstständig arbeiten und entsprechend weniger als 18 Stunden in deinem Angestelltenverhältnis. Zweitens muss dein Einkommen aus der Selbstständigkeit höher sein als dein Gehalt aus der Anstellung. Nur wenn beide Bedingungen erfüllt sind, steht dir der Wechsel in die private Krankenversicherung offen.

    Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

    Der Wechsel von der PKV zurück in die GKV ist kein einfacher Schritt. Selbstständig Tätige können nicht ohne Weiteres zurückkehren, sondern müssen bestimmte Bedingungen erfüllen.

    Die hauptberufliche Festanstellung bietet den einfachsten Rückweg in die GKV. Nimmst du eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf, kannst du zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Diese Option steht dir allerdings nur offen, solange du das 55. Lebensjahr noch nicht erreicht hast. Nach diesem Stichtag wird der Wechsel deutlich schwieriger.

    📌 Gut zu wissen

    Die Altersgrenze von 55 Jahren ist gesetzlich festgeschrieben und gilt ausnahmslos. Selbst wenn du nach deinem 55. Geburtstag eine Festanstellung annimmst, bleibst du in der PKV versichert. Plane deinen eventuellen Rückwechsel daher rechtzeitig!

    Für Menschen über 55 Jahre bleibt im Wesentlichen nur die gesetzliche Familienversicherung als Rückweg. Bist du mit einer Person verheiratet, die gesetzlich versichert ist, kannst du über deren Familienversicherung zurück in die GKV gelangen. Diese Option setzt allerdings voraus, dass du die Einkommensgrenzen der Familienversicherung einhältst.

    Eine weitere Möglichkeit bietet ein mindestens zwölfmonatiger Auslandsaufenthalt. Warst du ein Jahr oder länger im Ausland krankenversichert, kannst du nach deiner Rückkehr nach Deutschland unter Einhaltung der PKV-Kündigungsfrist zurück in die GKV wechseln. Die Rückkehr kann dabei mit einer Rückwirkung von höchstens drei Monaten erfolgen.

    Was kostet eine private Krankenversicherung für Selbstständige?

    Die Beitragshöhe deiner privaten Krankenversicherung setzt sich aus vier wesentlichen Faktoren zusammen: deinem Alter, deinem Gesundheitszustand, dem Umfang der gewünschten Leistungen und der Höhe deines Selbstbehalts. Diese Faktoren greifen ineinander und bestimmen gemeinsam, wie viel du monatlich für deine PKV zahlst.

    Je jünger und gesünder du bist, desto günstiger fällt dein PKV-Beitrag aus. Auch die Höhe deines Selbstbehalts spielt eine wichtige Rolle: Bist du bereit, einen höheren Eigenanteil bei Behandlungen zu tragen, sinken deine monatlichen Beiträge entsprechend. Gleichzeitig entscheidet der Leistungsumfang deines Tarifs über die Beitragshöhe – umfassendere Leistungen bedeuten höhere Kosten.

    💡 Tipp

    Wähle deinen Selbstbehalt clever! Als Selbstständige:r kannst du einen Selbstbehalt von 600 bis 1.200 Euro pro Jahr gut verkraften und sparst dadurch monatlich oft 50 bis 100 Euro an Beiträgen. Lege die Ersparnis zur Seite für den Fall, dass du den Selbstbehalt tatsächlich benötigst.

    Für 30-jährige privat krankenversicherte Selbstständige ergeben sich bei einer Selbstbeteiligung von 1.000 Euro und einem Krankentagegeld von 100 Euro ab dem 43. Tag folgende Richtwerte: Der Basistarif mit Unterbringung im Mehrbettzimmer, Behandlung durch den Stationsarzt beziehungsweise die Stationsärztin sowie mindestens 50 Prozent Kostenübernahme bei Zahnersatz liegt bei rund 275 Euro pro Monat. Der Komforttarif mit erweiterten Leistungen kostet etwa 310 Euro monatlich.

    ❔ Häufig gestellte Fragen

    Q

    Können Selbstständige ohne Mindesteinkommen in die PKV wechseln?

    Ja, Selbstständige können ohne Nachweis eines Mindesteinkommens in die private Krankenversicherung wechseln. Sobald du hauptberuflich selbstständig tätig bist, entfällt die Versicherungspflicht und du kannst frei zwischen GKV und PKV wählen.

    Q

    Wovon hängt die Beitragshöhe in der PKV ab?

    Die PKV-Beiträge richten sich nach deinem Alter, Gesundheitszustand, dem gewünschten Leistungsumfang und der Höhe des Selbstbehalts. Im Gegensatz zur GKV spielt dein Einkommen keine Rolle bei der Beitragsberechnung.

    Q

    Kann ich als Selbstständige:r von der PKV zurück in die GKV wechseln?

    Ein Wechsel zurück in die GKV ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich: durch eine hauptberufliche Festanstellung vor dem 55. Lebensjahr, über die Familienversicherung des Ehepartners oder nach einem mindestens zwölfmonatigen Auslandsaufenthalt.

    Q

    Was passiert mit meiner PKV im Alter, wenn die Beiträge steigen?

    Die PKV bildet Altersrückstellungen, um Beitragssteigerungen im Alter abzufedern. Zusätzlich kannst du in einen günstigeren Tarif beim selben Versicherer wechseln oder den Basistarif wählen, der sich am GKV-Höchstbeitrag orientiert und bei finanzieller Not halbiert werden kann.

    Q

    Muss ich als Selbstständige:r Krankentagegeld abschließen?

    Das Krankentagegeld ist für Selbstständige besonders wichtig, da kein Arbeitgeber im Krankheitsfall weiterzahlt. Die Höhe sollte etwa 70-80% deines Nettoeinkommens abdecken. Du kannst die Karenzzeit (ab wann gezahlt wird) selbst wählen – je länger, desto günstiger der Beitrag.

    Q

    Kann ich meine Familie in der PKV mitversichern?

    Anders als in der GKV gibt es in der PKV keine kostenlose Familienversicherung. Jedes Familienmitglied benötigt einen eigenen Vertrag mit eigenem Beitrag. Für Kinder gibt es jedoch spezielle, günstigere Kindertarife ohne Altersrückstellungen.